Professorin Dr. Stefanie Wenner

seit 2015
Professur an der HfBK Dresden – Angewandte Theaterwissenschaft und Produktionsdramaturgie

Kontakt

Prof. Dr. Stefanie Wenner
Güntzstraße 34
Raum 205
Tel. 4402-2139
wenner©hfbk-dresden.de

Vorlesung und Seminare

Prof. Dr. Stefanie Wenner
Katharina Serles
Pd Dr. Marita Tatari

Workshops

Ariel Ashbel And Friends
Melanie Jame Wolf
Stefanie Wenner


Vorlesung
TEXT/TEXTUREN


Die Geschichte des europäischen Theaters beginnt mit einer Medienrevolution. Mit der Einführung der alphabetischen Vokalschrift entstand auch das Theater, das nicht nur Versammlungsort und Staatskult war, sondern ebenso der Durchsetzung dieser neuen Medientechnik diente. Immer schon stand das Theater aufgrund der Fragwürdigkeit seiner Glaubwürdigkeit in der Kritik. Beginnend mit seinem prominenten Feind Platon, der die Verführungskraft des Theaters für den Niedergang des Staates verantwortlich machte reicht diese Tradition bis heute. Diente der Text historisch zur Verstätigung von Wissen, als Archiv und zur Etablierung eines Kanons, ist heute unsicher, was wer gesagt und geschrieben hat. Stehen wir am Ende des Zeitalters des Alphabets und übernehmen Algorithmen die Produktion von Text? Die Vorlesung beleuchtet unterschiedliche Umgangsweisen mit Text auf dem Theater und folgt den Texturen seiner Produktion. Welche Rolle spielt die Dramaturgie für die Auslegung von Texten, bedarf es solcher Auslegung überhaupt? Wir folgen der Textualität bis in die Texturen des Theatermaterials, denn texere stand lateinisch für „weben“ oder „flechten“, wie man auch dem Begriff Textilien entnehmen kann. Weiterhin befassen wir uns mit der Textualität von Choreografie, die ursprünglich die Notation der Bewegungen des Chores im griechischen Drama bezeichnete.

Montag 13.30 bis 15.00 Uhr Hörsaal
Module T1, T2, 2, 5


Übung zur Vorlesung

Zur Übung sind alle eingeladen, die vertiefend Texte zu den Inhalten der Vorlesung erarbeiten und einen gemeinsames Glossar erstellen möchten, das zur Einführung in Methoden und Inhalte der Theaterwissenschaft dient.

Dienstag 9.00 bis 10.30 Uhr Raum 215



Projektseminar
Pharmakón. Theater, Droge, Heilung.


„Platons Pharmazie“ nennt Jacques Derrida seine Auseinandersetzung mit Platons Texten zu Schrift als Pharmakón. Schrift galt Platon als Heilmittel gegen die Beschränkung des menschlichen Gedächtnisses und zugleich als Gefängnis dessen, was schriftlich fixiert werden kann und wird. Bernard Stiegler übertrug den Begriff Pharmakón auf Gadgets, Computer, Handys, Tablets, die Verheißung und Gift zugleich seien. Der schillernde Begriff von Pharmakón ist immer schon auch mit dem Theater verknüpft. Nicht nur in Epidauros, wo eine dem Asklepios gewidmete Heilstätte war, zu der auch ein Theater gehörte. Seit der Erfindung des Theaters in der griechischen Antike ist es im europäischen Kontext umstritten und umkämpft, als Verführung und Medium von Katharsis, als Staatskult, Unterhaltung und Illusionsmaschine, als Vermittlerin in und Erzeugerin von Konflikten, als Exklusions- und Inklusionsmaschine.
Das Seminar bietet angewandte Theaterwissenschaft in Projektform an. Wir befassen uns mit der antiken Stätte Epidauros, mit der Verknüpfung zwischen Theater und Heilung in unterschiedlichen Ritualen auch im außereuropäischen Kontext und den menschenförmigen Göttern, die diese Rituale begleiten. Wir befassen uns mit unterschiedlichen Wirkungsästhetiken und ihrer jeweiligen politischen Indienstnahme. Außerdem beleuchten wir künstlerische Praktiken, die sich mit Theater als Heilung befassen. Angefangen mit Evreinovs „Theater für sich selbst“ zum Zwecke der Therapie, über Artauds „Theater der Grausamkeit“, Ligia Clark bis hin zu zeitgenössischen künstlerischen Positionen von SIGNA, Jeremy Wade, Annie Sprinkle und Johannes Paul Raether.

Parallel werden wir einen Garten mit Heilpflanzen im Hof der Güntzstrasse anlegen und ihn gemeinsam pflegen. Ziel ist es, zu Semesterende einen pharmazeutischen Garten etabliert zu haben.
Das Seminar dient außerdem zur Vorbereitung des Projektes Pharmakós/n: Ein Apparat im September 2017 in Berlin, für das im Rahmen der Veranstaltung Ideen entwickelt werden können.

