Kunsttechnologie, Konservierung und Restaurierung von Wandmalerei und Architekturfarbigkeit

  • Festigung loser Malschichten
  • Mit dem Rad durch Rom und auf der Via Appia Antica
  • WM MSt
  • Rudolstadt, Heidecksburg - Arbeiten im Team

Profil

Die Fachklasse Kunsttechnologie, Konservierung und Restaurierung von Wandmalerei und Architekturfarbigkeit ist, seit ihrer Gründung 1983, als erste akademische Hochschulausbildung für Wandmalereirestauratoren im deutschsprachigen Raum, um deren Professionalisierung bemüht.

Einen hohen Stellenwert nehmen mal-, material- und werktechnische Aspekte von figürlicher und dekorativer Wandmalerei ein. Das Studium vermittelt ein fundiertes Wissen über Architekturfarbigkeit auf unterschiedlichen Trägern. Dies schließt vor allem neben den Putzen und ihren unterschiedlichen Bindemitteln (Hochbrandgips, Kalk, Zement, Lehm), auch beispielsweise Stuck und Mosaik mit ein.  

Zweifellos stellt die Auseinandersetzung mit Aspekten der Materialalterung, mit komplexen Schadensbildern und Schadensmechanismen, einen wesentlichen Schwerpunkt der Lehre dar. Mit Augenmerk auf präventive und eingriffsarme Konservierungsmöglichkeiten wird auch die Frage nach angemessener Fehlstellenintegration diskutiert. Anschließend spielt in unserer Lehre ebenso die langfristige Überprüfung des Restaurierungserfolges durch Monitoring, Wartung und Pflege eine wichtige Rolle.

Zunehmend finden auch Aspekte der Fachbauleitung, der Raumbucherstellung und der Befundsicherung Einzug in die Ausbildung.

Schließlich stellt außerdem die theoretische wie praktische Beschäftigung mit Materialien und Werktechniken der Klassischen Moderne und der Nachkriegsmoderne in Ost und West einen Schwerpunkt dar. In Verbindung mit der Geschichte der Restaurierung und der staatlichen Denkmalpflege, nimmt vor allem die zunehmend drängendere Problemstellung einer „Restaurierung der Restaurierung“ einen wichtigen Stellenwert ein.

Von Anfang an ist die Arbeit der Fachklasse durch eine enge und kontinuierliche Zusammenarbeit mit der staatlichen und kirchlichen Denkmalpflege, als zukünftiges Arbeitsgebiet unserer Absolventen, geprägt. Die konservatorisch und restauratorisch anspruchsvolle Praxisarbeit findet in der Regel vor Ort in Kirchen, Schlössern und Bürgerhäusern etc. statt.  

Die Werkstattarbeit in unserem hervorragend ausgestatteten Atelier und im Mörtellabor ergänzt die Baustellenarbeit durch die experimentelle Vertiefung von konservatorischen Einzelaspekten anhand von Versuchsreihen an Probekörpern. Die Erprobung historischer Handwerks- wie Kunsttechniken wird in unterschiedlichen Seminaren mit externen Dozenten ermöglicht.  

Materialkundliche Themenstellungen, im Rahmen von Praxis-, Seminar-  und Diplomarbeiten, werden in enger Zusammenarbeit mit dem hauseigenen Labor für Archäometrie theoretisch und praktisch bearbeitet. Je nach Bedarf und Fragestellung wird die Arbeit durch Kooperationen mit staatlichen wie privaten Partnern ergänzt.    

Der frühe und notwendigerweise stark interdisziplinär geprägte Kontakt mit freiberuflichen Restauratoren, Naturwissenschaftlern, Handwerkern, Denkmalpflegern, Bauherren, Architekten, Bauforschern, Statikern etc. fordert die fachliche Kommunikations- und Überzeugungsfähigkeit unserer Studierenden heraus. Damit wird die eigenverantwortliche Arbeit schon während des Studiums erlernt.

Praxisarbeit, wissenschaftliche und interdisziplinäre Lehre bereitet unsere Studierenden möglichst optimal auf den Abschluss vor.  Mit der Abschlussarbeit, die obligatorische Erfassung einer Objekt- und Restaurierungsgeschichte, einer Bestands- und Zustandsdokumentation, wie die Diskussion und Bestimmung des Handlungsbedarfes, sollen die Absolventen außerdem in Lage sein, alternative und kritisch hinterfragte Konservierungs- und Restaurierungsvorschläge zu erarbeiten. Diese Überlegungen werden durch kunsttechnologische, restaurierungsgeschichtliche oder konservierungstechnische Aspekte während des Studiums ergänzt und vertieft.

Die Schärfung eines ganzheitlichen konservatorischen Blickes auf die Architektur und ihre bewegliche und unbewegliche Ausstattung wird durch gemeinsame Exkursionen ins In- und Ausland geschult. Darüber hinaus wird den Studierenden über die nationale wie internationale Vernetzung der Fachklasse schon während des Studiums die Möglichkeit zur Verortung der eigenen fachlichen Kompetenz und Studienleistung geboten.

Als relativ junges und in vielen Bereichen noch unbearbeitetes Forschungsgebiet bieten sich zahlreiche Möglichkeiten zur Weiterqualifizierung im Rahmen einer Promotion.