Titel: Dresdner Anatomie

02. Mai 2014 - 04. Mai 2014
Ort: An verschiedenen Orten in Dresden

Dresdner Anatomie. Ein Fest-Spiel.
Ein Kooperationsprojekt des Studiengangs Bühnen- und Kostümbild der Hochschule für Bildende Künste Dresden mit der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden (Komposition) und der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig (Dramaturgie).

Was interessiert uns, wenn wir in die 250jährige Geschichte der Hochschule schauen? Wozu hat dieser Blick zurück uns in Hinblick auf aktuelle Haltungen, Fragen und künstlerische Praktiken angeregt? Die Sujets sind ebenso unterschiedlich wie die Aufführungsformen, die wir gefunden haben.

Kompositorische Annäherungen und szenische Raumerfindungen, situative Performances sowie ein installatives Konzert, inspiriert durch Sammlungsstücke aus dem umfangreichen Archiv der Hochschule und deren anatomischer Sammlung, bilden den vorläufigen Abschluss eines gemeinsamen künstlerischen und konzeptionellen Prozesses.


Projektbetreuung:
Prof. Dr. Barbara Büscher
Hochschule für Musik und Theater
„Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig
(Dramaturgie)

Prof. Barbara Ehnes (Bühnen- und Kostümbild),
Robert Lehniger (Regie)
Hochschule für Bildende Künste Dresden

Prof. Manos Tsangaris
Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden
(Komposition)


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Die Projekte

Richard Röbel, Sarah Hoemske, Raissa Kankelfitz, Anna Maria Münzner, Kora Tscherning
Anatomie Zerlegen
performatives Konzert für Stimme, Schauspieler und Ensemble mit historischen Nebeninstrumenten und Elektronik
Anatomisches Theater, Labortheater

Fr 2.5.14 um19.30 Uhr
Sa 3.5.14  um 19.00 Uhr Teil 1 und 20.00 Uhr Teil 2

Ausführende: auditivVokal und das Projektensemble der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden

Anna Maria Münzner, Richard Röbel, Kora Tscherning
AP217M BIS AP331M
Installation und Klangpräparate
durchgehend

Das Jubiläum der HfBK wird zum Anlass, die Geschichte der Anatomischen Sammlung zu durchstreifen. Im Labortheater der Güntzstraße ist ein Anatomisches Theater aufgebaut. An der Außenseite des hörsaalartigen Rondells erwartet die Besucher eine Ausstellung, die mittels Collagen von Präparaten und historischen Dokumenten das Vor- und Nachleben der gesammelten Objekte auferstehen lässt.
Im Inneren des Anatomischen Theaters findet eine Performance statt, in der das Anatomische zur Methode wird, zu einem Prozess des Auseinandernehmens und Neu-Zusammensetzens: Briefe aus dem Archiv werden verlesen, Videos von einem Tierpräparator treffen auf die Unterrichtsbeschreibung von Anatomieprofessoren. Historische Schichten werden freigelegt, aktuelle Erfahrungen und Sichtweisen angefügt. Die Musik reagiert auf historische Sedimente und integriert sie als kompositorische Substanz. Kammermusikstücke und Instrumente werden zur Sektion freigegeben, zerlegt: was bleibt sind elektronische Klangpräparate. Anatomie heute und damals werden einander gegenübergestellt um der Faszination für das Anatomische auf die Spur zu kommen. Und über allem schwebt die Frage: Was sind wir, wenn wir tot sind?

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Barblina Meierhans, Ariane Stamatescu, Christine Stein
MnemosynePhonographie
installatives Konzert für Phonographen und vier Stimmen

Fahrradkeller Güntzstrasse 34
Fr 2.5.14, 21.00 Uhr 

Ausführende: Projektchor der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden

Zwischen Sender und Empfänger ist von Beginn an die menschliche Stimme ein Mittler, die Stimme, die als Lautäußerung Gedachtes preisgibt, zur Klangquelle wird und als Kommunikationsträger dient. Laute werden aneinandergereiht, Sprache entsteht, indem sie vergeht, wobei sie im Gegensatz zur Schrift durch Tonhöhen, Betonungen, Lautstärke und Geschwindigkeit ein komplexeres Spektrum an Deutungen zulässt. Mündliche Überlieferung kann jeden Moment neu entstehen, ist jedoch der ständigen Gefahr ausgesetzt, dass das Mittlere im Laufe der Zeit verloren geht.