Module 4, 5, 8, 11
Montag 15.30 – 17.00 Uhr Raum 221




Ringvorlesung gemeinsam mit Prof. Dr. Bettina Uppenkamp
Mittwoch 18 Uhr

Wildern in fremden Territorien: Kunst und Theater

„Wenn ich sage, es ist eine Oper, dann ist es eine Oper,“ sagte Anne Imhof über ihre Performance Serie Angst 2016. Das Festival Tanz im August eröffnete seine Ausgabe 2015 mit einer Ausstellung im Hebbel Theater. Chris Dercon, ein renommierter Kurator aus der bildenden Kunst wird in diesem Jahr Intendant der Berliner Volksbühne und Tino Sehgal, Choreograf und Tänzer, ist bereits seit Jahren in den Ausstellungshäusern dieser Welt mit seinen Performances zu Gast. Julia Stoschek hat als Sammlerin einen ganzen Schwerpunkt mit Performance Kunst etabliert. Schon die Istanbul Biennale 2009 stellte sich mit „Erst kommt das Fressen, dann die Moral“ unter ein Motto Brechts, und in dem Magazin SOUTH zur Vorbereitung der diesjährigen documenta geht es um Ritual und Theater mehr als um bildende Kunst. Als Grenzüberschreitungen lassen sich diese Phänomene nur unzureichend beschreiben. Vielmehr scheint sich in diesen Prozessen ein vitales wechselseitiges Interesse an Ökonomien und Verfahren zu artikulieren, das übergreifend für Kunst und Theater als Schauplatz, Versammlungsort und gesellschaftlicher Gegenpol gleichermaßen wirksam ist. Die Ringvorlesung beleuchtet solche zum Teil nicht unumstrittenen künstlerischen Praktiken des „Wilderns“ zwischen Bildender und Darstellender Kunst und lädt dazu ein, eine neue Sicht auf diese Phänomene zu entwickeln.


19.4.17 N.N.
17.5.17 Sandra Umathum
31.5.17 Dorothea von Hantelmann
14.6.17 Sabeth Buchmann
28.6.17 Stefanie Wenner





11.4.2017 11.00 – 12.30 Raum

Was braucht Ihr? Einladung an alle Studierenden zum Gespräch über Studieninhalte der Angewandten Theaterwissenschaft und Produktionsdramaturgie.

Nach Ankündigung per Aushang und per Mail:

Pop Up/Guerillaseminar im öffentlichen Stadtraum gemeinsam mit Prof. Dr. Sabine Müller-Mall, TU Berlin und Gästen (Daniel Wetzel, Rimini Protokoll, AndCompany&Co u.a.)


Kunstfreiheit. Redefreiheit. Freie Meinungsäußerung.

Darf Kunst wirklich alles? Wozu ist Theater frei? Welchen Status hat freie Meinungsäußerung gegenwärtig? Gemeinsam mit Student*innen der TU veranstalten wir an öffentlichen Orten ein fliegendes Seminar zu diesen Themen mit Gästen.

Bei Interesse bitte Mail an: wenner©hfbk-dresden.de
Sprechstunde Mo 17.30 – 18.30 Uhr in Raum 205

Konsultationen und Diplomand*innencolloquium nach Vereinbarung Terminanfragen bitte an: wenner©hfbk-dresden.de



Seminar von Katharina Series

Text fehlt noch!

Modul 5/8/11, T-1, T-2, 4/8



Seminar mit PD Dr. Marita Tatari
Ganzheit, Dauer, Darbietung unter gegenwärtigen Bedingungen


Anders als in begehbaren Installationen, in denen Teilnehmende selbst über ihre Verweildauer entscheiden, bedeutet Zuschauen im Theater einem Ganzen beizuwohnen. Eine Theatervorstellung ist ein Ganzes mit Anfang, Mitte und Ende, wie es in Aristoteles’ Poetik für die Tragödie heißt. Im klassischen dramatischen Theater ist dieses Ganze aus der Welt herausgelöst, es beruht auf sich und wird einem Zuschauen gegenübergestellt. Ein sich darbietendes Ganzes kann aber auch innerhalb eines Netzwerks oder Kollektivs hervortreten, das schon zuvor woanders begonnen hat. Ausgehend von ausgewählten philosophischen Texten werden wir über die Frage diskutieren, was ein sich darbietendes Ganzes im Theater ist, wie es unter heutigen Bedingungen gedacht werden kann und wie sich diese Bedingungen auf die Grundkonstellation des Theaters auswirken.

Module 2, 5, 8



WOKRSHOPS:

Workshop mit Ariel Ashbel and Friends

"Vanity Fair" Residency in Hellerau, 2-16 of April 2017

Students are invited to Hellerau April 3rd and 4th for introduction and later to follow the process.

