Professorin Dr. Stefanie Wenner

seit 2015
Professur an der HfBK Dresden – Angewandte Theaterwissenschaft und Produktionsdramaturgie

Kontakt

Prof. Dr. Stefanie Wenner
Güntzstraße 34
Raum 205
Tel. 4402-2139
wenner©hfbk-dresden.de

AKTUELL
matter: stages of agency
apparatus

Lehrveranstaltungen Angewandte Theaterwissenschaft und Produktionsdramaturgie
Wintersemester 2017/18

Seminare

Prof. Dr. Stefanie Wenner
Sandra Noeth

Workshop

Isaac Spencer


Vorlesung Mo 13.30–15.00 / Hörsaal Güntzstrasse
KÖRPER

Immer Ärger mit dem Körper: er altert, wird krank, macht nicht, was wir wollen. Er wird gegendered, zugerichtet und getrimmt, soll funktionieren oder gleich ganz verschwinden in der Zone geistiger Freiheit. Er ist immer im Weg und doch wahrscheinlich das einzige was wir haben, nein sind. Theater funktioniert auf der Basis von Körpern, nicht nur menschlichen Körpern, im Raum. Sind diese Körper Instrument einer Darstellung, führen sie etwas auf oder sind sie Performer, bringen also genau diese Situation gemeinsam hervor? Welche Rolle spielt der Kollektivkörper des Publikums für das Theater? Welche der komische, groteske, aber auch der virtuose Körper? Wo sind Grenzen, zwischen Körpern, wo verfließen sie? Sind wir nun jenseits der Grenze zwischen menschlichen und nicht-menschlichen Körpern angekommen, mit Herzschrittmachern, Prothesen und Handys?
Die Vorlesung behandelt den Körper im Theater und widmet sich historischen ebenso wie gegenwärtigen Fragen. Sie wird sich dem Tanz nähern, sowie der Commedia dell’Arte, der Schauspielkunst des 18. Jahrhunderts und dem „Phantasma der natürlichen Gestalt“. Sie ist Teil der über 4 Semester angelegten einführenden Vorlesung in „Gegenstände des Theaters“. Regelmäßige Teilnahme, die Übernahme eines Protokolls oder Referats in der Übung sind Voraussetzung für den Erwerb von Credits Points.

Module T 1, T 2, 2

ÜBUNG zur Vorlesung Dienstag 9.00–10.30 Uhr / Raum 215



Kompaktseminar:
FAST FORWARD: Ein Festival in der Aufführungsanalyse

Vom 2. – 5.11.17 findet das Festival Fast Forward des Staatsschauspiels Dresden an verschiedenen Spielorten in der Stadt, u.a. bei uns im Labortheater statt. Es ist ein Festival für junge Regie, teilweise werden Arbeiten noch Studierender gezeigt. Am Rande des Festivals ist eine Gruppe von internationalen Studierenden zu Gast, mit denen gemeinsam wir Gespräche und Workshops in der Zeit des Festivals erleben werden. Vorbereitend werden wir uns einmal treffen, um über Aufführungsanalyse zu sprechen. Aufführungsanalyse entstand im Zuge der Hinwendung zu Theater als ganzer Erfahrung, die nicht einfach nur einen Text inszeniert, sondern in all ihren Elementen ernst genommen und beschrieben werden muss. Am Mittwoch den 1.11.17 haben wir Gelegenheit zu einem Gespräch mit der Kuratorin des Festivals und können Sie befragen: Wie wählt sie aus? Was interessiert sie? Wie kuratiert sie? Wir stürzen uns mit diesem Werkzeug in das Festival und schauen zu, reden, analysieren. Gemeinsam entwickeln wir einen Fragenkatalog für die Gespräche mit den im Festival gezeigten Künstler_innen, die ihr jeweils zu zweit oder zu dritt in gemischten Gruppen aus Grund- und Hauptstudium am letzten Festivaltag moderieren sollt.

