Kunstgeschichte

Lehrveranstaltungen Sommersemester 2019


KERSTIN FLASCHE MA

Profil

Moderne und zeitgenössische Kunst, Geschichte und Theorie der Materialästhetik, insbesondere organischer Stoffe und mineralischer Naturalien, nicht-menschliche Einflüsse und Prozesse in der Kunst, Möbeldesign, Mode, Populärkultur, sowie transdisziplinäre Methoden, Gendertheorie und kuratorische Praxis.

Büro

Güntzstraße 34, Raum 206

 

Seminar

Kunst, Handwerk und Geschlecht - Was bringt das Bauhausjubiläum?

Dienstags, 15:30 - 17:00 Uhr
Beginn: 09.04.2019
Güntzstraße 34, Raum 227

Bauhaus 100. 2019 steht ganz im Zeichen moderner Architektur, Kunsthandwerk und Design, sowie der Geschichte und dem Wirken der revolutionären Kunsthochschule. Dabei wird der Fokus auch auf die Rolle von Frauen* in der Designgeschichte gelegt (vgl. z.B. die Ausstellung „Gegen die Unsichtbarkeit – Designerinnen der Deutschen Werkstätten Hellerau“  im Japanischen Palais Dresden, Frühjahr 2019). Das ist nicht wunderlich, denn Designgeschichte geht Hand in Hand mit der Geschichte von Frauen* in kreativen Berufen, war doch Frauen* der Zugang zu Kunsthochschulen lange Zeit nur in angewandten Fächern möglich. 462 Künstler*innen studierten am Bauhaus, doch diese haben in der Folge deutlich weniger Aufmerksamkeit bekommen, als ihre männlichen Kollegen – Frauen* waren zum Teil mit systematischer Aberkennung von kreativem Vermögen konfrontiert. Dieses Abdrängen weiblicher Akteurinnen hängt – wie mir schwant – noch mit einem weiteren Grenzkonflikt zusammen: der Schwelle zwischen angewandter und bildender Kunst.

Im Seminar widmen wir uns der Frage, was das große Jubiläumsjahr der Designgeschichte für die Dresdner Kunsthochschule heute bedeuten kann. Mit geladenen Gesprächspartner*innen (Alumni, Professor*innen, Werkstattleiter*innen, externen Gästen) sollen Genderaspekte in künstlerischen Bereichen befragt werden. Referate werden nicht in erster Linie Walter Gropius, sondern Marianne Brandt (Produktdesignerin), Lucia Moholy (Fotografin), Margarete Heyman (Keramikerin), Lilly Reich (Designerin), Anni Albers und Gunta Stölzl (Textildesignerinnen) gewidmet. Die Membran zwischen bildender und angewandter Kunst könnte durch Grenzgänger*innen perforiert werden. Angestrebt wird ein Versuch, das Design-Jubiläum nicht nur über die Historie des Bauhauses, sondern auch über die Geschichte und Gegenwart der HfBK fruchtbar zu machen.                                                 

Literatur

-       Baumhoff, Anja: „… und sind doch alle auf das Bauhaus hin entworfen“. Strategien im Umgang mit geschlechtsspezifisch geprägten Mustern in Kunst und Handwerk am Bauhaus Weimar. In: John, Jennifer / Schade, Sigrid (Hg): Grenzgänge zwischen den Künsten: Interventionen in Gattungshierarchien und Geschlechterkonstruktionen, Bielefeld 2008, S. 63-80 [Online-Ressource]-       Müller, Ulrike: Bauhaus-Frauen: Meisterinnen in Kunst, Handwerk und Design. Berlin 2014 [KG 2500 Mülle 2015/1104.]-       Wortmann Weltge, Sigrid: Bauhaus-Textilien: Kunst und Künstlerinnen der Weberwerstatt. Schaffhausen 1993 [KG 2500 Wortmann]

Module

Fakultät I: 4 & 8 (Bildende Kunst); Fakultät II: 11 (Bühne); T2 & T3 (FHS); M8A/B & M13 (Restaurierung)

Offener Dialog

Ateliergespräche

Termine nach Vereinbarung
Beginn: 09.04.2019
Ort nach Vereinbarung
Flasche©hfbk-dresden.de
für Fakultät I und Fakultät II

Ateliergespräche dienen der Präsentation und gemeinsamen Diskussion laufender oder in Planung befindlicher künstlerischer Projekte. Ziel ist eine kritische Reflexion und Klärung der eigenen Arbeit und Ansprüche im Gespräch, das unter anderem dazu beitragen sollte, die Möglichkeiten und Fähigkeiten zur Verbalisierung und begrifflichen Artikulation zu schärfen. Zur Sprache kommen sollten dabei historische Horizonte wie aktuelle Kontexte, einschließlich der eigenen Arbeitsbedingungen. Die Initiative zum Gespräch geht gleichermaßen von Studierenden wie Lehrenden aus. Ort und Zeit werden gemeinsam festgelegt.