Bitte anmelden bei: arielefraim.ashbel©gmail.com

In the two weeks of the residency we will start to develop a new work, based on the strategies, principals and ideas of our ongoing theory/practice process, titled “THE WILD WHITE WEST trilogy”. The work will be lead by director Ariel Efraim Ashbel, alongside Romm Lewkowicz (concept) and Alona Rodeh (visual art). Focusing on how physicality forms performative situations that take the body beyond subjectivity, the focus of the work will be on engaging with materials; both performative materials (references, associations, quotes) and actual materials (wood, metal, sponge, rope etc..).
Starting from an inventory of materials that will be brought to the studio, the performers (Efrat Aviv, Santiago Blaum, Jessica Gadani, Tamara Saphir and Jan-Sebastian Šuba) and musicians (noise duo Hacklander/Hatam) will build situations and actions. The HfBK students will be invited to join the process, be involved in all steps of construction and propose different versions of body/object entanglements. The work will include designing a construction in the studio, a set which won’t be fixed but flexible and constantly changing. The shifting of the visual situation will be explored as content in the work rather than accompany, describe or interpret it. A focus in the performative material that will be developed will be dedicated to notions of invisibility, un-visibility and camouflage, as he performers will practice ways of blending rather than standing out. The idea of costume design (I won't go as far as that, it looks like were designing costumes at this time. Lets maybe drop it and discuss only objects) will hence go hand in hand with the set; the bodies will be part of the space, and their costumes will be made from the same materials that will construct the space and will be somewhere in the middle between sculpture and outfit. Finally, there are two further material obstructions we take on ourselves in construction of this world: 1) there will be an equal quantity (for example, 10 Kg) of each material brought into the space (for example: chains, ropes, foam, fabric, wood, metal); and 2) in the construction process, there won't be the use of any tools, so that the processing has to go through the body an in immediate way.


Workshop mit Melanie Jame Wolf

Session 1: 25.4.2017 10 – 16 Uhr
Show MIRA FUCHS am 27.4.2017 im Labortheater 20 Uhr
Session 2: 29.6.2017 10 – 16 Uhr
Session 3: 12.7.2017 10 – 16 Uhr

Technologies of the Self: creating & presenting performance persona with the assistance of the selfie screen


Description:

In this 3 part workshop, performer & video artist, Melanie Jame Wolf will introduce her practice to students, discuss her influences (from Cindy Sherman through to contemporary  fashion stylists), and share some of her performance and persona making methodologies through a series of task-based practical exercises. The workshops will work in support of Prof. Kattrin Michel's Catwalk project. Across the three sessions, students will be introduced to different strategies of persona, drag & fabulation; in particular how to use fantasies of the self as material, and how to embrace the idea of the selfie as a productive place of empowerment and research. They will be introduced to the ways in which DIY costume, art direction & the use of selfies, video, and 'the frame' can assist and enrich this process and also how personas can be presented live.

Bio:
Melanie Jame Wolf is an Australian-born artist who lives & works in Berlin. This work is about love, gender, economies, and ghosts of many kinds – historical, personal, cultural. It is made both solo and with friends. This practice operates with greater and greater fluidity at points where the live performing body and the screen intersect and interplay; shaping through the ways in which these modes limit and extend one another in turn.

Melanie Jame has shown work throughout Australia and internationally in a variety of theatre and visual arts contexts including: Arts House, Melbourne; Hebbel am Ufer, Berlin; Sophiensaele, Berlin; NGBK, Berlin; Buzzcut Festival, Glasgow; Münchner Kammerspiele, Munich; Kiasma Museum of Contemporary Art, Helsinki; Antistatic Festival, Sofia; transeuropa Festival, Hildesheim; L'Amour, Paris; & VAEFF Film Festival, New York City.
In 2017, she will premiere the solo performance and video work HIGHNESS at Sophiensaele, Berlin. This work is the second in a trilogy of pieces named 'Affected Economies', which is about the archetypal possibilities available for performing womanhood. The first work in this series is the solo performance MIRA FUCHS.

Melanie Jame holds an Master of Performance Research from the University of Helsinki and is a current PhD candidate in Performance Studies at Victoria University, Australia.

MIRA FUCHS:

Mira Fuchs is an expert. An expert private dancer. She is the public face of Savage
Amusement artist Melanie Jame Wolf's 8 year private life working as a stripper in one of the largest clubs in Melbourne. Mira wants to dance you through the myriad questions and contradictions of this work, that time & her world. Offering Melanie Jame's own experience as a looking glass through which audiences are invited to critically reflect on their own position in relation to stripping, Mira Fuchs draws on the specific vocabularies of this extended 8 year bodily practice. This work seeks to explore ideas around gender, sexuality, pleasure, performative intimacy, the gaze, and dance as labour.

Der Workshop ist Teil des Semesterprojektes von Kattrin Michel, es sind aber alle Student*innen aus Fachbereich I und II eingeladen. Voranmeldung für diejenigen, die nicht in der Klasse Michel sind bitte unter:
melanie.jame.wolf©gmail.com