Kunstgeschichte

Lehrveranstaltungen Sommersemester 2018


Friederike Sigler M.A.

Profil

Moderne und zeitgenössische Kunst, Theorien der Materialität, Kunst und Politik, Bildwissenschaft, immaterielle Arbeit und künstlerische Strategien des Widerstands

 

Seminar

Kunst und (Anti-)Faschismus

Seminar … 2-std. … wöchentlich
Jeweils Dienstag, 11:00-12:30 Uhr
Beginn: 10.04.2018
Güntzstr. 34, Raum 229

Kurz nachdem das Zentrum für Politische Schönheit dem Thüringer AfD-Frontmann Björn Höcke als Reaktion auf seine verleumderische „Dresdner Rede“ eine Version des „Denkmals für die ermordeten Juden Europas“ vor die Türe setzte, meldete sich sein Parteikollege Marc Jongen zu Wort. „Die ‚Freiheit der Kunst’ darf nicht missbraucht werden“ heißt es in einer Anfrage an den Bundestag. Der soll offiziell entscheiden, ob die Grenzen der Kunstfreiheit mit der Aktion überschritten werden und deshalb auch, ob die Stelen stehen bleiben dürfen oder nicht.

Dass es in rechten Strömungen nie um die „Freiheit der Kunst“ geht, hat die deutsche Geschichte mehr als deutlich gezeigt – und genau darum wird sich auch der erste Teil des Seminars drehen. Thematisiert wird sowohl das ästhetische Programm des Nationalsozialismus von Hitlers Kunstsammlung über Leni Riefenstahls Filme bis zu den Ausstellungen zu „Entarteter Kunst“ und dem wohl dunkelsten Kapitel der Dresdner Kunstakademie, aber auch die zahlreichen antifaschistischen künstlerischen Praktiken, von Käthe Kollwitz über John Heartfield und seinen Dada-Kolleg*innen bis zu Charlie Chaplin. Der zweite Teil des Seminars setzt nach 1945 an und behandelt zunächst die Reaktionen der Kunst auf den Faschismus und sein Erbe (u.a. am Beispiel von Gerhard Richter, Boris Lurie, Elmgreen & Dragset und Maria Eichhorn), um anschließend der Frage nachzugehen, inwieweit sich der erstarkte Rechtsruck in Politik und Gesellschaft heute auf Kunst und ihre Bedingungen auswirkt. Dazu werden neben Ausstellungen (z.B. „Political Populism“, Kunsthalle Wien 2015) und künstlerischen Positionen vor allem aktuelle Debatten im Feuilleton besprochen, die sich längst eingehend mit möglichen Folgen beschäftigen. Dazu gehört im Übrigen auch die Zukunft von Kunsthochschulen. Denn bisher tut sich die AfD nicht nur als Kunstpolizei hervor, die bestimmen will, was Kunst ist und was nicht, sondern auch mit der Forderung nach einer strikten Regulierung finanzieller Mittel der für ihren Geschmack zu pluralistischen und zu „linksideologischen“ Kulturlandschaft...

Einführende Literatur:
After Images – Kunst als soziales Gedächtnis. Ausst.-Kat.: Neues Museum Weserburg Bremen. Frankfurt a.M. 2004; Frommhold, Erhard (Hrsg.): Kunst im Widerstand – Malerei, Graphik, Plastik 1922 bis 1945. Dresden 1968; Identitätspolitik heute, Texte zur Kunst, Nr. 107/September 2017; Kunst im 3. Reich – Dokumente der Unterwerfung. Ausst.-Kat.: Frankfurter Kunstverein (u.a.), Frankfurt 1974; The Populism Catalogue. Ausst.-Kat.: NIFCA The Nordic Institute for Contemporary Art, Helsinki (u.a.). New York 2005; Zuschlag, Christoph: „Entartete Kunst“ – Ausstellungsstrategien im Nazi-Deutschland. Worms 1995.

Module: Fakultät I, 4 & 8 (Bildende Kunst); Fakultät II, 11 (Bühne); T2 & T3 (FHS); M8A/B & M13 (Restaurierung)

 

Offener Dialog

Ateliergespräche

Termine nach Vereinbarung
Ort nach Vereinbarung
sigler@hfbk-dresden.de

Ateliergespräche dienen der Präsentation und gemeinsamen Diskussion laufender oder in Planung befindlicher künstlerischer Projekte. Ziel ist eine kritische Reflexion und Klärung der eigenen Arbeit und Ansprüche im Gespräch, das unter anderem dazu beitragen sollte, die Möglichkeiten und Fähigkeiten zur Verbalisierung und begrifflichen Artikulation zu schärfen. Zur Sprache kommen sollten dabei historische Horizonte wie aktuelle Kontexte, einschließlich der eigenen Arbeitsbedingungen. Die Initiative zum Gespräch geht gleichermaßen von Studierenden wie Lehrenden aus. Ort und Zeit werden gemeinsam festgelegt.