Kunsttherapie

 

Ziel der KunstTherapie ist die Stärkung der jedem Menschen innewohnenden kreativen Energie, der Selbstheilungskräfte und der Selbstverantwortung. Sie verbindet die Disziplinen der Bildenden Kunst mit therapeutischen Verfahren. KunstTherapie arbeitet vorrangig mit den Ressourcen, den Quellen und Stärken der Menschen, ohne ihren Konflikten auszuweichen. KunstTherapie als niederschwelliges Angebot hilft den Menschen, Ängste, Hoffnungen und Wünsche zu veranschaulichen und mit Hilfe der Gestaltung überraschende Lösungen zu entwickeln. Im klinischen Kontext ist kunsttherapeutische Arbeit inzwischen fester Bestandteil der Therapieangebote und speziell im soziokulturellen, interdisziplinären und interkulturellen Raum gewinnt sie zunehmend an Gewicht.

Download Aufbaustudiengang KunstTherapie Flyer

 

 

 

  Aktuell

 

Veranstaltungshinweis: Theater in der JVA Zeithain


Zuerst kam ein Wind – ein kleiner Luftzug kaum zu spüren – und ehe man sich´s versah brach er aus – der Sturm – mit aller Gewalt, die er in sich trägt wehte über alles hinweg und nahm sich die Zeit – die Überflüssige, die Verschwendete, die nicht Genutzte, die Zeit, die in der Regel immer zu schnell vergeht und manchmal einfach stillzustehen scheint.

Und auf einmal ist alles anders, ist sie nicht mehr da, einfach gestohlen…
Für 11 Wochen haben sich 17 inhaftierte Männer der JVA Zeithain auf eine kurze und doch sehr zeitintensive Reise in die Welt des Theaters begeben, um gemeinsam ein neues Theaterstück zu entwickeln. 

Die JVA Zeithain ermöglicht bereits seit vielen Jahren anspruchsvolle Theaterprojekte mit Inhaftierten, welche regelmäßig vor öffentlichem Publikum aufgeführt werden. Dennoch ist der Rahmen der diesjährigen Arbeit selbst für die JVA Zeithain ein außergewöhnlicher und sehr spannungsreicher. Denn das Projekt bindet sich an das Gedenkjahr»Wandel hinter Gittern - 300 Jahre Gefängnis Waldheim. 300 Jahre sächsische Vollzugsgeschichte« und wird auch dort im Rahmen der Tagung "Vollzug für das 21. Jahrhundert" seine Premiere feiern.

Insofern liegt es nahe, sich inhaltlich auch mit dem Thema Strafvollzug zu beschäftigen, um ein eigenes Bild zu entwerfen und den Vollzug in seinem Jetzt zu begreifen und nach neuen Möglichkeiten und Entwicklungen zu fragen und vor allem nach der Zeit, die man nutzen kann oder auch nicht. Zeit als Metapher für verlorenes Leben oder die Möglichkeit sinnvolle und positive Lebensqualitäten auch in schwierigen Zeiten zu finden und daran zu wachsen.

Angelehnt an die Theater- und Familienarbeit der JVA Zeithain will das Projekt eine künstlerische Antwort auf die Frage nach einem modernen Strafvollzug geben und baut dokumentarische Videosequenzen neben märchenhaft poetische Bilderwelten in das Stück ein. Das Projekt will zum Nachdenken anregen, Zeit im Vollzug sinnvoll zu gestalten und Räume zu schaffen, für neue Erfahrungen und Begegnungen mit sich selbst und dem Gegenüber, mit der eigenen Familie. Theater als eine Möglichkeit für einen Moment aus dem Haftalltag zu entfliehen und sich in neue soziale Räume zu begeben für das eigene innere Kind und für die Kinder, deren Väter inhaftiert sind, für gesellschaftliche Verantwortung und für ein Leben nach der Haft.

"Die Zeit zurückholen? Ja ich glaube, dass ich das schaffen kann! Auf jeden Fall! Ich schaffe das!"

