Prof. Dr. Constanze Peres

seit 1994
Professur an der HfBK Dresden

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Philosophie/Ästhetik
Prof. Dr. Constanze Peres
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LEHRE UND FORSCHUNG

Kunst und Philosophie haben mindestens drei Aspekte gemeinsam: Erstens bilden Kunst, ästhetische Erfahrung und ästhetische Werte die Themenfelder der philosophischen Ästhetik: sie reflektiert Probleme wie künstlerische Kreativität, den Begriff des Kunstwerks, den Erkenntnis- und Zeichencharakter der Kunst wie auch die Symbolisierungsweisen von Kunstwerken, das Verhältnis von Natur und Kunst, den Unterschied von künstlerischen Werken und Alltagsgegenständen etc.

Zweitens sind Philosophie und Kunst die einzigen Bereiche menschlicher Erkenntnis, die »professionell«, wenn auch in sehr unterschiedlichen »Sprachen«, fundamentale Probleme der Wirklichkeit formulieren: Mensch in Welt, Realität und Fiktion, Raum und Zeit, Leben und Tod, Gott und Welt(en), Erfahrung, Gefühl und Erkenntnis; gendertheoretische Probleme, das Verhältnis von Geist und Körper etc. Philosophie und Kunst stellen solche Fragen drittens, weil sie die Welt nicht einfach als selbstverständlich nehmen; und sie stellen sie in einer Weise, die aus dem gewohnten Alltagsdiskurs ver-rückt erscheint. Daher treffen philosophisches Denken und künstlerisches Schaffen wechselseitig auf die Bereitschaft, sich auf ungewohnte Sichtweisen auf die Welt einzulassen und so zu neuen Erkenntnissen über sie zu gelangen. Ausgehend von der Auffassung, dass Philosophie Philosophieren ist, geht es deshalb in den philosophischen Seminaren, Vorlesungen und Ateliergesprächen nicht primär um die Vermittlung von Wissensbausteinen, sondern vielmehr darum, dass die Studierenden in der argumentativen Auseinandersetzung mit den »big questions«, die Philosophie und Kunst gleichermaßen antreiben, philosophische Denkwege zu »ihren« Fragen kennenzulernen und erforschen. Ziel ist es, durch die Diskussion bisheriger Klärungsversuche der Philosophie in Gegenwart und Geschichte das Bewusstsein für philosophische Problemfelder dieser Art zu schärfen, philosophische Neugier zu wecken, und auf methodische Weise zu eigenständigem Nach-, Mit-, und Weiterdenken anzuregen.

Der philosophische Ansatz von Constanze Peres, den sie in zahlreichen Publikationen zur Diskussion stellt, zielt darauf, das Ästhetische als eine grundlegende Dimension der Welt und des Menschen zu begründen. Diese Auffassung gründet ontologisch in einer Deutung der Wirklichkeit als Kontinuum, in dem die »Dinge«, die Erkenntnis, und unser symbolisch artikuliertes Denken über die »Dinge« – nicht getrennten Seinssphären angehören, sondern die zwei Seiten einer einzigen Wirklichkeit sind. In ihr wiederum sind der wissenschaftliche und der ästhetische Weltzugang zwar unterschieden, stellen aber keine gegensätzlichen Erkenntnisdimensionen dar. Ästhetische und speziell künstlerische Erkenntnisprozesse zeichnen sich zwar durch ganz eigene Charakteristika aus; dennoch lassen sich wesentliche Gemeinsamkeiten zwischen Kunst und Wissenschaft in der Art ihrer Welterschließung herausstellen wie z. B. die Aspekte der Intuition, der Kreativität, der Erfindung und Entdeckung, der Kohärenz und Konsistenz von Weltentwürfen, die Rolle von Erfahrung, Induktion, Hypothese und Experiment etc. Im Zuge dieser Untersuchungen erweist sich das Ergebnis künstlerischen Schaffens als prozessualoffenes und interaktives »Werk«, das kognitiv Bezug auf fundamentale Konstellationen der Wirklichkeit nimmt. Kunst trägt auf diese Weise konstitutiv zu unserem Weltverständnis bei.