Antrittsausstellung Prof. Barbara Wille und Prof. Robert Klümpen

26. Mai 2016 - 19. Juni 2016
Startzeit: 19:00 Uhr
Stoppzeit: 18:00 Uhr
Ort: Oktogon

Eröffnung
26.5.2016 um 19 Uhr

Es sprechen der Rektor, Matthias Flügge und Susanne Greinke, Kuratorin der HfBK Dresden.

"In Robert Klümpens oft großformatigen und farbkräftigen Gemälden sind zwei gegensätzliche Impulse in ein spannungsvolles, labiles Gleichgewicht gebracht. Einem virtuosen Schwelgen in der sinnlichen Fülle der malerischen Mittel steht, insbesondere in seinen neuesten Bilder, ein Hang zu fast minimalistischer Reduktion gegenüber. Deutlich erkennbare Motive wie auf den früheren Bildern, etwa Kioskbuden, Straßenlaternen oder Kircheninterieurs, tauchen nicht mehr auf. Übrig bleibt gleichsam nur noch die meist nächtliche Beleuchtung. Das mit unterschiedlichen malerischen Techniken, mit dem Pinsel oder mit der Sprühdose, auf die Leinwand Gebrachte wird zum großen Teil wieder abgerieben oder –gewaschen.
Die stoffliche Präsenz des Bildträgers ist einerseits fast wie eine Barriere betont; andererseits entsteht der Eindruck, dass sich jede greifbare Materialität in einen unbestimmten Tiefenraum auflöst. Die Bilder scheinen von hinten zu leuchten oder ein diffuses Licht seine Oberfläche zu streifen. Auch zeichenhafte Signets und an Kalligraphien erinnernde Liniengefüge, wie Sprayern auf Haus- und andere Wänden hinterlassen, sind wie in geisterhafte Lichterscheinungen verwandelt." (Ludwig Seyfarth)

Im Zentrum Barbara Willes künstlerischer Arbeit steht ihre Beziehung zu Raum und Dinglichkeit. Hierbei interessieren sie die Grenzflächen, Berührungen und Übergänge. Das lichte Maß des Raumes, das mit Berührung zu tun hat, verortet eine Membran, die zwischen der Abstraktheit des Raumes und dessen sinnlicher Erfahrbarkeit vermittelt.
Sie ist fasziniert von bildgebenden Verfahren wie dem Schnitt und der Intarsie, durch die sich ganz unmittelbar ein Gegenstand ins Bild setzten lässt. Schnittbilder von Gegenständen realisiert sie als Intarsienobjekte und als Wandintarsien.
Die Fotointarsie ist eine Arbeitsweise, bei der ein Teil des Intarsienobjekts bereits der Sphäre des Bildes entstammt. Die Abstraktion der Fotografie fügt sich mit der unmittelbaren Dinglichkeit von Objekten zu einem Bild.
Für unser Sehen ergeben sich an den Rändern widersprüchliche Wahrnehmungen, die wir jedoch bereit sind, dem fotografischen Blick zu opfern. Ein Trompe l ́Oeil der Fotografie. Die Fotointarsien sind, was sie zeigen: ein auf eine weiße Wand montiertes Konstrukt.

 

Hochschule für Bildende Künste Dresden
Georg-Treu Platz
01067 Dresden
Von Dienstag bis Sonntag
Geöffnet 11-18 Uhr