
seit 2008
Professur an der HfBK Dresden
Prof. Dr. Thomas Danzl
Güntzstraße 34
Raum 146
Tel. 0351.4402–2246
danzl©serv1.hfbk-dresden.de
Die Fachklasse Kunsttechnologie, Konservierung und Restaurierung von Wandmalerei und Architekturfarbigkeit ist seit ihrer Gründung 1983 als erste akademische Hochschulausbildung für Wandmalereirestauratoren im deutschsprachigen Raum um deren Professionalisierung bemüht.
Einen hohen Stellenwert nimmt die Beschäftigung mit mal-, material- und werktechnischen Aspekten von figürlicher und dekorativer Wandmalerei, mit Putzen und ihren Bindemittel (Hochbrandgips, Kalk, Zement, Lehm), mit Stuck und Mosaik sowie schließlich mit Architekturfarbigkeit auf unterschiedlichen Trägern ein.
Zweifellos stellt die Auseinandersetzung mit Aspekten der Materialalterung, mit komplexen Schadensbildern und Schadensmechanismen einen wesentlichen Schwerpunkt der Lehre dar, die in der Entwicklung präventiver bzw. angepasster eingriffsarmer Konservierungstechniken und – Materialien, in der Diskussion über eine angemessene Integration von Fehlstellen sowie schließlich in der Überprüfung des Restaurierungserfolges (Monitoring, Wartung und Pflege) mündet.
Zunehmend finden hier auch Aspekte der Fachbauleitung, der Raumbucherstellung und der Befundsicherung einen angemessenen Rahmen.
Schließlich stellt die theoretische wie praktische Beschäftigung mit Materialien und Werktechniken der Klassischen Moderne und der Nachkriegsmoderne in Ost und West in ihrer Verschränkung mit der Geschichte der Denkmalpflege und der Restaurierung einen wichtigen Schlüssel für die zunehmend drängendere Problemstellung einer „Restaurierung der Restaurierung“ dar.
Von Anfang an ist für die Arbeit der Fachklasse eine enge und kontinuierliche Zusammenarbeit mit der staatlichen und kirchlichen Denkmalpflege als zukünftiges Arbeitsgebiet unserer Absolventen prägend. Die konservatorisch und restauratorisch anspruchsvolle Praxisarbeit findet in der Regel vor Ort in Kirchen, Schlössern und Bürgerhäusern etc. statt.
Die Werkstattarbeit in unserem hervorragend ausgestatteten Atelier und im Mörtellabor ergänzt die Baustellenarbeit durch die experimentelle Vertiefung von konservatorischen Einzelaspekten anhand von Versuchsreihen an Probekörpern. Die Erprobung historischer Handwerks- wie Kunsttechniken wird während der vorlesungsfreien Zeit in Seminaren mit externen Dozenten ermöglicht.
Materialkundliche Themenstellungen im Rahmen von Praxis-, Seminar- und Diplomarbeiten werden in enger Zusammenarbeit mit dem hauseigenem Labor für Archäometrie theoretisch und praktisch bearbeitet und je nach Bedarf durch Kooperationen mit staatlichen wie privaten Partnern ergänzt.
Der frühe und notwendigerweise stark interdisziplinär geprägte Kontakt mit freiberuflichen Restauratoren, Naturwissenschaftlern, Handwerkern, Denkmalpflegern, Bauherren, Architekten, Bauforschern, Statikern etc. fordert die fachliche Kommunikations- und Überzeugungsfähigkeit unserer Studierenden heraus und befördert ihre Fähigkeit zur zunehmend eigenverantwortlichen Arbeit schon während des Studiums.
So ist es nur folgerichtig, dass bei der Abschlussarbeit die obligatorische Erstellung einer Objekt- und Restaurierungsgeschichte, einer Bestands- und Zustandsdokumentation wie die Diskussion und Bestimmung des Handlungsbedarfes sowie die Entwicklung stufenweiser bzw. alternativer und kritisch hinterfragter Konservierungs- und Restaurierungsvorschläge um die Herausarbeitung z.B. eines kunsttechnologischen, restaurierungsgeschichtlichen oder konservierungstechnischen Aspektes ergänzt und vertieft wird.
Die Schärfung eines ganzheitlichen konservatorischen Blickes auf die Architektur und ihre bewegliche und unbewegliche Ausstattung wird durch gemeinsame Exkursionen ins In- und Ausland gefördert. Darüber hinaus wird den Studierenden über die nationale wie internationale Vernetzung der Fachklasse schon während des Studiums die Möglichkeit zur Verortung der eigenen fachlichen Kompetenz und Studienleistung geboten.
Als relativ junges und in vielen Bereichen noch unbearbeitetes Forschungsgebiet bieten sich zahlreiche Möglichkeiten zur Weiterqualifizierung im Rahmen einer Promotion.