Das Triumphkreuz der St. Georgenkirche zu Rötha

Im Januar 2013 konnte mit der Wiederaufhängung des Kruzifixes in der Georgenkirche zu Rötha ein mehrjähriges Konservierungs- und Restaurierungsprojekt der Fachklasse erfolgreich abgeschlossen werden.

Das mit einer Höhe von 220 cm überlebensgroße spätgotische Kruzifix entstand um 1510 und gehörte vermutlich zu einer Triumphkreuzgruppe. Die zugehörige Skulptur einer trauernden Maria verbrannte 1945. Bereits seit mehr als 100 Jahren war der Gekreuzigte nicht mehr Teil der Ausstattung der Kirche und lagerte unter denkbar ungünstigen Bedingungen auf dem dortigen Dachboden. Kopf und Arme waren vom Korpus getrennt. Eine teils zentimeterdicke Schmutzkruste bedeckte den gesamten Körper.

Elisabeth Schlesinger führte im Rahmen ihrer Diplomarbeit eine kunsttechnologische Untersuchung durch und erstellte ein Restaurierungskonzept. Im Rahmen ihrer praktischen Arbeiten reinigte sie die Holzoberfläche, konservierte die fragmentarischen Reste der ursprünglichen Fassung und vereinheitlichte das heterogene Erscheinungsbild mit Retuschen. Der teils durch Anobienbefall stark degradierte Bildträger konnte im Rahmen eines Holzfestigungsseminars wieder stabilisiert werden. Für die Wiederaufhängung fertigte eine ortsansässige Tischlerei ein neues Kreuz aus Eichenholz an. Nicht zuletzt waren umfangreiche Holzergänzungen an den Verbindungen der Arme, sowie die Entwicklung und Ausführung einer geeigneten Hängekonstruktion durch einen Bildhauer notwendig. Abschließende Retuschen, die farbliche Gestaltung des Kreuzes und die Endmontage führten Studierende der Fachklasse innerhalb eines dreitägigen Vorort-Einsatzes aus.

Tino Simon

 

 

  • Fundsituation der Skulptur auf dem Dachboden der Kirche (A. Schulze 1994)
  • Ansicht des Kopfes nach Konservierung und Reinigung
  • Reinigung der Holzoberfläche (E. Schlesinger)
  • Abschließende Retuschen nach der Wiederaufhängung (I. Frühauf)
  • Zustand nach der Wiederaufhängung im Januar 2013 (T. Simon)