Titel: Kaleidoskop. Fiktionen von Kunst und Wissenschaft

13. Mai 2005 - 26. Juni 2005

Ausstellung mit Arbeiten von  Mathias Antlfinger/Ute Hörner, Burg Giebichenstein, Halle/Saale Anetta Mona Chisa, Akademie für Bildende Kunst, Prag Richard Fajnor, Technische Universität Brno, Fakultät Bildende Kunst Marcus Jansen, Hochschule für Bildende Künste Dresden KW (Igor Korpaczewski), Akademie für Bildende Kunst, Prag Christoph Rodde, Hochschule für Bildende Künste Dresden Martin Schmidl, Akademie der Bildenden Künste, München Grzegorz Sztwiertnia, Akademie der Bildenden Künste, Krakau Innerhalb der Kunstentwicklung der letzten 15 Jahre lässt sich ein zunehmendes Interesse an wissenschaftlichen bzw. naturwissenschaftlichen Themen und Arbeitsweisen beobachten. Die Kunst simuliert Wissenschaft. Als Reaktion auf dieses Phänomen stellt das Ausstellungsprojekt „Kaleidoskop. Fiktionen von Kunst und Wissenschaft“ acht zeitgenössische Positionen von KünstlerInnen aus Deutschland, Polen und Tschechien vor, deren Arbeiten verschiedene Aspekte dieser Thematik aufgreifen. Alle zum Projekt eingeladenen Künstler sind an verschiedenen Kunsthochschulen und Akademien tätig. Sie stehen zwischen eigener Kunstproduktion und Lehre.

Metaphorische Grundidee der Ausstellung ist das Kaleidoskop. Als optisches Gerät und Spielzeug eröffnet es den Blick in eine begrenzte, wandelbare Welt, die von den Prinzipien der Symmetrie wie von denen des Zufalls beherrscht wird und die durch ihrer illusionäre Räumlichkeit über die eigenen Begrenzungen hinausweist. Die Bewegung des Kaleidoskops lässt ein neues Bild entstehen, das jedoch immer den Gegebenheiten verhaftet bleibt. Die Vielfalt der Variationen im Kaleidoskop steht für die Vielzahl unterschiedlicher Formen künstlerischer und wissenschaftlicher Weltaneignung sowie der daraus resultierenden Produktion von Bildern in beiden Bereichen.
Die für dieses Ausstellungsprojekt entstandenen Arbeiten umkreisen die Beziehungen von Kunst und Wissenschaft auch im Kontext der historischen Kunst- und Wunderkammern. Jene Sammlungen, die zwischen Renaissance und Barock entstanden und die neben Naturobjekten antike Skulpturen, kunsthandwerkliche Pretiosen, Kuriositäten, Gemälde aber auch wissenschaftliche Gerätschaften sowie Automaten zu einem Mikrokosmos vereinten und damit ein Bild der Welt in ihrer Gesamtheit repräsentierten. Im gleichberechtigten Nebeneinander von natürlich Entstandenem und durch Menschenhand gefertigten Artefakten unterschiedlichster Funktion waren die Grenzen zwischen Kunst und Wissenschaft verschwommen. In Zeiten der zunehmenden Verwissenschaftlichung des Alltagslebens und der Hegemonie der Bilder scheinen Grenzen erneut aufzuweichen.

Die Eröffnung findet am 12.Mai um 19.00 Uhr statt.

Gefördert wird das Ausstellungsprojekt von der Kulturstiftung Freistaat Sachsen, dem Deutsch Tschechischen Zukunftsfonds und der Siemens AG, Niederlassung Dresden und dem Freundeskreis der Hochschule für Bildende Künste Dresden.

Oktogon der Hochschule für Bildende Künste Dresden
Zugang über Georg-Treu-Platz
01067 Dresden
Dienstag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr