veni, vidi... vici

Was kann es besseres geben, als den dunklen Wintern des barbarischen Nordens zu entkommen und in den Luxus Roms zu tauchen? - Eine Frage, die sich wohl schon vor 2000 Jahren manch antiker Legionär stellte. Mit ähnlich ambitionierten Tagesmärschen tastete sich eine kleine Legion der Fachklasse kurz vor Weihnachten an die Geschichte der großen Stadt.

Anstatt die imposante Fassade von Termini bei der Ankunft zu bestaunen, wurden wir jedoch gleich einem Teil unseres Marschgepäcks entledigt. Und auch die nächsten Tage sollten zeigen, welche Kluft zwischen verzweifelt arm und dekadent reich, sich in den Straßen widerspiegelte. Trotz diesem unerfreulichen Starts sollte die Woche auch von einer Fülle spannender Eindrücke geprägt sein.

Dabei konnten wir unter anderem durch Besuche der vatikanischen Restaurierungswerkstätten, den Fachklassen des L'Istituto Superiore per la Conservazione ed il Restauro und den Räumlichkeiten von ICCROM einen interessanten Einblick in die italienische Restaurierungspraxis erhaschen. Nach ermüdenden Zwölf-Stunden-Märschen mit regelmäßigen Anfällen des Stendhal-Syndroms, wurde sich dann meist der kulinarischen Seite der Stadt zu gewandt.

In einem Lokal, das sowohl hinsichtlich der Bedienung, als auch der Einrichtung als „antik" bezeichnet werden darf, wurde in dreisprachiger Runde, dem Schmelztiegel der Kulturen huldigend, die Völlerei vollzogen.

Bei lauwarmem Wind konnten wir dann mit dem Fahrrad die schnurgerade Via Appia genießen, und die monumentalen Architekturen des EUR, wie den Colosseo quadrato oder den Palazzo dei Ricevimenti e Congressi bestaunen.

Zurück im Zentrum der Stadt wurde der große Konkurrenzstreit zwischen den Architekten Bernini und Borromini mit ihren zahlreichen Brunnen, Plätzen und Fassaden an fast jeder Ecke begreifbar. Bis auf einen harmlosen Regentag, der sofort für einen Besuch im Museo Nazionale Romano mit seinen Wandmalereiabnahmen und Mosaiken umdisponiert wurde, war dieser Feldzug von schönem Wetter gesegnet.

Es bleibt zu sagen, dass diese Stadt nicht in einer Woche zu erobern ist, und so werden wir wohl alle auf Umwegen wieder kommen, um die Sonne, die Menschen und die Kultur zu genießen.

Leonard John, Prof. Dr. Danzl

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