Titel: Grit Ruhland: Mikro-Bildhauerei

20. April 2007 - 25. Mai 2007

Ausstellungseröffnung zum MPI-CBG Art Prize 2006

Die in Dresden lebende Künstlerin Grit Ruhland ist dritte Preisträgerin des vom Dresdner Max-Planck-Institut für Molekulare Zellbiologie und Genetik (MPI-CBG) vergebenen MPI-CBG Art Prize. Sie  präsentiert  ihre bildhauerische Arbeit aus Polymer-Kunststoff, die nur wenige  Mikrometer groß und so mit bloßem Auge nicht zu sehen sein wird. 

Diese Arbeit entstand während ihres Arbeitsaufenthalts am MPI-CBG, wo  sie als Künstlerin unter Forschern weilte. Die Erlebnisse im Labor  hielt Grit Ruhland auch in einem Tagebuch fest – Passagen daraus  werden zur Präsentation der Arbeitsergebnisse ebenfalls vorgelesen.

Die Präsentation findet am 20. April um 19.00 Uhr im Atrium des Max Planck Institutes in der Pfotenhauerstr. 108, 01307 Dresden statt.
Alle Dresdner Kunst- und Wissenschaftsinteressierten sind herzlich willkommen. Der Eintritt ist frei.

"Drei ist meine Glückszahl. Ich bin die dritte Preisträgerin des Max- Planck-Art Prize. Dieser wird seit 2004 jährlich an eine/n  MeisterschülerstudentIn der Hochschule für Bildende Künste Dresden vergeben. Eigentlich ist es ein Mix aus Preis und Stipendium. Es ist  erwünscht, dass man als PreisträgerIn mindestens drei Monate mit dem  Institut in Dresden zusammenarbeitet. Ende März 2006 hatte ich mich  dafür mit einem Projekt beworben, das sich „Pantoffel für  Pantoffeltierchen“ nannte. (...)  Ich bezeichne das geplante Projekt als „Mikrobildhauerei“, die Leute vom MPI sagen „nanosculpture“ zu dem, was dabei voraussichtlich mal entstehen wird."  "Nachmittags gehe ich ins Labor. Ich habe ein neues Objekt entworfen, Nanoschalen für die Hefen. Sie sollen so klein sein, dass die Hefen sie wie Essgeschirr benutzen könnten. Die Hefen sind 14 µm lang und 4 µm breit. Die Schale soll also 2-3 µm im Durchmesser haben. Ich habe die Daten in einem Programm erstellt, welches der Laser besser lesen kann. (...) Nicola und ich feilen noch weiter an den Dateien herum, da die Schale bisher leicht asymmetrisch ist." (Auszüge aus dem "MPI-BLOGbuch" von Grit Ruhland) Der mit 5.000 Euro dotierte Kunstpreis wird jährlich vom MPI-CBG in Kooperation mit der Hochschule für Bildende Künste Dresden (HfBK Dresden) an einen Meisterschüler aus Dresden vergeben. Der Preisträger wird dann in die wissenschaftliche Forschungsarbeit des Institutes integriert und setzt im Anschluss seine Erfahrungen mit dem Laboralltag in ein Kunstobjekt um. So soll ein lebendiger und anhaltender Dialog zwischen Kunst und Wissenschaft initiiert werden.