Gemeinsame Vortragsreihe - BAU|KUNST und spannweiten

Hochschule für Bildende Künste Dresden
Sächsische Akademie der Künste
Technische Universität Dresden

AB-BILDEN

Auf den ersten Blick ist Architektur keine abbildende Kunst – ihre Werke sind keine „Doppelgänger bekannter Wesen“. Dennoch kann sie sich weder von den aus ihrer Zweckgebundenheit resultierenden Sachzwängen noch von den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen oder von Vorbildern unterschiedlichster Art vollständig befreien. Das lange Zeit so populäre und oft missverstandene Diktum „form follows function“ sah Architektur gar als das direkte Abbild funktionaler Erfordernisse. Ist Architektur also doch Ab-Bild, zwar nicht einer äußeren Realität, aber Ausdruck ihres Gebrauchs und der inneren Bilder, aus denen wir als Entwerfer schöpfen? Im Rahmen der Vortragsreihe sind Vertreter aus Architektur, Bildender Kunst und Philosophie eingeladen, Ihre Positionen und Arbeitsweisen zu diesem Thema zu erörtern.

Konzept und Leitung:

Prof. Olaf Lauströer, Professur für Architektur und Raumgestaltung, HfBK Dresden / Theorie und Geschichte

Prof. Ivan Reimann, Professur für Gebäudelehre und Entwerfen, Fakultät Architektur / TU Dresden

Prof. Thomas Will, Professur für Denkmalpflege und Entwerfen, Fakultät Architektur / TU Dresden

Mit Unterstützung der Deutschen Werkstätten Hellerau und der Architektenkammer Sachsen, Schüco International KG und FSB GmbH + Co KG.

 

 

MITTWOCH, 28.10.2015, 19 Uhr

Hochschule für Bildende Künste,

Güntzstraße 34,

Großer Hörsaal im 2. OG

VERONIKA KELLNDORFER

Einführung und Moderation:

Prof. Olaf Lauströer, HfBK Dresden

Veronika Kellndorfer, bildende Künstlerin, 1962 in München geboren, studierte Malerei in Wien und Berlin. Zentrales Thema in Kellndorfers Werk ist die Beschäftigung mit der Architektur. Fotografien, zumeist ausschnitthafte Abbildungen öffentlich bekannter Bauten, werden von Kellndorfer in Form großformatiger Siebdrucke auf Glas, als mediale Schnittstelle unterschiedlicher Realitäts- und Bezugsebenen in neue architektonische Zusammenhänge transferiert. Für Ihre Arbeit hat sie zahlreiche Stipendien u.a. der Villa Aurora, Pacific Palisades (2003), der Villa Massimo, Rom (2005) sowie der Villa Kamogawa, Kyoto (2012) erhalten.

 

 

 

MITTWOCH, 11.11.2015, 19 Uhr

Technische Universität Dresden,

Zellescher Weg 19,

Andreas Schubert Bau, Hörsaal 120

JOSÉ MARIO GUTIÉRREZ MARQUEZ

Einführung und Moderation:

Prof. Thomas Will, TU Dresden

Der Architekt José Gutiérrez Marquez, geboren in Rosario, Argentinien, studierte an der Universidad de Nacional de Rosario und am Istituto Universitario di Architettura Venezia. Nach Mitarbeit in Büros in Argentinien, Italien und Berlin gründete er 1995 die Gemeinschaft Bruno Fioretti Marquez Architekten in Berlin. Das Büro BFM realisierte u. a. die Justizvollzugsanstalt Neuruppin-Wulkow und die Mittelpunktbibliothek Köpenick, für die es 2009 den Architekturpreis Berlin erhielt. Internationale Aufmerksamkeit fand die 2014 abgeschlossene „Städtebauliche Reparatur“ des Meisterhausensembles in Dessau mit der „unscharfen“ Wiedererrichtung des Direktorenhauses von Walter Gropius. Prof. Marquez lehrt an der Bauhaus-Universität Weimar.

