
seit 2001
Professur an der HfBK Dresden
Grundlagenstudium
Prof. Marc Deggeller
Güntzstraße 34
Raum 335
Tel. 0351.4402–2218
deggeller©serv1.hfbk-dresden.de
In der Lehre fordere ich elementare Kompetenzen im räumlich-figürlichen Konzipieren, Entwerfen und Umsetzen in der kontextuellen Realität. Nicht die Abbildung von Realität, sondern die Wahrnehmung des Inhaltes gilt es lebendig zu machen. Raum und Darsteller sind Vermittler, um Assoziationen und Reaktionen beim Rezipienten zu entfachen. Kunst ist keine Erlösung, aber sie eröffnet Raum für Reflektionen.
Text und Musik bilden die Basis zur Produktion szenischer Bilder, Räume und Kostüme der Protagonisten. Die künstlerischen Visionen und Konzepte entwickeln sich aus der Wahrnehmung und Definition der gegebenen Themen, wobei jedoch auch zu eigenständigen Projekten Anregung stattfindet. Wir produzieren Interessen und Anliegen nicht nur in utopischen, sondern auch in realisierbaren Kunsträumen. Wenn kulturelle Kommunikation, individuelle Fantasie, künstlerischer Wagemut und technische Erfindungen sich ergänzen, sind die Studierenden in diesem spezifischen Medium angekommen. Um die vielen Epochen- und Themenbereiche im Studium kennen zu lernen, fordert die Lehre künstlerisch-mediale und theoretische Recherchen und Produktionsweisen.
Bühnen- und Kostümbild ist einerseits eine künstlerisch-selbständige Arbeit und andererseits Teil einer künstlerischen Gesamtproduktion. Ich gestalte alle bildnerischen Aspekte des szenischen Mediums. Inszenierungen manifestieren sich immer mehr in vielgestaltigen medialen Räumen. Dies sind nebst dem klassischen Theaterraum auch Projekträume, für die ich als Bühnenbildner interdisziplinäre künstlerische Spielräume entwickle. Für die szenischen Partner entwerfe ich gesetzte oder prozesshafte Handlungsräume.
Als Theaterschaffender interessieren mich die Menschen in ihren Beziehungen zum Menschen, zu der Gesellschaft und im Raum-Zeitkontext.
Theater ist immer und überall …
Biografien, Charaktere, Geschichten, Diskurse und Kompositionen verlangen nach temporären Räumen sowie zeitlichen Strecken der Veränderung und Entwicklung.
Lebens- und Kulturräume von der Antike bis in die Gegenwart sind die nährenden Stoffe, die es zu übersetzen gilt. Das ist das grenzenlose Potential, das mich inspiriert und zur künstlerischen Raumkomposition verführt.
Die Themen kreisen im Wesentlichen um die Lebensträume und -krisen. Es ist Herausforderung und Abenteuer zugleich, diese epochale Zeitreise durch die gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Zustände gegenwärtig zu machen. Ich nutze den Fundus dieser Stoffe, um persönlich-künstlerische Perspektiven und Lösungen zu entwickeln und zu realisieren. Unser künstlerisches Medium ist dynamisch – ich bilde Zustandsräume und ermögliche Handlung durch Setzung und Transformation der Mittel.
Marc Deggeller