Prof. Ulrike Grossarth

seit 1998
Professur für Übergreifendes künstlerisches Arbeiten an der HfBK Dresden

Kontakt

Fachklasse Übergreifendes künstlerisches Arbeiten
Prof. Ulrike Grossarth
Brühlsche Terrasse 1
Tel.: 0351.4402 – 2620
Raum 201
grossarth©serv1.hfbk-dresden.de


LEHRE

Die 1998 beginnende Arbeit mit einer Fachklasse an der HfBK Dresden, die als Übergreifendes Künstlerisches Arbeiten ausgeschrieben war, in der Experimentierfelder eröffnet werden sollen, verstehe ich als Integration aller möglichen Erscheinungsformen von Kunst und als den Versuch eines Ausweitens und Überschreitens des künstlerischen Ansatzes zu außerästhetischen, gesellschaftlichen Bereichen.

Die Studierenden, die sich für diese Klasse entscheiden, bringen bereits ihren eigenen Werkansatz mit, der meistens durch ein bestimmtes Verständnis der klassischen Sparten Malerei, Zeichnung, Plastik und Performance vorgeprägt ist. Durch Reiseprojekte arbeiten wir gemeinsam an einer empirischen Erweiterung und Vertiefung der künstlerischen Praxis, um sie zu Lebensthemen mit allgemeiner Relevanz auszuweiten. Dabei gehen wir vorsichtig bis an persönliche Grenzen und Tabus. In den »public exercises«, regelmäßigen Workshops auf der Basis von Bewegung, arbeiten wir verstärkt an der Zusammenführung von bildnerischen und prozesshaften Verfahren. Es geht darum, sich in den Raum der Abstraktion vorzuwagen, d.h. angestoßen durch sprachliche, begriffliche oder auch metaphorische Elemente lebendig in einem paradox anmutenden Handeln weiterzugehen.

Dabei interessiert uns als theoretischer Hintergrund zunehmend der Handlungsbegriff, den Hannah Arendt in ihrer systemischen Analyse der drei Grundtätigkeiten Arbeiten, Herstellen und Handeln als eine in der Kultur noch zu entwickelnde Praxis herausgestellt hat.

Das heißt, die Klasse widmet sich neben anderem auch der Methodenforschung. Letztlich geht es um die Frage nach der Lehre selbst, wenn sie als Entwicklung einer poetischen Lebenshaltung verstanden wird, die neue Tätigkeitsfelder in der Gesellschaft etablieren könnte.

WERK

Nach meinem Tanzstudium (1969–75), das ich als eine intensive Auseinandersetzung mit Kulturtechniken betrachte, begann ich durch Performances, Videofilme und Aktionen einen »Rückweg« zu erarbeiten, in der die Frage der Bewegung als Prinzip der sich ständig wandelnden Form zentral ist. Es geht mir um eine Rückführung auf einen angenommenen »neutralen« Punkt im Denken und Handeln, in dem der Begriff der »Präsenz« zentral ist.

Der bildnerische und plastische Bereich, der anfänglich eher zur Klärung meines Arbeitsansatzes gedacht war und einen fragenden und forschenden Charakter hat, nimmt seit 1987 eine zentrale Rolle ein. Die Arbeiten werden zum Teil von kulturhistorischen und geisteswissenschaftlichen Themen bestimmt, wobei mich die anschauliche Demontage kulturprägender Repräsentationsformen interessiert.

Im Verknüpfen eines wachsenden Stromes von Motiven und Verfahrensweisen, wende ich die mir durch die tänzerische Bewegung selbstverständliche raum-zeitliche Wahrnehmungs- und Denkweise auf das Feld der bildnerischen und plastischen Entstehungsprozesse an.

Ich bewege mich experimentell fort von tradierten Formideen und Strukturen, die durch unterscheidendes und dualistisches Denken hervorgebracht werden.

ARBEITEN

  • rot/grün/grau (Detailansicht)
  • Leibnizprojekt (Detailansicht)
  • Salles des Peres