 

 

MITTWOCH, 25.11.2015, 19 Uhr

Technische Universität Dresden,

Zellescher Weg 19,

Andreas Schubert Bau, Hörsaal 120

FRANÇOIS CHARBONNET

Einführung und Moderation:

Dr. Tom Schoper, TU Dresden

Der Architekt François Charbonnet, 1972 geboren in Genf, studierte Architektur an der ETH Zürich und verbrachte einige Zeit seines Studiums in New York. 2003 wurde das Architekturbüro Made in Sàrl von Charbonnet und Patrick Heiz in Genf gegründet. Für ihr international anerkanntes Projekt, die Villa Chardonne am Genfer See, erhielten sie 2009 den Stahlbaupreis und den Velux Award. Charbonnet lehrte an der ETH Zürich, der EPF Lausanne und ist aktuell Gastprofessor an der USI in Mendrisio. Nach dem Motto „Leben statt Kunst“ widersetzt er sich mit seinen Projekten der seiner Meinung nach normierten Architektur.

 

 

MITTWOCH, 09.12.2015, 19 Uhr

Technische Universität Dresden,

Zellescher Weg 19,

Andreas Schubert Bau, Hörsaal 120

WERNER NEUWIRTH

Einführung und Moderation:

Prof. Ivan Reimann, TU Dresden

Werner Neuwirth geb. 1964 in Bodenmühl/Kärnten studierte in Wien zunächst Malerei an der Akademie der bildenden Künste und im Anschluss Architektur, an der Universität für angewandte Kunst erwarb er das Architekturdiplom. Im Jahr 2000 gründete er sein eigenes Architekturbüro in Wien, 2013 wurde ihm der Preis der Stadt Wien für Architektur zugesprochen. Zu den bekanntesten Projekten des Büros zählt der Wohnpark PaN am Wiener Nordbahnhof, den Neuwirth gemeinsam mit den Architekten Sergison Bates (London) und Ballmoos Krucker (Zürich) errichtete. Mit seinen komplexen Bezügen zwischen drei individuell geprägten Einzelbauten wurde dieses Ensemble 2014 mit dem österreichischen Bauherrenpreis ausgezeichnet.

 

 

MITTWOCH, 13.01.2016, 19 Uhr

Hochschule für Bildende Künste,

Güntzstraße 34,

Großer Hörsaal im 2. OG

CHRISTOPH MARKSCHIES

Einführung und Moderation:

Prof. Ivan Reimann, TU Dresden

Der evangelische Theologe Christoph Johannes Markschies wurde 1962 in Berlin geboren. Er studierte Evangelische Theologie, klassische Philologie und Philosophie in Marburg, München, Tübingen und Jerusalem. Im Jahr 2001 erhielt er den Leibniz-Preis. Von 2006 bis 2010 war er Präsident der Humboldt-Universität zu Berlin. Seit 2004 betreut er dort den Lehrstuhl für Ältere Kirchengeschichte. Außerdem lehrt er an der Hebräischen Universität Jerusalem, predigt regelmäßig in Berlin und ist Kolumnist für das Monatsmagazin „chrismon plus“.

 

 

MITTWOCH, 20.01.2016, 19 Uhr

Technische Universität Dresden,

Zellescher Weg 19,

Andreas Schubert Bau, Hörsaal 120

GION A. CAMINADA

Einführung und Moderation:

Dr. Tom Schoper, TU Dresden

Der Architekt Gion A. Caminada, geboren 1957 in Vrin (Graubünden), machte eine Lehre zum Bauschreiner, besuchte die Kunstgewerbeschule und die ETH in Zürich, wo er das Architekturstudium abschloss. Caminada arbeitet als Architekt in seinem Heimatort Vrin, für dessen behutsame Erneuerung er weithin Anerkennung fand. Mit der Art und Weise, wie er neue Bauten den Ansprüchen und dem Charakter ländlicher Gemeinden zuordnet, gelang ihm eine überzeugende Neubestimmung des ortbezogenen Bauens. Für ihn hat Architektur den Anspruch, „Realitäten des Alltags“ aufzugreifen und somit „ganzheitliche Lebensräume im anthropologischen Sinne zu schaffen“. Prof. Caminada lehrt seit 1998 an der ETH Zürich.