Die Ausstellung eröffnet ein breites Spektrum von medialen Herangehensweisen, das vom Musikvideo und der interaktiven Soundinstallation bis zur Performance reicht, und verdeutlicht damit die besondere Ausrichtung der Kunstuniversität Linz auf Intermedialität und auf Raumstrategien in Verbindung mit klassischen Kommunikations- und Gestaltungsformen.
Die noch junge Lehrstätte, die 1973 als Hochschule für künstlerische und industrielle Gestaltung (als Nachfolge der Kunstschule der Stadt Linz) gegründet wurde, erhielt 1998 den Status einer Universität. Mit ihrem vielschichtigen und innovativen Lehrangebot legt sie Wert auf die Vermittlung von Querschnittskompetenzen und fördert die Auseinandersetzung mit interaktiven, digitalen Potentialen aus verschiedenen Perspektiven.
Diesem fachübergreifenden Lehransatz tragen die im Oktogon der HfBK gezeigten Arbeiten, die aus der in Linz jährlich veranstalteten Ausstellung „Best off…“ ausgewählt wurden, in besonderer Weise Rechnung.

Den Soundinstallationen von Reinhard Gupfinger und der Gruppe FAXEN (Clemens Mairhofer, Lucas Norer, Sebastian Six) sowie der Lichtinstallation von Florian Voggeneder liegen komplexe technische Systeme zugrunde, die durch die Bewegungen des Betrachters und/ oder die Raumresonanz unterschiedlich beeinflusst werden. So werden ausgehend von Gupfingers „Interactive Infrasonic Environment” tiefe Töne durch das Oktogon hallen, während FAXEN ein aerophones System vorführt, in dem sich Klänge selbst generieren.
Drei weitere Positionen setzen sich mit den verschiedenen narrativen, auditiven und visuellen Potentialen des Mediums Film auseinander. Christian Dietl & Luzi Katamay interpretieren die populäre Form des Videoclips neu, während Katharina Loidl ein bekanntes Logikrätsel mittels historischen Scherenschnitts filmisch animiert. Alexander Kremmers stellt die Frage nach dem künstlerischen Kodex und seiner medialen Darstellung, indem er ein bekanntes Fernsehformat, den Workshop „The Joy of Painting“ von Bob Roos, ad absurdum führt.
Der bildkritische Ansatz setzt sich auch in dem wandbreiten Vorhang von Sarah Decristoforo fort. Sie fügt anstelle idyllischer und bukolischer Szenen in traditionellen französischen Stoffen Figuren terroristischer Gruppierungen in das Muster ein und nimmt auf die mediale Gegenwart Bezug. Catharina Bamberger ironisiert mit einem Siegerpodest aus Schaumstoff hierarchisches Denken und seine ritualisierte Manifestation im Alltag, während Elisabeth Altenburg ganz antihierarchisch weiche, kissenartige Objekte dem Besucher zum Ausprobieren überlässt.

Verena Schoißengeyrs architektonischer Raumentwurf geht auf Siedlungsformen entlang der österreichischen Grenze ein, erweitert oder verdichtet sie mittels einzelner, touristisch nutzbarer Schlafboxen und spannt den gedanklichen Bogen vom Ausstellungsraum zur Landschaft.

Die Reihe „Schools of Art“ wünscht sich neben dem Ausstellungsprojekt einen vielfältigen transnationalen und interdisziplinären Dialog. Neben dem Zusammentreffen von Studierenden und Lehrenden der verschiedenen Kunsthochschulen und dem Austausch über die eigene künstlerische Praxis werden Fragen der Vermittlung von Kunst und die Rolle der Kunsthochschulen in der Wissensgesellschaft diskutiert.

Die Projektreihe ist bilateral angelegt und sieht die Präsentation von Arbeiten Dresdner Studierender und ihren Aufenthalt in Linz im Herbst 2011 vor.

20.5.- 19.6.2011
Oktogon der Hochschule für Bildende Künste Dresden
Georg-Treu-Platz
01067 Dresden

Dienstag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr