Bereits zum vierten Mal findet die feierliche Verleihung des mit jeweils 5000 Euro dotierten Marion Ermer Preises in der Hochschule für Bildende Künste Dresden statt. In Gegenwart der Stifterin Marion Ermer und Herrn Prof. Dr. h.c. Lothar Späth, Vorsitzender des Kuratoriums der Marion Ermer Stiftung, wird die mit der Verleihung verbundene Ausstellung der vier diesjährigen Preisträger Ulrich Gebert (Leipzig) Andreas Hildebrandt (Dresden) Tilman Hornig (Dresden) Angela Köntje (Leipzig) am 29. November 2007 um 19.00 Uhr im Oktogon eröffnet. Die PreisträgerInnen wurden von einer Jury, die Ende Mai dieses Jahres in der Hochschule tagte, unter 180 Bewerbungen ausgewählt. Mitglieder der Jury waren Dr. Marc Gundel (Städtischen Museen Heilbronn), Dr. Julian Heynen (Kunstsammlung Nordrhein Westfalen, K21), Catrin Lorch (Kunstkritikerin), Dr. Constanze von Marlin (Kunstwissenschaftlerin und Kuratorin der Ausstellung, Berlin) und Prof. Christian Sery (Hochschule für Bildende Künste Dresden). In den attraktiven Ausstellungsräumen des imposanten Kuppelbaus, genannt „Zitronenpresse“, werden nun von 30. November bis 3. Februar 2008 aktuelle Arbeiten der Preisträger präsentiert, die zum Teil eigens für diesen Anlass entstanden sind. So gestaltet Angela Köntje (Leipzig) eine Rauminstallation unter Verwendung unterschiedlicher bildnerischer Medien wie Fotografie, Video und architektonischen Elementen, deren zentrales Thema das Künstlersubjekt und die kulturelle Produktion ist. Ausgangspunkt dafür ist filmisches Material aus James Bond 007 – Der Spion, der mich liebte und Teorema von Pier Paolo Pasolini, das durch Fragmentierung oder Re-Inszenierung verfremdet wird. Diese Rückgriffe haben die Funktion, symbolisches Kapital für neue Aussagen nutzbar zu machen. Mit vollkommen anderer Intention flicht Tilman Hornig (Dresden) Bezüge zur Kunstgeschichte in seine Werke ein. Voll hintergründigem Witz verwendet er kunsthistorische Zitate, um seine eigenen Bildwelten mit Allegorien, Geschichten, Erinnerungen und vor allem Fremdkörpern sowie Ungereimtheiten zu versehen. Gattungsübergreifend verbindet er Malerei, Skulptur und gefundenes Material zu einer Installation im zentralen Kuppelraum. In seinen metaphorischen Fotoserien behandelt Ulrich Gebert (Leipzig) anhand des Verhältnisses vom Menschen zu seiner Umwelt das Thema von normativen Kategorien und Ordnungsphantasien der Moderne. Die Motive mit brisanten sozialen und gesellschafts-politischen Inhalten zeichnet eine kritische, aber nicht an reißerischen Effekten interessierte Bildsprache aus, wie seine jüngste Arbeit Amerika über Migration oder der Zyklus Sie und Wir über die Folgen des Terrorangriffs vom 11. September 2001 offenbaren. Andreas Hildebrandt (Dresden) zeigt Malereien und Papierarbeiten, deren Motive aus Landschaften, Architekturen, geometrischen Formen und Menschen zusammengesetzt sind. Er nutzt die Malerei im Sinne eines Trägers visueller Informationen, die sowohl aus wieder erkennbar Dargestelltem als auch aus rein malerischen Spuren bestehen. Die Betonung des physischen Aspekts der Bilder hat eine distanzierende Funktion, die den Gegenstand von einer Vereinfachung auf ein eindeutiges Bildthema befreit. Zur Ausstellung erscheinen vier Einzelkataloge (auch im Schuber erhältlich) sowie vier hochwertige Künstlereditionen.
Die Marion Ermer Preis 2007 EDITIONen sind ab dem 30. November 2007 in der Ausstellung der Preisträger im Oktogon der Hochschule für Bildende Künste Dresden erhältlich.
Versand nach Absprache möglich (zzgl. Versandkostenpauschale)
Bestellungen der Künstler-Editionen über:
Telefon: 0351/4926716
Telefax: 0351/4952023
E-mail: presse[at]serv1.hfbk-dresden.de
E-mail: info[at]marion-ermer-stiftung.de
Die Marion Ermer Stiftung zur Förderung von Kunst und Kultur verleiht den Preis bereits zum siebten Mal leistet damit einen konstruktiven Beitrag zur Förderung junger Künstlerinnen und Künstler in den neuen Ländern und deren künstlerischer Aus- und Weiterbildung. Marion Ermer selbst wurde 1993 für dieses Engagement mit einer Maecenas-Ehrung gewürdigt. Der Marion Ermer Preis richtet sich an Künstlerinnen und Künstler aus den Bereichen Malerei, Grafik, Bildhauerei und andere bildnerische Medien. Die Bewerber dürfen nicht älter als 35 Jahre sein und müssen ihren Erst- oder Zweitwohnsitz in den neuen Bundesländern (außer Berlin) haben und einen Studienabschluss an einer staatlichen Kunsthochschule oder einer vergleichbaren Einrichtung in Ostdeutschland (außer Berlin) vorweisen. Bewerben konnten sich weiterhin im Diplom befindliche Studierende oder Meisterschüler an einer dortigen staatlichen Kunsthochschule. Die Marion Ermer Stiftung zur Förderung von Kunst und Kultur hat den Marion- Ermer Preis im Jahr 2001 erstmals in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Bildende Künste Dresden vergeben. 2002 kooperierte die Stiftung mit der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Die Bauhausuniversität Weimar war 2004 und 2006 Partnerin bei der Auslobung. Hochschule für Bildende Künste Dresden Oktogon Georg- Treu-Platz 01067 Dresden
Bis 3. Februar 2008
Geöffnet Dienstag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr
Vom 21.12.07-2.1.08 geschlossen