Das Profil der Hochschule für Bildende Künste Dresden

Im  Jahr 2014 feiert die Hochschule für Bildende Künste Dresden ihr 250-jähriges Bestehen. Die „Allgemeine Kunst-Academie der Mahlerey, Bildhauer-Kunst, Kupferstecher-  und Baukunst“ wurde 1764 im Auftrag von Kurfürst Friedrich Christian gegründet und war die Nachfolgeeinrichtung der 1680 gestifteten ersten „Zeichen- und Malerschule“. Damit gehört die Dresdner Kunstakademie zu den ältesten Ausbildungsstätten für Bildende Kunst in ganz Europa. Zeitgenössisch und geschichtsbewusst präsentiert sie sich im Jubiläumsjahr und stellt die Unverzichtbarkeit von schöpferischem Denken und Tun in den Mittelpunkt.

Das Jubiläum ist für unsere Hochschule kein Ritus der Selbstfeier, sondern ein willkommener Anlass, die Öffentlichkeit in die Diskussionen über Kunst und künstlerische Lehre der Gegenwart und Zukunft einzubeziehen. Für eine Gesellschaft, die damit befasst ist, ihre eigenen Handlungsspielräume immer weiter einzuengen, sind künstlerische Lebens- und Produktionsstrategien von existentieller Bedeutung. Darauf müssen wir täglich hinweisen.“ (Matthias Flügge - Rektor)

An der Hochschule für Bildende Künste Dresden studieren derzeit knapp 650 Studierende in fünf Studiengängen. Durch ihre Studiengänge ist die Hochschule intensiv und praxisnah mit dem Kosmos der zeitgenössischen bildenden Kunst, dem Theaterleben, der Kulturgütererhaltung und den Schnittstellen von Kunst und sozialen Fragestellungen verbunden.
Der Studiengang Bildende Kunst hat eine große Tradition und zugleich den Anspruch, in die Gegenwart und in die Zukunft hinein zu wirken. Der Studiengang Kunsttechnologie, Konservierung und Restaurierung von Kunst- und Kulturgut widmet sich der Aufgabe vor allem die künstlerischen Werke der Vergangenheit zu bewahren. Die Studiengänge Bühnen- und Kostümbild und Theaterausstattung arbeiten hingegen für den vergänglichen Moment des Geschehens im Theater oder anderen temporär begrenzten Inszenierungen. Im Aufbaustudiengang KunstTherapie verbinden sich künstlerische Herangehensweisen mit therapeutischen Ansätzen.
Während ihrer langen Geschichte, in der zahlreiche berühmte Künstler gewirkt haben – die Akademie wurde 1764 gegründet - hat sie sich immer wieder gewandelt. Die ganz besondere Mixtur der Studiengänge sorgt heute für eine unverwechselbare Atmosphäre.


Die Hochschulgebäude – sie verteilen sich auf drei Standorte - sind ein weiterer Teil des „genius loci“,  wie die einzigartiger Atmosphäre der Akademie umschrieben werden kann. Wer das imposante Gebäude auf der Brühlschen Terrasse besucht, einen Blick in die bemerkenswerte Ausstellungshalle Oktogon wirft, der spürt dieses besondere Klima. Dies gilt auch für den kürzlich sanierten Hochschultrakt in der Güntzstraße oder die lichtdurchfluteten Ateliers und Werkstätten für die Bildhauer auf der Pfotenhauerstraße.
Für das Studium steht eine Vielzahl von künstlerisch-praktischen Werkstätten zur Verfügung. Die Werkstätten für Lithografie, Siebdruck, Radierung, Holzschnitt, Typografie, Lichtbild/Fotografie, Handeinband, die Werkstatt für Maltechnik und das offene Medienlabor, sind im Gebäude auf der Brühlschen Terrasse untergebracht. Die Werkstätten für Abformungen, Bronzegießerei, Metallguss, Metallverarbeitung, Kunststoffverarbeitung und Keramik befinden sich in Gebäuden auf der Pfotenhauerstraße. Holzverarbeitungswerkstätten und das Videostudio sind in der Güntzstraße angesiedelt. In den einzelnen Studiengängen gibt es zudem fachspezifische Einrichtungen, z.B. ein Färberaum für die Theaterausstattung oder den auf höchstem Niveau ausgestatteten Labortrakt für die Restauratoren.
Im Labortheater, einem architektonisch und technisch hochmodern sowie praxisnah ausgestatteten Bühnenversuchsraum, der im Jahre 2000 neu etabliert wurde, arbeiten insbesondere die Studierenden des Studienganges Bühnen- und Kostümbild und des FH-Studiengangs Theaterausstattung. Der variable funktionalistische Bühnenraum bietet ausgezeichnete Bedingungen für szenische und bildnerische Raumexperimente, Studien und Projekte die hier einer interessierten Öffentlichkeit vorgestellt werden können.
Herausragend ist ein ganz besonderer Ausstellungsraum, das Oktogon. Auf 800 qm finden dort Ausstellungen statt, die eng mit der Lehre verbunden sind. Die Hochschule konzipiert und kuratiert eigene Ausstellungen und lädt Partner aus dem In- und Ausland in dieses Forum für zeitgenössische Kunst ein, das sich als Labor versteht, in dem künstlerische Entwicklungsarbeit stattfindet. Mitte Juli eines jeden Jahres findet hier und in den angrenzenden Ateliers die Diplomausstellung statt, die zusammen mit der parallel stattfindenden Jahresausstellung einen umfassenden Einblick in die Lehre und die Studienergebnisse ermöglicht.

Clip von Katharina Groß (5. Stj.): New Game

Clip von Katharina Groß (5. Stj) Komposition (Beobachtungen im Studiengang Bühnen- und Kostümbild)