Kustodie der HfBK Dresden

Der historisch gewachsene Kunstbesitz der Hochschule für Bildende Künste Dresden gliedert sich chronologisch in zwei große Hauptbestände. Der Altbestand geht auf das XVIII. Jahrhundert zurück. Aus den Anfängen der Akademie stammen die wenigen noch an der HfBK verbliebenen wertvollen Rezeptionsbilder von Casanova, Hutin, Pochmann, Kügelgen, Zeißig, Rössler und Matthäi, die zu den ältesten der Hochschulsammlung zählen.

Begehrte man die Aufnahme als Lehrender oder als Mitglied der Dresdner Kunstakademie, musste ein Werk „als wesentliche Obliegenheit ... bey Antritt seiner Stelle“ abgeliefert werden, sei es Gemälde, Zeichnung, Kupferstich oder plastische Arbeit – so wurde diese Regelung im Gründungsrescript der Akademie vom 6. Februar 1764 festgehalten. Die Rezeptionsstücke gingen in das Eigentum der Akademie über und wurden trotz permanenter Platzsorgen in einem eigens dafür bereitgestellten „Receptions-Saale“ aufbewahrt, der noch im Jahre 1829 nachweisbar existierte.

Obwohl schon in der „Constitution der Königlich-Sächsischen Akademie der bildenden Künste“ aus dem Jahr 1814 eine Vorstellungspflicht mit einem Stück eigener künstlerischer Produktion nicht mehr festgeschrieben war, blieb die Erinnerung daran, obschon deutlich abgeschwächt, bis heute. Einige Emeriti der letzten Zeit haben die Hochschule mit der Schenkungen bedacht, so Prof. Hans Mroczinski, Prof. Gerd Jäger, Prof. Günter Hornig und Prof. Klaus-Michael Stephan sowie Doz. Klaus Briel. Die zum großen Teil als Lehrmittel für den Unterricht benötigten und seit Jahrhunderten erworbenen Objekte wie Gipsabgüsse, anatomisches Lehrmaterial, Vorlageblätter fürs Zeichen, Kostüme, Stoffe, Porzellan, Möbel für Requisiten und Staffagen in Historien- und Porträtmalerei wuchsen mit der Zeit zu den einmaligen, bis in die 30 er Jahre nachweislich vorhandenen Sammlungen.

Der Krieg, mutmaßliche Zerstörungen der Nachkriegszeit und vor allem der sich wandelnde Kunstgeschmack der jeweiligen Zeit, der die Wertschätzung der Lehrmittelsammlung bestimmte, dezimierten stark die einst großen Sammlungen. Heute deuten darauf nur einzelne erhaltene Stücke, die eher als Rudimente der früheren Abguss-, Porzellan- und Kostüm-Sammlungen angesehen werden können. Möglicherweise bewahrte das Gebrauchtwerden von Objekten der anatomischen Sammlung für den Unterricht auch heute noch vor den Zerstörungen der Zeit.

Zum weiteren Hauptbestand der Kustodie der HfBK heute gehören zum einem die große Grafiksammlung der überwiegend Schülerarbeiten, die bis in das XVIII. Jahrhundert reicht, die zum Teil noch traditionsgemäß in der Bibliothek der HfBK aufbewahrt wird. Zum Höhepunkt der Sammlung gehören die Blätter von Adrian Zingg, Naturstudien von Ludwig Richter-Schülern, der große Kriegsverluste verzeichnende Teilnachlass von Gottfried Semper, die Lithografien von Dix-Schülern. Zum anderen ist es eine beinahe  anderthalb tausend Objekte starke Bildersammlung, die ebenfalls mehrheitlich aus den Studentenarbeiten nach 1947 besteht. Der Beschluss der Hochschulleitung Anfang der 50er Jahre zur Pflichtabgabe von Diplomwerken führte zur Entstehung eines als Dokumentation der Lehre und der Hochschularbeit angelegten Bilderarchivs.

Im Zuge der Sanierung des Akademiegebäudes an der Brühlschen Terrasse wurden neben dem Hochschularchiv  auch die Räume für den Grafikbestand, Bilderdepot und die historische Anatomiesammlung geschaffen. Die neue Unterbringung der Sammlungsobjekte dient der fachgerechten Aufbewahrung und Pflege sowie der effizienteren Nutzung der Bestände.

Die Kustodie wird von Frau Dr. Kardinar verwaltet. Es bestehen keine festgelegten Öffnungszeiten. Beim Nutzungswunsch ist eine vorherige telefonische, schriftliche oder Anmeldung per E-mail erforderlich

Kustodie der HfBK Dresden
Brühlsche Terrasse 1
01067 Dresden
Telefon: 0351/49267-69
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