Aus heutiger Sicht kann der Begriff der Struktur und seine Bedeutung nicht allein aus der lateinischen Wurzel 'structrura' – verstanden als materielle Konstruktion, Bauart, Gefüge, Aufbau oder Gliederung – hergeleitet werden. Im Sinne Kants und in der Folge des Strukturalismus werden Strukturen darüber hinaus als 'intelligible Organisationen' verstanden.
Bezogen auf die Architektur meint Struktur also nicht allein die Physis des Bauwerks, sondern auch das gedankliche Gerüst. Strukturen beschreiben den geistig-konzeptionellen Charakter funktionaler, sozialer, formaler, ästhetischer, räumlicher, plastischer, usw. Ordnungen, Organisationen und Zusammenhänge.
In Vorlesungen und Seminaren werden die strukturellen Grundlagen der Architektur am Beispiel elementarer Bau- und Raumformen vorgestellt.
Im Rahmen der semesterbegleitenden Studienarbeit besteht die Gelegenheit, Strategien des architektonisches Handelns und Denkens (Ideenfindung-, Entwicklung- und Darstellung einer arch. Struktur) am Beispiel eines Entwurfsexperimentes zu erproben. Die Bearbeitung wird von Konsultationen begleitet. Die Vorstellung der Ergebnisse dieser Studienarbeit erfolgt in gemeinschaftlichen Veranstaltungen zum Semesterende.
Vorlesung / Seminar (2-std.)
Montag 11:45 – 13:15 Uhr / Einführung am Montag 16.04.2012 um 11:45 Uhr
Güntzstr. 34, Raum 228
Die Geschichte der Architektur und ihre Zeugnisse liefern uns zahlreiche Informationen über die zivilisatorischen (gesellschaftlichen, politischen, sozialen u. technischen) Errungenschaften der jeweiligen Kulturen. Als Teil einer umfassenden Kulturgeschichte geben sie uns Auskunft über das Leben ihrer Erbauer und die gesellschaftlichen Inhalte unterschiedlicher Epochen. Ausgewählte Beispiele zur Geschichte und Theorie der Architektur (Europas und des Abendlandes) werden den Studierenden im Rahmen einer auf drei Semester angelegten Vorlesung dargestellt.
Unter dem Titel 'Geschichte und Theorie der Architektur' wird im vierten Teil dieser Reihe ein Bogen geschlagen, der ausgehend von der klassischen Moderne bis zur Gegenwart und den zeitgenössischen Entwicklungen reicht.
Im Rahmen eines anschließenden Ausfluges bzw. Exkursion, werden ausgewählte Bauten der dargestellten Epoche besichtigt. Gegenstand der Studienaufgabe ist die Recherche und die Analyse am Beispiel exemplarischer Bauwerke bzw. Persönlichkeiten der vorgestellten Epoche. Die Bearbeitung wird von Konsultationen begleitet und die Ergebnisse in gemeinschaftlichen Veranstaltungen zum Semesterende vorgestellt.
Vorlesung / Seminar (2-std.)
Dienstag 09:45 – 11:15 Uhr / Einführung am Dienstag 17.04.2012 um 09.45 Uhr
Güntzstr. 34, Raum 228
Bereits in den frühesten Darstellungen die wir heute kennen, scheinen elementare räumliche Verhältnisse – vorn und hinten, fern und nah, oben und unten – zum Ausdruck zu kommen. Mit unterschiedlichen Mitteln gelingt es den Menschen seit der Steinzeit räumliche Erfahrung nachvollziehbar auf der Fläche abzubilden.
In der Folge zeugen Berichte und Fundstücke aus den antiken Anfängen von den intensiven Bemühungen um die Erforschung der Zusammenhänge zwischen den Problemen der Darstellung und den Vorgängen des Sehens. Darstellungen, die uns mit zunehmender Glaubwürdigkeit die Illusion räumlicher Tiefe vor Augen führen, sind der Beleg für den hohen Wissensstand um die Wechselwirkungen vom Auge, seiner Umgebung und dem Licht.
