Vortragsreihe // "Wer schreibt Kunstgeschichte?"

18. Juni 2018
Startzeit: 18:30 Uhr
Stoppzeit: 20:00 Uhr
Ort: Aktsaal der Hochschule für Bildende Künste Dresden, Brühlsche Terrasse 1, 01067 Dresden


Wird Kunstgeschichte von Kunsthistorikerinnen und Kunsthistoriker geschrieben? Sind es der Markt, die privaten Sammler oder der Skandal, der manchmal gesellschaftlich relevante Diskurse anstößt, die einem Werk zum Durchbruch verhelfen? Welche Rolle spielen ästhetische Maßstäbe? Was überhaupt heißt „Kunstgeschichte“? Ist es ein Ordnungswerk der Kanonisierung, in dem allein für die Großen Platz ist, für Picasso und Joseph Beuys? Wie sähe eine nicht-hierarchische Systematik der Kunstgeschichtsschreibung aus? Wie verändert sich die europäische Kunstgeschichte aus globaler Perspektive?

Die Vortragsreihe der Sächsischen Akademie der Künste in Kooperation mit der Hochschule für Bildende Künste und dem Fachbereich Kunstgeschichte des Instituts für Musik- und Kunstgeschichte an der Technischen Universität Dresden wird Antworten auf manche der vielen Fragen geben und vielleicht noch mehr Fragen aufwerfen. 




Rembrandt forever!


Prof. Dr. Jürgen Müller, TU Dresden

Einführung und Moderation: Prof. Dr. Wolfgang Holler, Generaldirektor Museen Klassik Stiftung Weimar


Der Niederländer Rembrandt Harmenszoon van Rijn (1606-1669) wird seit dem 19. Jahrhundert als Ausnahmekünstler erachtet. Dabei sind es nicht nur seine Bilder, sondern auch sein Charakter, der Künstler, Kunstschriftsteller und Philosophen zu faszinieren scheint. Doch schaut man auf die frühen Biographien eines Joachim von Sandrart oder Filippo Baldinucci, so sticht die Geringschätzung seiner Werke durch diese klassizistischen Autoren ins Auge. Dem Leidener Künstler wird Unkenntnis, wenn nicht gar Ignoranz gegenüber der italienischen Kunst eines Raffael und den Werken der Antike vorgeworfen. Doch wie verhält sich diese Abwertung zu seiner späteren Popularität? Wie können solche negativen Urteile im Laufe der Rezeptionsgeschichte umgedeutet werden? Der Vortrag von Jürgen Müller wird in exemplarischer Form einige Werke, vor allem aber die Wirkungsgeschichte Rembrandts vorstellen und dabei bis in die filmische Tradition der Biopics des 20. Jahrhunderts ausgreifen. 



Weitere Vortragstermine sind im Wintersemester 2018/19 geplant.



Vortrags- und Diskussionsreihe in Kooperation mit der Hochschule für Bildende Künste Dresden und dem Institut für Kunst- und Musikwissenschaft der TU Dresden