Kunstgeschichte

Lehrveranstaltungen Sommersemester 2019


Friederike Sigler M.A.

Profil

Moderne und zeitgenössische Kunst, Theorien der Materialität, Kunst und Politik, Bildwissenschaft, immaterielle Arbeit und künstlerische Strategien des Widerstands

 

Projekt- und Ausstellungsseminar zusammen mit Irène Mélix

Geschichte und Widerstand (neu-) schreiben: Die HfBK Dresden im Jahr 1933

Dienstags, 11:00-12:30 Uhr
Beginn: 16.04.2019
Güntzstr. 34, Raum 229

Kurz nach der Machtübernahme der Nazis wurden an der Dresdner Kunstakademie Feierlichkeiten abgehalten und sogleich die Hakenkreuz-Flaggen gehisst. Einen Tag später, am 9. März 1933, fand dasselbe Spektakel an der Kunstgewerbeakademie statt – allerdings unter lautstarkem Protest: während der Feier versammelten sich 16 Studierende und zwei Ehemalige im Treppenhaus und stimmten gemeinsam die „Internationale“ an. Über die Folgen lässt sich zu diesem Zeitpunkt bloß spekulieren. Wer waren die 18 (Ex-)Studierenden, die für den Widerstand gegen das aufkommende Nazi-Regime ihr Leben aufs Spiel setzten? Und was geschah mit ihnen, nachdem alle antifaschistischen, kommunistischen, „nicht-arischen“ und jüdischen Studierenden aus der Hochschule geschmissen, verfolgt und/oder verhaftet wurden?

Das Seminar knüpft an diesen historischen Leerstellen an mit dem Ziel, mehr über den Akt des Widerstands herauszufinden sowie über all die weiteren Schicksale jener Studierenden, die 1933 der brutalen Auslese der Nazis zum Opfer gefallen sind. Die Recherche wird einen Teil des Seminars ausmachen, der zweite Teil setzt bei der Frage des Zeigens von und Erinnerns an Geschichte an. Zunächst werden dazu künstlerische Strategien diskutiert, die sich solchen Fragestellungen bereits angenommen haben (u.a. Center for Historical Reenactments (CHR), Ulrike Grossarth, Christian Boltanski, Susan Philipsz, Walid Raad / The Atlas Group). Anschließend wird es um die Frage gehen, wie die HfBK den Opfern des Nationalsozialismus in Zukunft gedenken kann. Am Ende des Seminars steht dann eine gemeinsam kuratierte Ausstellung im Senatssaal, die im Juli 2019 eröffnen und erste Forschungsergebnisse präsentieren wird.

Einführende Literatur

After Images – Kunst als soziales Gedächtnis. Ausst.-Kat.: Neues Museum Weserburg Bremen. Frankfurt a.M. 2004; Aleida Assmann: Der lange Schatten der Vergangenheit: Erinnerungskultur und Geschichtspolitik. München 2018; Deep storage. Sammeln, Speichern, Archivieren in der Kunst. Ausst.-Kat.: Haus der Kunst. München 1997; Dresden. Von der Königlichen Kunstakademie zur Hochschule für Bildende Künste 1764-1989. Dresden 1990; Stephan Weber: „Die Gleichschaltung der Kunstakademie“, in: Dresdner Hefte 77, 2004, 26-35.

Module: Fakultät I, 4 & 8 (Bildende Kunst); Fakultät II, 11 (Bühne); T2 & T3 (FHS); M8A/B & M13 (Restaurierung)

 

Offener Dialog

Ateliergespräche

Termine nach Vereinbarung
Beginn: 09.04.2019
Ort nach Vereinbarung
sigler@hfbk-dresden.de

Ateliergespräche dienen der Präsentation und gemeinsamen Diskussion laufender oder in Planung befindlicher künstlerischer Projekte. Ziel ist eine kritische Reflexion und Klärung der eigenen Arbeit und Ansprüche im Gespräch, das unter anderem dazu beitragen sollte, die Möglichkeiten und Fähigkeiten zur Verbalisierung und begrifflichen Artikulation zu schärfen. Zur Sprache kommen sollten dabei historische Horizonte wie aktuelle Kontexte, einschließlich der eigenen Arbeitsbedingungen. Die Initiative zum Gespräch geht gleichermaßen von Studierenden wie Lehrenden aus. Ort und Zeit werden gemeinsam festgelegt.