Innerhalb des Gesamtumfanges der archivierten künstlerischen Objekte der HfBK stellt die anatomische Sammlung mit ihrem interdisziplinären Anspruch eine Besonderheit dar. Die Lehrmittel, von denen einzelne Stücke bis zu 200 Jahre alt sind, dienten über viele Jahrzehnte als Vorlagen für die zeichnerischen Übungen der Kunststudenten und als Anschauungsmaterial während der Vorlesungen.
Der Anatomieunterricht bildet historisch als ein Teil des Naturstudiums die Grundlage für den Erwerb von Kenntnissen über den inneren Zusammenhang des Körperbaues allgemein und die spezielle Durchbildung der äußeren Erscheinung von Tieren und der menschlichen Figur. Dabei wird heute ein großer Teil der schon musealen Exponate geschont und in der Stoffvermittlung von modernen, industriell gefertigten Nachbildungen ersetzt. Für viele der inzwischen ausgegliederten wertvollen Originale ist ein geeigneter Depotraum im Aufbau, der zukünftig als Studienkabinett und mit Einschränkungen auch für die öffentliche Präsentation genutzt werden kann.
Im Gesamtbestand von über 1000 Einzelteilen befindet sich eine Anzahl organischer Präparate, u. a. eine Reihe kompletter Skelettmontagen und Bänderskelette von Menschen und Tieren, weiterhin dreidimensionale anatomische Modelle (darunter Moulagen von hoher Qualität aus dem 19. Jh.) sowie anatomische Demonstrationen von Tierkörpern und freie künstlerische Tierplastiken als Abgüsse.
Nach Abschluss der Umlagerung der für das Archiv bestimmten Gegenstände verbessern sich die äußeren Bedingungen hinsichtlich der Aufbewahrung, Pflege und Erhaltung für die teilweise desolate Substanz entscheidend, und der neue, anspruchsvolle Rahmen wird auch dem Stellenwert der Sammlung gerecht.