Kustodie der HfBK Dresden

Der historisch gewachsene Kunstbesitz der Hochschule für Bildende Künste Dresden und der ihrer Vorgängerinstitutionen Kunstakademie und Kunstgewerbeakademie gliedert sich chronologisch in zwei große Hauptbestände. Der Altbestand geht auf das 18. Jahrhundert zurück. Aus den Anfängen der Akademie stammen die wenigen noch an der Hochschule verbliebenen wertvollen Rezeptionsbilder von Charles François Hutin, Giovanni Battista Casanova, Johann Eliazar Zeißig gen. Schenau, Traugott Leberecht Pochmann, Franz Gerhard Kügelgen, Johann Carl Rösler und Johann Friedrich Matthäi, die zu den ältesten der Hochschulsammlung zählen.


Begehrte man die Aufnahme als Lehrender oder als Mitglied der Dresdner Kunstakademie, musste jeder Lehrende ein Werk „als wesentliche Obliegenheit [...] bey Antritt seiner Stelle“ – so im Gründungsreskript der Akademie vom 6. Februar 1764 festgehalten – abliefern, sei es ein Gemälde, eine Zeichnung, ein Kupferstich oder eine plastische Arbeit. Die Rezeptionsstücke gingen in das Eigentum der Akademie über und wurden trotz permanenter Platzsorgen in einem eigens dafür bereitgestellten „Receptions-Saale“ aufbewahrt, der noch im Jahre 1829 nachweisbar existierte.

Obwohl schon in der „Constitution der Königlich-Sächsischen Akademie der bildenden Künste“ aus dem Jahr 1814 eine Vorstellungspflicht mit einem Stück eigener künstlerischer Produktion nicht mehr festgeschrieben war, bleibt die Erinnerung daran, obschon deutlich abgeschwächt, bis heute. Einige Emeriti der letzten Zeit haben die Hochschule mit Schenkungen eigener Werke bedacht, so Prof. Hans Mroczinski, Prof. Gerd Jaeger, Prof. Günter Hornig und Prof. Klaus-Michael Stephan.

Zum weiteren Hauptbestand der Kustodie gehören zum einem die große Grafiksammlung mit überwiegend Schülerarbeiten, die bis in das 18. Jahrhundert reicht. Zu Höhepunkten der Sammlung gehören Blätter von Adrian Zingg, Naturstudien von Ludwig Richter–Schülern, der große Kriegsverluste verzeichnende Teilnachlass von Gottfried Semper sowie Lithografien von Schülern von Otto Dix. Zum anderen verfügt die Kustodie über rund 1500 Gemälde, die mehrheitlich aus Studentenarbeiten aus der Zeit nach 1947 besteht. Der Beschluss der Hochschulleitung zur Pflichtabgabe von Diplomwerken Anfang der 1950er Jahre führte zur Entstehung eines als Dokumentation der Lehre und der Hochschularbeit angelegten Bilderarchivs. Ergänzt wird dieses durch eine umfangreiche Grafiksammlung aus Schülerarbeiten, die den künstlerischen Werdegang der Studierenden an der Hochschule während der DDR–Zeit dokumentieren. Werke von Lehrenden und Studierenden der Kunstgewerbeakademie / Hochschule für Werkkunst sind gleichfalls vertreten.

Die zum großen Teil als Lehrmittel für den Unterricht benötigten und seit Jahrhunderten erworbenen Objekte wie Gipsabgüsse, Vorlageblätter fürs Zeichen, Kostüme, Stoffe, Porzellan, Möbel für Requisiten und Staffagen in Historien- und Porträtmalerei sowie anatomisches Lehrmaterial wuchsen mit der Zeit zu den einmaligen, bis in die 1930er Jahre nachweislich vorhandenen Sammlungen. Der Krieg, mutmaßliche Zerstörungen der Nachkriegszeit und vor allem der sich wandelnde Kunstgeschmack der jeweiligen Zeit, der die Wertschätzung der Lehrmittelsammlung bestimmte, dezimierten stark die einst großen Sammlungen. Heute deuten darauf nur einzelne erhaltene Stücke, die eher als Rudimente der früheren Abguss-, Porzellan- und Kostümsammlungen angesehen werden können, darauf hin. Möglicherweise bewahrte insbesondere das Gebrauchtwerden von Objekten der anatomischen Sammlung für den Unterricht diese vor den Zerstörungen der Zeit.

Auf Initiative von Prof. Dr. Ulrich Schießl (Rektor 1996–2005) erfolgte 2002 im Süd-Ost-Flügel des Hochschulgebäudes an der Brühlschen Terrasse die Einrichtung der Räume für das Archiv und die Sammlungen der Hochschule.

Die Kustodie steht interessierten Personen für Forschungen offen.
Benutzungshinweise finden Sie hier

Hochschule für Bildende Künste Dresden
Archiv und Kustodie

Das Archiv und die Kustodie/Anatomische Sammlung sind vom 4. bis 22. September 2017 nicht besetzt. Währenddessen schriftlich oder per E-Mail eingehende Auskunftsanfragen werden nach diesem Zeitraum in der Reihenfolge ihres Eingangs bearbeitet. Vielen Dank für Ihr Verständnis.

Dr. Simone Fugger von dem Rech
Brühlsche Terrasse 1
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Tel. +49(0)351.4402 – 2669
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