Phonographen gehören zu den ersten Tonaufzeichnungsgeräten. Die Erfindung, Vibrationen  stimmlicher Äußerungen durch Tiefenschrift auf Wachswalzen aufzuzeichnen, bedeutete eine Wende: Stimme kann für gewisse Zeit archiviert werden. Die stimmliche Äußerung kann ort- und zeitversetzt wiedergegeben werden, verliert die zwingende Bindung an eine direkte, zwischenmenschliche Übertragung. Die Übermittlung wird absolut.Doch Wachs ist vergänglich.Wir wagen einen Versuch, mit Stimme nichts zu sagen, Klänge für den Augenblick zu archivieren und Vergänglichkeit festzuhalten: Ein rauschhaftes  Scheitern.Dauer: 23 Stunden oder 23 Minuten

 

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Jeeyoung Shin, Lorenz Grau, Laura Busch
a round me
Performance
Güntzstrasse 34, 2. Stock

Fr 2.5.14 um 21.30 Uhr
Sa 3.5.14 um 21.00 Uhr

Die Auseinandersetzung mit der Kunst der Autoperforationsartisten und ein Interview, das sie mit Via Lewandowsky geführt hat, konfrontierte Jee Young Shin mit den eigenen und persönlichen Fremdheitsgefühlen. In ihrer Performance befragt sie ihre Identität – findet hier in diesem Land, weit weg von ihrer Heimat Südkorea, ein alltäglicher Selbstverlust und eine Deformierung ihrer Persönlichkeit statt? Oder ist es alles nur eine Frage der Perspektive?
Der Komponist Lorenz Grau und die Dramaturgin Laura Busch treten in einen Dialog mit Jee Young Shin.

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Nora Schruth, Marie-Elisabeth Rülke, Lorenz Grau
SchreiSchrein
eine Brunnenskulptur im Torbogengang des kleinen Gartens der Güntzstrasse 34
durchgehend

„Guckt hin! Auch wenn der Sehenswerdungsprozess ein schmerzhafter ist!“ Diese Aussage Micha Brendels war der Impuls für diese skulpturale Arbeit. Brendel war von 1982 bis 1987 Bühnenbildstudent an der HfBK Dresden und gründete mit seinen Kommiliton_innen Else Gabriel, Rainer Görß und Via Lewandowsky die „Auto-Perforations-Artisten“. Genau hinschauen: auf die Grenzgebiete der Sinn- und Wertstiftung durch Arbeit in unserer heutigen Gesellschaft, in der sich der Wert des Menschen allein durch seinen Output definiert – Workoholics, unsere heutigen Helden.

Faidra Chafta - Douka, Christine Ruynat
In between: echo
für vier Sängerinnen und zwei Trompeten

Deok-Vin Lee, Christine Ruynat

Immanente Zeit
für Sopran, Alt, Tenor, Bass
Sa. 3.5.14, Brühlsche Terrasse, Oktogon um 16 Uhr

Musikalische Interventionen in der Ausstellung

Ausführende: auditivVokal und Instrumentalisten der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden

In between: echo
Videoarbeiten vonChristine Ruynat
Über die kompositorischen Arbeiten von Faidra Chafta-Douka und Deok - Vin Lee  in der Güntzstrasse 34
durchgehend

Im Zentrum der ersten Phase dieses Projektes steht das Oktogon, das aufgrund seiner akustischen Qualität und als architektonisches Zeugnis der Dresdner Kunstausbildung zum Widerhall von Klängen und Kunstgeschichte einlädt. Die Kompositionen entstehen für diesen Raum und intervenieren akustisch in die aktuelle Ausstellung. Für die konzertante Performance entwirft Christine Ruynat Kostüme. In einer zweiten Phase folgt eine Installation aus bewegten Bildern dem künstlerischen Prozess der Komponistin und des Komponisten, zeigt kompositorische Vorgänge im Gespräch, stellt Fragen an Klangqualitäten und rückt die Kommunikation zwischen den Musikern ins Zentrum. Inspiriert wurde diese Arbeit von den Musikerbeobachtungen des ehemaligen Malereistudenten und späteren Professors an der HfBK, Robert Sterl.