Aus dem Bündnis der Wissenschaften - der Optik und der Geometrie - gehen bald Theorien hervor, die den Vorgang des Sehens auf der Grundlage gradliniger Strahlen zwischen Auge und Objekt erklären. Erste zentralperspektivische Darstellungen lassen uns das antike Wissen um die Beziehung zwischen Betrachterauge und Objekt, und das Bewusstsein um die Konvergenz paralleler Linien, deren Abstand in größerer Ferne kleiner erscheint, erahnen.
Mit dem Beginn der Neuzeit bleibt es schließlich den Künstlern der Renaissance vorbehalten, die Zentralperspektive als schlüssiges mathematisches Konstruktionsverfahren zu formulieren, dass den Vorgängen des Sehens wiederum ein Stück näher kommt. Ihre Gesetzmäßigkeiten bilden bis heute die Grundlage für eine ganze Reihe weiterer Methoden und Techniken, mit denen sich räumliche Anordnungen in die Fläche projizieren lassen.
In den Veranstaltungen des Seminars werden die gebräuchlichsten Verfahren in Vorträgen und Modellen vorgestellt.
Vorlesung/Seminar (2-std.)
Dienstag 11:45 – 13:15 / Einführung am Dienstag 17.04.2012 um 11:45 Uhr
Güntzstr. 34, Raum 228
In Folge der Industrialisierung setzt nach dem Rückbau der Festungsanlagen nicht nur in Dresden eine großangelegte städtebauliche Entwicklung ein. Von ca. 60.000 Einwohnern wächst die Stadtbevölkerung bis zur Jahrhundertwende auf etwa eine halbe Million Einwohner an. Die Verdichtung der Vorstädte, die Erschließung unbebauter Areale und die territoriale Erweiterung des Stadtgebietes durch Eingemeindungen sind die Folge.
Mit dem Umbauprozess von der mittelalterlich befestigten Stadt zur Großstadt ist auch in Dresden der Aufbau einer weit verzweigten kommunalen Versorgungswirtschaft verbunden. Ihre Unternehmen treiben den Bau und die Unterhaltung öffentlicher Infrastrukturen (Verkehr, Wasser/Abwasser, Gas, Elektrizität) und Versorgungseinrichtungen (Kraftwerke, Schlachthöfe, Krankenhäuser, Friedhöfe, Feuerwachen) voran. Als konstituierende Elemente der gründerzeitlichen Stadtentwicklung sind die Netze dieser Versorgung und ihre stadtprägenden Wirtschaftsgebäude zum Teil noch heute sichtbar.
In mehreren Ausflügen wollen wir den sichtbaren und unsichtbaren Spuren städtischer Versorgung von der Gegenwart bis zu den gründerzeitlichen Anfängen folgen. Seminartreffen werden der inhaltlichen Vorbereitung dieser Ausflüge dienen.
Seminar (2-std.)
Die Veranstaltungszeiten werden im Rahmen der Einführung festgelegt
(Einführung am Mo 16.04.2012 um 15:15 Uhr)
Güntzstr. 34, Raum 228
Projektseminar in praktischer Ästhetik, Teil I
gemeinsam mit Martin Honert und Dietmar Rübel
Die Lehrveranstaltung will in Kooperation von Lehrenden aus Theorie und Praxis ein experimentelles Format entwickeln und etablieren. Die Veranstaltungen finden in wechselnden Konstellationen im Sommersemester statt und sind jeweils einem konkreten Projekt außerhalb der Hochschule gewidmet.
In diesem Jahr wird die Aufmerksamkeit auf ein einzelnes Haus in Norditalien gerichtet. Dieses wird mit ausgewählten Studierenden im lokalen Kontext analysiert, um daraus mögliche Projekte zu entwickeln. Unser besonderes Interesse gilt den vielfältigen Beziehungen mit denen die Räume des historisch gewachsenen Ensembles in Verbindung stehen. Vor allem aber geht es darum neue Bezüge zu schaffen: Räume des Übergangs, die – durch Pforten und Fenster hindurch und über Schwellen und Simse hinweg – zur Auflösung vermeintlicher Gegenwelten wie Innen und Außen führen.
Blockveranstaltung: 28. Mai bis 2. Juni 2012