Veranstaltungen

 

 

 

Rahmenprogramm zu den beiden Jubiläumsausstellungen des Aufbaustudiengangs KunstTherapie „Unter Famas Dach“, 08.05. – 22.06.2014, Galerie Brühlsche Terrasse und „KunstTherapie – Ein Bild gebendes Verfahren“ 22.05. –20.07.2014, Sächsische Landesärztekammer

Im Rahmen der beiden Ausstellungen werden folgende Dokumentarfilme gezeigt und ein Vortrag gehalten, jeweils mit anschließendem Gespräch:

 

Do. 12. Juni 2014 Hörsaal der Hochschule für Bildende Künste Dresden, Güntzstraße 34 um 18 Uhr (PREMIERE)

Hans-Dieter Grabe: »Raimund - ein Jahr davor« [Film, 40 Min., 2013]

Alleiniger Darsteller dieses Schauspiels ist Raimund, der 72 Jahre alte Nachbar von Hans-Dieter Grabe. An sieben Drehtagen fängt Grabe ein, wie Raimund voller Tatkraft, Optimismus und Freude 17 Festmeter Buchenstämme zerlegt: Feuerholz für Jahre. Eine Zeit nach den Dreharbeiten erkrankt seine Frau unheilbar an Krebs. Das Sterben dauert acht Monate. Raimund nimmt sich das Leben.
Hans-Dieter Grabe: Meine Aufnahmen hatten nun eine klare Funktion. Sie zeigen sehr deutlich, was für ein Mensch mein Nachbar war, bis er – und das kann vielen von uns passieren – in eine Situation geriet, in der er die Kraft zum Weiterleben verlor. Bei den Dreharbeiten und im Schneideraum haben sich mir die Bilder von Raimund, der zäh mit den Stämmen ringt, tief eingeprägt. Noch lange werde ich ihn sagen hören: 'Wenn die ganz Dicke komme, das wird´n bisschen schwieriger. Aber die krieg ich auch noch klein. Ist mir´s gar keen Angst.'

 

Do. 12. Juni 2014 Hörsaal der Hochschule für Bildende Künste Dresden, Güntzstraße 34 um 20 Uhr

Hans-Dieter Grabe: »Mendel lebt« [Film, 98 Min., 1999]

Mendel Szajnfeld wurde am 2. August 1922 in Sosnowiec, Polen geboren und starb am 21. Mai 2000 in Oslo. 1971 lernte Hans-Dieter Grabe den polnischen Juden Mendel Szajnfeld kennen und begleitete ihn mit einem Kameramann auf der Bahnfahrt von Oslo nach München, wo der an den Spätschäden der Lagerhaft leidende Szajnfeld beim Entschädigungsamt die Erhöhung seiner Rente beantragen wollte. (Mendel Schainfelds zweite Reise nach Deutschland, 1972) 1998 besucht Grabe Mendel Szajnfeld erneut in Oslo und filmt ihn (allein, ohne Team) drei Wochen lang bei seinen alltäglichen Verrichtungen, beim Besuch seiner Frau im Krankenhaus, bei der Gartenarbeit und vor allem bei seiner Fahrt mit einer norwegischen Schülergruppe nach Ausschwitz, wo er als Zeitzeuge Vorträge hält. Zusammen besuchen sie die das Heimatdorf von Szajnfeld, wo nur die Überreste seines Elternhauses zu finden sind und in der naheliegenden Stadt Dzialoszyce die Ruinen der ehemaligen Synagoge. Die aktuellen Aufnahmen werden ergänzt durch Ausschnitte aus dem Dokumentarfilm von 1972. (Witzke 2006, S. 343)

 

Zum Filmemacher Hans-Dieter Grabe:

