Wenn im Juli jeden Jahres die Prüfungen im Studiengang Bildende Kunst anberaumt werden, dann ist die dazugehörige  Ausstellung nicht mehr fern. Sie hat sich zu einem Höhepunkt des Studienjahres entwickelt und die Besucherzahlen gehen in die Tausende, die beileibe nicht nur aus Dresden stammen. Die Aufgabe, der sich in diesem Jahr Kuratorin Katharina Schlieben und die Professorenschaft der HfBK Dresden stellen müssen, ist von beachtlicher Komplexität. Es gilt für jeden  Diplomanden Orte zu finden, die den jeweiligen  Arbeiten gerecht werden. Wohin mit Nadia Poppes sensiblen, in schwarzer Gouache oder Tusche gemalten Porträts? Wie umgehen mit dem Projekt von Nora Hermann, die mit organischen Stoffen (Haare, Gemüse, Seife, Brot, Zucker, Kartoffelbrei!!!) arbeitet und sich mit den Gegensätzen von Schönheit und Ekel beschäftigt? Die Medienvielfalt reicht von Druckgrafiken wie im Falle von Tanja Pohl und Karla Neumeyer  bis zu Objekten, z.B. von Florian Luber im Oktogon, der eine Kugelbahn mit zahlreichen Verzweigungen entwickelt hat. Traditionell stark vertreten sind im Diplomjahrgang 2010 die malerischen Positionen, darunter Philip Gloger, Nina Holzweg, Juliane Melches, Viktoria Graf oder Franziska Semtner. Die Reflexion des eigenen Tuns und dessen Ortsbezug bündeln sich im Dokumentarfilm von Daniela Lorenz, die der Frage nachgeht - wie wird heute an der HfBK Dresden gelehrt?
Dieses Jahr weniger vertreten ist die Fotografie; einer, der sich diesem Medium widmet, ist Stefan Krauth, dessen Arbeiten sich im Pentagon Ost finden.

Performatives wie bei Juliane Schmidt, die im zentralen Oktogon ihren Platz hat, trifft auf eine installative Arbeit von Moritz Liebig, gleich nebenan Su-ran Sichling in der Bibliothek, ebenfalls mit einer Installation. Poetisch-zarte Reliefs von Michiko Nakatani finden sich in einem der Ateliers auf der Nordseite ebenso eine Installation Henriette Aichingers.

„Man kann einen Menschen nichts lehren, man kann ihm nur helfen, es in sich selbst zu entdecken.“ Diesen Ausspruch, der Galileo Galilei zugeschrieben wird, könnte man den Grundsatz der Lehrenden nennen, die die Diplomanden bis zu dieser Ausstellung begleitet haben. Für die Besucher könnte dieser Gedanke ein Wegweiser durch die Ausstellung und für die eigenen Entdeckungen sein.

Diplomausstellung im Oktogon, dem Senatssaal und Ateliers bis 5. 9.2010

Zugang Georg-Treu Platz
Von Dienstag bis Sonntag
Geöffnet 11-18 Uhr

Zur Ausstellung erscheinen ein Katalog und eine Edition.
Die Diplomausstellung und der begleitende Katalog werden unterstützt durch:
Stiftung Kunst und Kultur der Stadtsparkasse Dresden
Sparkassenversicherung Sachsen
Freundeskreis der HfBK Dresden