Module 2, 5, 8, 11

Vorbereitungstreffen 23.10.17 / 11.00–12.30 / Raum 227
Treffen mit der Kuratorin 1.11.17 / 10.00–12.00 / Raum 228
Festivalbesuch 2.–5.11.17 / Zeiten werden noch besprochen



Projektseminar mit Gästen:
Let’s do it: Homegrown FESTIVAL

Was ist eigentlich ein Festival, wenn es nicht ein Musikfestival, bei Speis, Trank und anderen Drogen unter freiem Himmel ist? Das Theatertreffen ist das Festival des deutschsprachigen Theaters, eine Einladung nach Berlin im Mai verschafft Sichtbarkeit und möglicherweise Ruhm. Die kleine Schwester, das Impulse Festival versucht ähnliches für die freie Szene mit geringeren Folgen. Zwischen Wiener Festwochen, Avignon und Favoriten, dem Festival Belluard, dem Kunstenfestival des Arts in Brüssel, dem Zürcher Theaterspektakel und out now in Bremen und darüber hinaus hat sich eine reichhaltige Festivalszene entwickelt. Auch Studiengänge haben eigene Festivals, manchmal gleich mehrere. Wir sprechen über Sinn und Form dieser Veranstaltungen und denken nach: Wäre ein Festival eine gute Form für unsere Hochschule? Welche Form müsste das genau sein? Beginnend mit dem gemeinsamen Besuch von Fast Forward starten wir unsere Recherche. Wir sprechen mit Kurator_innen und Dramaturg_innen über ihre Festivals. Und dann machen wir das: ein kleines Festival, oder wie auch immer wir das dann nennen, homegrown.

Module 5, 8, 11

Montag 15.30–17.00 / Raum 229



Colloquium: Gruppenkonsultation für Diplomand_innen nach Absprache.

Individuelle Konsultationen oder Atelierbesuche nach Termin, bitte vereinbaren unter wenner@hfbk-dresden.de

Sprechstunde, Montag 17.30–18.30 / Raum 205 Güntzstr. 34



Gastdozenten:
Fremde Körper? De-koloniale Praktiken in zeitgenössischer Choreografie und Performance
Sandra Noeth (Tanzwissenschaftlerin)

Von der künstlerischen Aufarbeitung exotistischer Körper-Ausstellungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts über choreografische Recherchen zur Wieder-Aneignung vergessener kollektiver Gesten bis hin zur kritischen Reflexion einer westlich geprägten Idee von Zeitgenossenschaft im Tanz: die Frage nach der Erfahrung und Repräsentation von ‚fremden’ Körpern bestimmt aktuelle künstlerische wie theoretische Auseinandersetzungen in Choreografie und Performance. Das Seminar führt anhand einer Reihe künstlerischer, vorwiegend außereuropäischer Beispiele in Debatten um Postkolonialismus und kulturelle Aneignung in der zeitgenössischen Kunst ein. Wie können de-koloniale Raum- und Bewegungspraktiken heute aussehen? Wie können auf kollektive Körper-Konzepte beruhende Prozesse der Zensur und Selbstzensur in der Kunst analysiert und performativ bearbeitet werden?

29.11.17 / 2–14 Uhr (Einführung), 13. und 14.12.17 12.00–17.00 / Raum laut Aushang
Module 8 und 11


Isaac Spencer (Tänzer und Choreograf)
Workshop: Tanzpraxis

We will practice “bewegungsprinzipien” from Mary Wigman, namely GLEITEN, KREISE, DREHEN, and VIBRATO. We will investigate how the breath can command movement as well as how the space can be utilized as a partner, researching how movement expresses itself in the singular body as well as in the collective body. We will work with choreographed exercises as well as structured improvisation. Movement qualities deriving from the participants will be abstracted and used as choreographic material. Using Wigman’s dance practice as a starting point, we can analyze the path from learned material to free expression and critically evaluate this as both a pedagogical and performance practice.

Mit Voranmeldung bitte bis spätestens 15.10. an: wenner@hfbk-dresden.de

4 Termine Mitte wöchentlich Mitte November bis Mitte Dezember, Zeit und Ort per Mail.

Dieses Angebot richtet sich an alle Studierenden, besonders aber an diejenigen, die bei Nadia Fistarol oder Kattrin Michel einen Tanzschwerpunkt in diesem Semester belegen. Die Teilnehmer_innenzahl ist begrenzt. Anmeldungen werden in der Reihenfolge ihres Eingangs per Email berücksichtigt.