Hans-Dieter Grabe, geboren 1937 in Dresden, studierte an der Regie-Fakultät der Deutschen Hochschule für Filmkunst in Potsdam-Babelsberg und kam vor seinem Abschluss nach Westdeutschland. Er arbeitete als freier Mitarbeiter für das Bayrische Fernsehen, anschließend wurde er Redakteur beim ZDF. Über vierzig Jahre war er dort als Autor und Regisseur festangestellt.
Grabe produzierte über 60 gesellschaftspolitische und zeitgeschichtliche Dokumentarfilme und erhielt viele Auszeichnungen, u.a. 1971 den Adolf-Grimme-Preis in Silber für den Film "Nur leichte Kämpfe in Da Nang" und 1986 in Gold für "Hiroshima, Nagasaki - Atombombenopfer sagen aus", sowie 2002 das Bundesverdienstkreuz für sein Gesamtwerk. Er wurde vor allem für seine
Langzeitstudien bekannt und hat für sein umfangreiches Werk zahlreiche Auszeichnungen und Preise erhalten. Wir freuen uns, zwei seiner Dokumentarfilme im Rahmen unserer Ausstellungen zeigen zu können. Mit „Raimund - ein Jahr davor“ erleben wir sogar eine Premiere!

 

Mi. 02. Juli 2014 Hörsaal der Hochschule für Bildende Künste Dresden, Güntzstraße 34 um 18 Uhr

Margit Pabst: »Ich.Du.Er.Sie.Es« [Film, 60 Min., 2009]

Der Dokumentarfilm: „Ich. Du. Er. Sie. Es... Wollen- Können-Müssen" von Margit Papst portraitiert beeindruckend drei der prominentesten Vertreterinnen der Kunsttherapie: Elisabeth Tomalin, Edith Kramer und Gisela Schmeer. Er dokumentiert vor dem Hintergrund ihrer individuellen Lebensgeschichten ein wesentliches Stück Geschichte der Kunst- und Gestaltungstherapie. Die drei Pionierinnen der Kunsttherapie erzählen über ihre Arbeit und wie sie dazu kamen: Edith Kramer (* 1916 in Wien, † 2014 Grundlsee), bildende Künstlerin aus Wien, emigirierte nach
New York; Elisabeth Tomalin (*2012 in Dresden, † 2012 London) Designerin aus Dresden, emigirierte nach London und Gisela Schmeer (* 1926 in Berlin), Ärztin und Psychotherapeutin, lebt in München.
Sie verbindet die gemeinsame Überzeugung, dass Kunsttherapie Menschen bei der
Auseinandersetzung mit sich und ihrem Leben hilft, Konflikte zu lösen und persönliche Lebensfragen zu beantworten.
Gisela Schmeer wird bei der Aufführung des Films und in der Diskussion anwesend sein und im Anschluss zu ’Absichtsloses Warten – eine besondere Qualität der Kunsttherapie’ referieren.

 

Mi. 02. Juli 2014 Hörsaal der Hochschule für Bildende Künste Dresden, Güntzstraße 34 um 20 Uhr

Prof. Dr. med., Dipl.-Psych. Gisela Schmeer: »Absichtsloses Warten - Eine besondere Qualität in der Kunsttherapie.« [Vortrag]:

Wer an Kunsttherapie denkt, der denkt in erster Linie an Bilder, an das subtile Nachfragen des Kunsttherapeuten und an die verbalen und bildnerischen Antworten des Malers und sieht bildnerische Äußerungen und bildnerische Prozesse vor sich. Ans Warten denkt er am allerwenigsten. Dabei spielt das Warten in der Kunsttherapie eine ganz besondere Rolle: Einmal das Warten darauf, dass der Klient sich entscheidet gestalterisch aktiv zu werden, zum Beispiel ein Bild zu malen. Zum anderen das Warten auf eine im Bildnerischen angesiedelte Intervention, also das
Warten auf den therapeutischen Einfall.
Um der Intuition einen Raum zu öffnen, springen wir in etwas Ungewisses. Diesen Sprung schaffen wir in therapeutischen wie künstlerischen Prozessen auf der Basis von Vertrauen, Wissen, Erfahrung und Gegenwärtigsein. Gisela Schmeer spricht von der therapeutischen Potenz des Wartens als seltsamen Zustand von Nicht-Wissen aber Für-möglich-Halten sowie der Bedingung uneingeschränkter Akzeptanz. Dass Warten absichtslos sein kann erscheint zunächst wie eine Paradoxie. Dieses ganz besondere Warten wird das Thema des Vortrags von Gisela Schmeer sein.

