Kritische Masse

Ausstellung im Oktogon der Hochschule für Bildende Künste Dresden
Kuratiert von Dr. Jule Reuter
Eröffnung: 20.10.2011 um 19 Uhr

Im Oktogon der Hochschule für Bildende Künste Dresden werden – zeitgleich zur Ausstellung „Neue Sachlichkeit in Dresden“ im Lipsiusbau – Positionen jüngerer zeitgenössischer KünstlerInnen vorgestellt, die sich ähnlich vehement wie Otto Dix seinerzeit, mit der Frage auseinandersetzen wie gesellschaftliche Verhältnisse und Entwicklungen kritisch untersucht, gedeutet und auch verändert werden können.Das veristische Credo von Dix "Es gilt die Dinge zu sehen, wie sie sind" wird in unserer medial bestimmten Gesellschaft künstlerisch anders eingelöst als in den 1920er Jahren. Dennoch bleibt der darin formulierte ethische und zugleich analytische Anspruch aktuell und wird von Künstlerinnen und Künstlern auf unterschiedliche Weise interpretiert.Künstlerische Arbeiten in diesem Kontext lassen sich jedoch heute nicht mehr unter Stilkriterien wie „Sachlichkeit“ oder „Verismus“ fassen. Die Ausstellung wird deshalb verschiedenen künstlerischen Ansätzen nachgehen.Ausgangspunkt sind die Fragen: Welche gesellschaftlichen Themen und Bereiche stehen im Fokus künstlerischer Analyse? Und welche künstlerischen Formen und Verfahren werden gewählt, um „Dinge“ kenntlich zu machen? Wie wird die eigene Rolle als Künstler dabei gesehen?

Der Titel „Kritische Masse“ ist ein Begriff, der sowohl in der Kernphysik als auch in der Spieltheorie sowie als Critical mass in der sozialen Protestkultur verwendet wird. Er wird im Kontext der Ausstellung metaphorisch verstanden.Eine kritische Masse bezeichnet im Rahmen der Spieltheorie reinen Schwellenwert. Ist dieser erreicht, wird innerhalb eines gruppendynamischen Prozesses ein selbsttragender Effekt ausgelöst, bei dem sich ein bestehendes Gleichgewicht zu einem anderen verschieben kann.
Davon ausgehend werden in der Ausstellung gedanklich energetische und soziale Prozesse in Bezug zueinander gesetzt. Im Subtext deutet „Kritische Masse“ auch die Gefahr einer Überreaktion, den Übergang in einen Zustand des Unkontrollierbaren an.
In der Ausstellung werden Arbeiten von Ulf Aminde, bankleer, Yael Bartana, Peggy Buth, Nick Crowe & Ian Rawlinson, Lutz Dammbeck, Ingo Gerken, Paule Hammer, annette hollywood, Sven Johne, Antonia Low und Marina Naprushkina zu sehen sein.

Ausstellung vom21.10. – 20.11.2011
Oktogon der HfBK Dresden
Georg-Treu-Platz
Dienstag - Sonntag
Geöffnet 11-18 Uhr