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Susanne Hardt, Katharina Kreßler, Lukas Pohlmann
±107 - eine Raummodulation
Gang neben dem Labortheater

Fr 2.5.14 ab19.00 Uhr
Sa 3.5.14 jeweils um19.00, 20.00, 21.00, 22.00 Uhr
So 4.5.14 von 11.00-14.00 Uhr

Im 1. OG des HfBK Gebäudes Güntzstraße 34 befindet sich ein L-förmiger Flur.
Ein Raum ohne richtige Geschichte, ohne wichtige Gegenwart, ohne interessante Zukunft. So scheint es. Geplant als konzeptionelles Verbindungsstück zwischen Museum und Lehre, war er nach 1945 Restaurationswerkstatt und ist heute „einfacher“ Durchgang in der HfBK. Scheinbare Leere. In der Installation wird sein Nachlass zu erkunden sein, kann man das Echo eines anderen Heute hören und einen Blick in ein utopisches Morgen werfen. Objekte, Bilder, Sounds, Texte füllen den Flur. Ein Materialgeflecht entsteht, das gekoppelt an die individuelle Erforschung des Besuchers, unendliche Varianten einer Erzählung beschreibt.

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Amir Shpilman, Christine Stein, Jakob Ripp

Here I am, send me
für 4 Gesangssolist_innen und gemischten Chor

So 4.5.14 um11.00 und um 12.00 Uhr
Foyer des Labortheater

Ausführende: auditivVokal und der Projektchor der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden
Amir Shpilman, Christine Stein und Jakob Ripp planen die Aufführung der  Komposition „Here I am, send me!“. Grundlage ist der Bibeltext Jesaja 6, 1-8 aus dem Alten Testament. Er handelt von der Berufung des Propheten. Die Komposition ist geschrieben für 4 Solist_innen und einen Chor bestehend aus 16 Laiensänger_innen. Jakob Ripp übernimmt den Entwurf der Kostüme des Chors, der sich an der Alltagskleidung der Ausstellungsbesucher und -besucherinnen orientiert. Die Dauer der Komposition beträgt 12 Minuten. Es wird in Hebräisch und freien Lautsprachen gesungen.

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Mit freundlicher Unterstützung der Sparkassenversicherung Sachsen und dem Verein Talentschmiede e.V.

Tickets für „Dresdner Anatomie“ sind ab sofort bei lebert©hfbk-dresden.de zu reservieren.

Aufgrund der Vielzahl der Projekte, und der unterschiedlichen Start- und Laufzeiten bitten wir Sie, in der Mail folgendes unbedingt anzugeben:

Ihr Name
Tag
Titel des Projektes
xxxxxxxxxxxxxxxxx (z.B. Mnemosyne oder a round me)
Uhrzeit
XXXXXXXXXXXXXXXXX
Kartenanzahl mit Kategorie
(ermäßigt – Schüler/Studenten 2,50Euro, normal 5 Euro

Beim Kauf mehrerer Karten wird eine Ermäßigung von 50 % ab der zweiten gekauften Karte  je Person gewährt.

Beispiel – Ticketwunsch:
Max Mustermann, 02.05.
Mnemosyne
22.30 Uhr, 1 x ermäßigt + 2 x normal

Wir freuen uns auf Ihre Reservierungen! Die Tickets können an der Abendkasse abgeholt werden.

Bitte beachten Sie: Tickets für den 3.5. sind ausschließlich über das Staatsschauspiel Dresden im Rahmen der langen Nacht der Theater erhältlich!


Hier finden Sie das Programm als download

Dresdner Anatomie