Zu Gisela Schmeer:

Gisela Schmeer wurde 1926 in Berlin geboren. Sie studierte Medizin (1949) und Psychologie (1953) in München. Von 1953 - 1955 leitete sie die Psychosomatische Beratungsstelle für Kinder bei der Universitäts-Kinderpoliklinik in München. Seit 1955 ist sie in freier Praxis als Kinderpsychotherapeutin, später als Psychotherapeutin und Psychoanalytikerin für Erwachsene tätig.
Seit 1970 leitet sie fortlaufende Selbsterfahrungs- und Therapiegruppen, immer unter Einbeziehung von spontan gemalten Bildern. Seit 1980 bietet sie Seminare in der ärztlich-psychologischen und kunsttherapeutischen Fort- und Weiterbildung an: Im Rahmen eines eigenen offenen Programms/ an verschiedenen ärztlich-psychologischen und privaten Ausbildungsinstituten/ mit Lehrauftrag an der Akademie der Bildenden Künste in München und im Aufbaustudiengang KunstTherapie der Hochschule für Bildende Künste Dresden, wo sie seit 2005 Honorar-Professorin für Kunsttherapie ist.
Zu den Arbeitsschwerpunkten der bekannten Kunsttherapeutin gehört u.a. die von ihr entwickelte ’Resonanzbildmethode’. Auch als Autorin beleuchtet sie insbesondere die Möglichkeiten, das kreative Potential von Gruppen (Selbsterfahrung, Therapie, Supervision, Team, Organisation) zu ergründen und zu wecken. 1983 erhielt sie den Literaturpreis der Bundesärztekammer für Schriftstellerärzte.

 

 

 

 

INNENSICHTEN - ÜBER KRANKHEITEN DER SEELE

Veranstaltungsreihe in Kooperation mit dem Institut für Klinische Psychologie und Psychotherapie der Technischen Universität Dresden und der Sächsischen Landesärztekammer

Moderation aller Veranstaltungen (außer 16. Januar):Dr. Frank Hiddemann, Seelsorger, Kunstbeauftragter der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands

Ab wann gilt jemand als psychisch krank? Wer braucht Behandlung? Ab wann ist er wieder gesund? In einer Reihe von Veranstaltungen werden Betroffene zu Wort kommen, die ihre Erfahrungen mit der Diagnose einer psychischen Erkrankung und ihren Weg zur Heilung oder zu einem neuen Leben mit der Erkrankung künstlerisch verarbeitet haben. Ihre Erfahrungen stellen sie in ihren Kunstwerken und im Gespräch mit einem Arzt oder Therapeuten vor.

 

 

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Woher regnen die Bilder? - Leben mit Autismus

Kunsttherapie kann vielleicht keine Wunder wirken. Die künstlerische Auseinandersetzung bietet aber besonders Autisten die Möglichkeit, Dinge auszudrücken, die im Gespräch vielleicht unausgesprochen bleiben. Was es etwa mit diesem Frosch auf sich hat, der im Rahmen der Kunsttherapie entstanden ist, erfahrt ihr in der Reihe „Innensichten“ des Deutschen Hygienemuseums Dresden.

Mit dabei sind der Maler des Bildes, Martin Beier, Dipl. Künstlerin und Dipl. Kunsttherapeutin Katrin Neumann, Prof. Doris Titze, Leiterin des Aufbaustudiengangs KunstTherapie an der HfBK Dresden, Dr. Katja Albertowski, Oberärztin der Autismusambulanz des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus der TU Dresden.

5. Februar, Mittwoch, 18 Uhr, Eintritt 3 € / ermäßigt frei

Deutsches Hygiene-Museum

(Martha-Frenkel-Saal)

Lingnerplatz 1
01069 Dresden

In Kooperation mit der Hochschule für Bildende Künste Dresden

Alle Infos zur Reihe: dhmd.de/index.php