Foto: Kattrin Michel

Prof. Kattrin Michel

seit 2009
Professorin an der HfBK Dresden

Kontakt

Prof. Kattrin Michel
Güntzstraße 34
Raum 232
Tel. +0351.4402–2201
kattrinmichel(at)hfbk-dresden.de

Vita

Bühnen- und Kostümbilder entstehen aus der intensiven Beschäftigung mit einem Gegenstand, in der Regel einem literarischen oder musikalischen Werk. Unter Umständen auch einfach mit einem Thema.

Während des Studiums arbeitet man in einem geschützten Raum, diese Phase ist sehr wertvoll für die Herausbildung der eigenen Künstlerpersönlichkeit. Dabei sollte die Einübung der kritischen Hinterfragung des zu bearbeitenden Materials besonderes Gewicht haben.
Ausdrucksmittel entdecken, eigene Standpunkte entwickeln und verteidigen – die Voraussetzungen jedes einzelnen dafür sind so unterschiedlich wie die daraus entstehende Form des künstlerischen Ausdrucks.

Der Weg bis zur Aufführung, die Aufführung selbst, ist ein kollektiver Prozess. Die Befähigung zum kollektiven Arbeiten, zur Kommunikation und Diskussion ist eine Qualität, die im Rahmen der Hochschul- und Projektarbeit erprobt werden kann. Bühnen-und Kostümbildner_innen müssen über eine konzeptuelle Erarbeitung hinaus in der Lage sein, auf konkrete Situationen und Orte produktiv zu reagieren. Zeiträume, Orte schaffen klare Begrenzungen. Theaterarbeit ist prozesshaft und gegenwärtig um den Preis der Flüchtigkeit jeder Aufführung.

Lehrangebot Wintersemester 2018/2019

Semesterentwurfsprojekt: LAGER
Lager für Flüchtlinge, Vertriebene, Migranten, Ausländer, Wartezonen für Antragsteller, Transitzonen, Abschiebehaft, Identifizierungs- und Abschiebezentren, Aufnahmelager für Asylbewerber, Auffanglager, Flüchtlingsdörfer, Dörfer für Integration von Migranten, Ghettos, Dschungel, Asylantenheime, die Liste wird immer länger. Diese Liste verweist auf eine Realität, die zwar oft weitgehend unsichtbar, aber doch ständig präsent oder gar vertraut und letztlich banal ist. Das Lager ist zu einem strukturierenden Bestandteil des globalen Lebens geworden. Es wird nicht mehr als Skandal empfunden. Und das Lager ist nicht nur unsere Gegenwart, es ist auch unsere Zukunft, die Lösung, die es uns ermöglicht, Störendes auf Distanz zu halten, und alles Überschüssige – Menschen, organisches Material oder Industrieabfälle – aufzunehmen oder wegzuschaffen. Kurz gesagt, das Lager ist eines der Mittel, mit denen heute die Welt regiert wird.
(aus Achille Mbembe: Politik der Feindschaft, Suhrkamp 2017)

Exkursion:  Terezín 18. – 20. 10. 2018
Terezín, eine 1790 erbaute Garnisonsstadt, erlangte traurige Berühmtheit durch ihre Nutzung als Konzentrationslager während des Nationalsozialismus. Mit einem propagandistischen Film und einer inszenierten Begehung durch das Deutsche Rote Kreuz konnte das Lager der Öffentlichkeit als vorbildliche, durch Juden selbst verwaltete Stadt präsentiert werden. Adolf Eichmanns Administration verwandelte  das ehemalige Gestapogefängnis für Oppositionelle in ein Konzentrationslager, in welchem zeitweise 58.000 Menschen lebten.

Screenings:
„Shoa“ (C. Lanzmann, 1985)
„Le dernier des Injustes“ (C. Lanzmann, 2015)
Der Film über den letzten der insgesamt drei Lagerältesten, den Wiener Rabbiner Murmelstein, erlaubt detaillierte Einblicke in die Zeit der Nutzung der Stadt durch die Nationalsozialisten und die Politik Eichmanns zur Umsetzung der „Endlösung“. Die Interviews mit Murmelstein wurden 1973 in Rom gedreht und waren Teil der Dreharbeiten für „Shoa“. Lanzmann entschied nach den Interviews, der komplexen Thematik Theresienstadt einen eigenen Film zu widmen. Dieser Film erschien 2015, ergänzt um die Kommentare über 80-jährigen Claude Lanzmann. 

Literatur:
Siehe Semesterapparat

Gäste:
Samia Henni http://www.samiahenni.com/writes.html

Termine: werden bekanntgegeben

Exkursion Terézín: 18. – 20. 10. 2018
Die Arbeit der Studierenden soll im Rahmen der Prager Quadriennale 2019 in der Sektion „students exhibition/formations“ gezeigt werden.
Aufbau PQ: 3. – 5. 6. 2019 / Eröffnung PQ: 16. 6. 2019 

Sprechstunde: Donnerstags ab 14:00 und nach Vereinbarung

http://hfbk-michel.de/