Kunsttechnologie, Konservierung und Restaurierung von Malerei auf mobilen Bildträgern

  • Studentin bei Retuschearbeiten
  • Konservatorische Arbeiten im Rahmen einer Diplomarbeit
  • Praxisseminar zur Konservierung des textilen Bildträgers

Das Studium der Restaurierung an der HfBK Dresden

Was sollen zukünftige hoch qualifizierte Restauratorinnen und Restauratoren lernen, in welcher Form sollen sie Wissen vermittelt bekommen und ihre Fähigkeiten schulen, welcher Zeitraum und welcher berufs­qualifizierende Abschluss ist angemessen? Diese Fragen sind heute aktueller denn je und waren zentrale Aspekte der Studienreform der Restaurierungs­studiengänge der HfBK Dresden. Als wissenschaftliche Disziplin noch sehr jung, steht die Lehre der Konservierung und Restaurierung an einem Punkt, an dem einerseits tradierte Verfahrensweisen, andererseits neue Erkenntnisse ständig aufs Neue hinterfragt und bewertet werden müssen. In diesem sich schnell entwickelnden Umfeld ist es die Aufgabe der Lehrenden, Inhalte kritisch zu vermitteln und dabei dennoch verantwortungs­voll handlungsfähige und aufgeschlossene Restauratorinnen und Restauratoren auszubilden.

Neben der intensiven restauratorischen Auseinandersetzung mit dem Kunstwerk ist das Restaurierungsstudium an der HfBK Dresden durch eine Vielfalt an Fächern gekennzeichnet: Neben den grundlegenden Kerngebieten der Kunsttechnologie, Konservierung und Restaurierung werden zahlreiche natur- und geisteswissenschaftliche Lehrinhalte vermittelt. Nur Studierende, die im Rahmen ihres Studiums all diese Aspekte der Restaurierung und Konservierungswissenschaft kennen lernen, werden in der Lage sein, in ihrer späteren beruflichen Tätigkeit eigene Schwerpunkte auszubilden und mit angrenzenden Disziplinen sinnvoll zu kommunizieren.

Das Ausbildungsziel ist erreicht, wenn die Absolventinnen und Absolventen nicht nur in der Lage sind, Konservierungs- und Restaurierungsmaßnahmen für eine große Bandbreite unterschiedlicher Kunstwerke selbständig, wissenschaftlich fundiert, technisch versiert und mit großem Einfühlungsvermögen zu konzipieren und durchzuführen, sondern im Studium Erlerntes immer wieder neu an Probleme anzupassen und auch weiter zu entwickeln. Durch die Promotion besteht die Möglichkeit zur akademischen Weiterqualifizierung.

Fachklasse für Kunsttechnologie, Konservierung und Restaurierung von Malerei auf mobilen Bildträgern

Schwerpunkt des Studiums in der Fachklasse für Kunsttechnologie, Konservierung und Restaurierung von Malerei auf mobilen Bildträgern ist die Untersuchung, Konservierung und Restaurierung von Gemälden und von Werken der zeitgenössischen Kunst.


Hierbei steht die praktische Arbeit in den Hochschul-Ateliers oder im Rahmen von Projekten mit kooperierenden Einrichtungen wie Museen oder der Denkmalpflege im Mittelpunkt.

Es wird an originalen Kunstwerken gearbeitet. Hierdurch kann sehr viel mehr als das bloße Beherrschen von Untersuchungs-, Konservierungs- und Restaurierungstechniken vermittelt werden. Nur durch die Arbeit am Original kann das Auge sinnvoll geschult und der verantwortungsbewusste, einfühlsame und respektvolle Umgang mit den anvertrauten Kunstwerken vermittelt werden. Alle Arbeitsschritte - die Untersuchung, die Entwicklung von Konzepten für Konservierungs- und Restaurierungsarbeiten und deren Durchführung und Dokumentation - werden unter intensiver Betreuung, in höheren Semestern zunehmend selbständig durchgeführt. Dieser restaurierungspraktische Teil der Lehre nimmt rund die Hälfte des fünfjährigen Studiums ein.

Pro Jahrgang stehen in der Fachklasse fünf Studienplätze zur Verfügung. Hierdurch kann eine optimale Betreuung bei der Arbeit mit den anvertrauten Kunstwerken gewährleistet werden. Die Studierenden verbringen den praktischen Teil ihres Studiums in den 2009 völlig neu gestalteten Fachklassenateliers. Die deutschlandweite Kooperation der Fachklasse mit zahlreichen großen und kleinen Museen, Galerien, Stiftungen, Archiven und der Denkmalpflege sorgt immer wieder für interessante Projekte.

Darüber hinaus besteht immer wieder die Möglichkeit der Mitarbeit an einem der Drittmittelprojekte der Fachklasse, auch im Rahmen von Semesterferienpraktika oder Sommerschulen. Beispiele hierfür sind:

  • Projekt „Konservierung und Restaurierung bemalter Rokoko-Wandbespannungen des Herrenhauses Ermlitz“ (in Kooperation mit der Apel`sche Kulturstiftung, gefördert durch die Hermann Reemtsma-Stiftung, 2008-2011)
  • „Projektwerkstatt Lindenau-Museum Altenburg“ (in Kooperation mit dem Lindenau- Museum Altenburg, gefördert von der der Kulturstiftung des Bundes und der Kulturstiftung der Länder im Rahmen des KUR-Programms, 2009-2010)
  • „Melanchthon-Projekt“ (in Kooperation mit der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt, gefördert durch private Spenden, 2009-2013)

Neben dem konkreten Restaurierungsfall am originalen Kunstwerk dienen  Praxisseminare – ergänzend zu den Fachvorlesungen – dem Kennenlernen und der Erprobung von aktuellen und historischen Materialien und Techniken der Konservierung und Restaurierung.

Durch umfassende Fachvorlesungen und Seminare werden die theoretischen Grundlagen vermittelt.

Die Kenntnis historischer Künstlermaterialien und Maltechniken ist für das Verständnis des Aufbaus von Gemälden und auch der Alterungsprozesse und Schäden von großer Bedeutung. Auch hier werden Kenntnisse nicht nur durch Vorlesungen vermittelt, sondern durch das praktische Nachvollziehen historischer Techniken oder das Kopieren von Gemälden im Rahmen der kunsttechnologischen Lehre (Lehrgebiet Prof. Ivo Mohrmann).

Die Diplomarbeiten der Fachklasse sind sehr praxisorientiert. Die Bandbreite der Diplomprojekte reicht vom Renaissancegemälde über die Rokoko-Wandbespannung bis hin zu modernen Gemälden oder Werken der zeitgenössischen Kunst. Weil die Absolventinnen und Absolventen mit ihrem Diplomprojekt nicht nur ihre Fähigkeit zum wissenschaftlichen Arbeiten unter Beweis stellen, sondern sich darüber hinaus als praktisch versierte Fachleute ausweisen können, sind sie auf dem Stellenmarkt sehr geschätzt.