Projektleitung /Regie:  Jacqueline Hamann / Uwe Ziegler
Assistenz:  Daniela Herfurth
Bewegungstraining/Choreografie:  Nora Schott
Video: Svea Duwe
Sounds:  Arne Müller
Licht:  Steffen Huhn
Maske:  Daniela Herfurth / Simone Thiel


Der interessierten Öffentlichkeit werden zwei Aufführungen in der Justizvollzugsanstalt angeboten:

Fr,  15.4.2016 ab 19:00 Uhr Öffentliche Aufführung in der JVA Zeithain

Sa, 16.4.2016 ab 18:30 Uhr Öffentliche Aufführung in der JVA Zeithain

Vorsorglich wird darauf hingewiesen, dass nur angemeldeten Personen Einlass zur Aufführung gewährt wird.

Das Mindestalter für den Zutritt beträgt 18 Jahre. Darüber hinaus können Jugendliche ab 14 Jahre in Begleitung eines autorisierten Erwachsenen teilnehmen.

Die Vorlage eines gültigen und amtlichen Personaldokumentes ist zwingend erforderlich. 

Weitere Informationen und Anmeldung über: www.justiz.sachsen.de/jvazh

Telefonische Anmeldung: 03525-516-102

..........................................................................................................................................

 

UNTER FAMAS DACH

Band 7 • Innenblicke und Außenblicke

Band 7 aus der Reihe "Die Kunst der Kunst Therapie" mit 48 Seiten und zahlreichen z.T. farbigen Abbildungen. Herausgegeben von Prof. Doris Titze, Hochschule für Bildende Künste Dresden, Michael Sandstein Verlag Dresden, 2015.

Weithin sichtbar ziert sie die Kuppel der Hochschule für Bildende Künste Dresden: Fama, die geflügelte Göttin des Ruhmes und des Gerüchtes.

Zum 250-jährigen Bestehen der Hochschule stellte sich der Aufbaustudiengang KunstTherapie die Frage: Welcher Geist wirkt aktuell unter Famas Dach? Wie ist das Selbstbild der dort Tätigen? Als Antwort entstand ein interaktiver Resonanzraum: Der Studiengang sammelte persönliche, grafische Blickwinkel und Kommentare der Studierenden, Lehrenden und MitarbeiterInnen in Form kleiner Zeichnungen. Während der Ausstellung ergänzte die Außenperspektive der BesucherInnen diese Innenschau.

Die Gesamtheit aller grafischen Feedbacks bildete eine detailreiche Momentaufnahme der Hochschule 2014. Die Hochschule ist Austragungsort künstlerischer Aktionen, gleichzeitig ist sie selbst ein permanent neu aufzuführendes Ereignis.

Der Katalog dokumentiert die Ausstellung in der Galerie am Brühl und gewährt einen Einblick in das sich abbildende Spektrum grafischer Strategien. Poetische, ästhetische, humorvolle, ironische, kritische, subversive und sich gegenseitig beeinflussende “Blattwerke“!

Erschienen im Oktober 2015
ISBN 978-3-95498-186-1
Verkaufspreis 13€

 

..........................................................................................................................................................

WEISSER HIRSCH

Während der gesamten Sommerferien haben Studenten des Aufbaustudiengangs KunstTherapie der Hochschule für Bildende Künste Dresden mit Patienten des Zentrums für Psychische Gesundheit eine Projektarbeit durchgeführt, die ab dem 28.8.2015 präsentiert werden wird. Auf dem zentralen Klinikgelände (am kleinen Häuschen) sind zwei umfangreiche Mosaikarbeiten zu sehen sowie im Verbindungsmann zwischen Psychiatrie und Psychosomatik gerahmte Arbeiten.

Die Patienten der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie sowie der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie hatten die Gelegenheit, nachmittags künstlerisch tätig zu werden und sich mit der Thematik des Weißen Hirsches zu beschäftigen. Es sind ausdrucksstarke Werke entstanden, die das schöpferische Potential der Patienten vermitteln und zugleich zeigen können, wie die KunstTherapie oftmals bisher verborgene Fähigkeiten fördern und begleiten kann. Beeindruckend war, wie die Patienten und die Künstler trotz der sommerlichen Hitze  in einen gemeinsamen Arbeitsprozess gefunden haben, der allen viel Freude bereitet hat.

 

..........................................................................................................................................................

Symposion: KunstTherapie und Analytische Psychologie im Dialog
12. und 13. Juni 2015