Studieninhalte

 

Seit 1996 existiert an der Hochschule für Bildende Künste Dresden der Aufbaustudiengang KunstTherapie. Im Zentrum der Lehre stehen die Parallelen, Differenzen und Synergien künstlerischer und therapeutischer Prozesse. Der Studiengang veranstaltet regelmäßig Tagungen und Kongresse, veröffentlicht Fachpublikationen und kooperiert auf unterschiedlichen Ebenen mit Kliniken, Bildungseinrichtungen und Museen.

Namhafte GastdozentInnen vertiefen das breite Spektrum kunsttherapeutischer Methoden von psychodynamischer bis systemischer Ausrichtung, mit interdisziplinären wie interkulturellen Ansätzen sowie der Betonung nonverbaler Aspekte. Eine Studiengruppe von ca. 20 StudentInnen gewährleistet einen sehr persönlichen Austausch innerhalb des zweijährigen Studiums.

Der Aufbaustudiengang bietet freien wie angewandten KünstlerInnen die Möglichkeit, ihre eigene künstlerische Erfahrung in den therapeutischen Prozess einzubringen und die dazu notwendigen therapeutischen Methoden zu erlernen: Die Kenntnis um seelische Zustände und psychologisch-medizinisches Wissen sind notwendige Voraussetzungen für verantwortungsvolle und achtsame therapeutische Arbeit. Künstlerinnen sind es gewöhnt, eigene Bilder zu formulieren sowie Erfahrungen von Krisen und Blockaden zu überwinden; gleichzeitig wissen sie um das Glücksgefühl, das kreativ-fordernde Arbeit schaffen kann.

Durch hohe Selbsterfahrungsanteile der Seminare werden die Selbst- und Fremdwahrnehmung differenziert geschult. Grundlagen in Entwicklungspsychologie, klinischer Psychologie und Psychosomatik vermitteln den Studierenden Einblick in verschiedene therapeutische Schulen und den Umgang mit unterschiedlichen Krankheitsbildern. Analysen ästhetischen Ausdrucks sind ebenfalls Ausbildungsschwerpunkt. Sowohl studienbegleitende Praktika als auch Block- und Projektpraktika während der Semesterferien ermöglichen es, methodisches Wissen direkt zu erproben. Die eigene kunsttherapeutische Haltung sowie die Analyse von Praxiserfahrungen sind Gegenstand der Supervision. Diese Grundlagen befähigen die KünstlerInnen, ein eigenes kunsttherapeutisches Selbstverständnis zu entwickeln.