Kafka-Abend // Eine Stückentwicklung nach Texten von Franz Kafka

06. April 2019 - 07. April 2019
Startzeit: 19:30 Uhr
Stoppzeit: 21:30 Uhr
Ort: Labortheater der HfBK Dresden, Güntzstraße 34, 01307 Dresden

Mit Kim Bormann, Regina Speiseder
Regie und Konzept Wolfgang Nägele
Bühne und Kostüme Andrea Fippl


Dramaturgie und Konzept Meret Kündig

Zum Stück


Franz Kafka - wie kein anderer Autor skizziert er das Unbehagen des Einzelnen in einer ihn feindlich umgebenden Welt. Willkürliche Mächte überrollen das Individuum, das sich immer tiefer in unerklärliche Schuldkomplexe verstrickt. Der Schauplatz des Kampfes verlagert sich ins Innere. Der Trieb kämpft gegen die Selbstkontrolle, das Pflichtbewusstsein gegen die Selbstverwirklichung. Ob stoisch-störrischer Hungerkünstler oder geschäftig-paranoides Tier in seinem Bau -  das Warum bleibt im Dunkeln, das Wie dagegen wird genüsslich seziert. Diese Kämpfe nehmen oft absurde Züge an und erinnern in ihrer virtuosen Tragikomik an den Stummfilmkünstler Buster Keaton. Auch Kafka selbst befindet sich Zeit seines Lebens im Ringen mit sich selbst. Er verachtet seinen schwächlichen Körper abgrundtief und leidet unter der vermeintlichen Unproduktivität seines Geistes. Mit seinem künstlerischen Schaffen ist er notorisch unzufrieden. Er ernährt sich streng vegetarisch, macht täglich gymnastische Übungen und besucht diverse Sanatorien, wo er bei Luftbädern Kraft für neue Leistungen schöpft. Kafka und seine Figuren befinden sich im Modus der unermüdlich selbstzerstörerischen und dabei vermeintlich selbstbestimmten Optimierung ihres Selbst im Namen einer unbekannten Macht. Hier treffen sie sich mit der kapitalistischen Lebensrealität unserer Gegenwart, in der jeder seines eigenen Glückes Schmied und die Selbst-verwirklichung Pflicht ist.


Video Marc Buyny
Texte aus:
Ein Hungerkünstler, Der Bau, Blumfeld, ein älterer Junggeselle, Der Prozess, Poseidon, Tagebücher

 

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