Kunstgeschichte

Lehrveranstaltungen Sommersemester 2018


KERSTIN FLASCHE MA

Profil

Moderne und zeitgenössische Kunst, Geschichte und Theorie der Materialästhetik, insbesondere organischer Stoffe und mineralischer Naturalien, nicht-menschliche Einflüsse und Prozesse in der Kunst, Möbeldesign, Mode, Populärkultur, sowie transdisziplinäre Methoden, Gendertheorie und kuratorische Praxis.

Büro

Güntzstraße 34, Raum 206


Seminar

"Science"Art? Materialitäten von Forschung

Seminar … 2-std. … wöchentlich
Jeweils Dienstag, 17:15 - 18:45 Uhr
Beginn: 10.04.2018
Güntzstr. 34, Raum 228

„Künstlerisches Forschen“/„Artistic Research“ erlebt seit einigen Jahren eine kontroverse Konjunktur, dabei ist der Forschungsgedanke in den Künsten keinesfalls neu. Künstler*innen nutzen wissenschaftliche Verfahren und Wissenschaftler*innen bedienen sich künstlerischer Darstellungs- und Visualisierungstechniken. Doch nicht nur Methoden werden adaptiert, dem zeitgenössischen Kunstpublikum begegnet aktuell das gesamte Forschungsfeld der (Natur-)Wissenschaften im Ausstellungsraum – von der Biologie über Geo-Chemie bis zur Astronomie: Pierre Huyghe bediente sich bei den letztjährigen Münsteraner Skulpturenprojekten an biotechnologischen Verfahren und ließ Krebszellen wuchern, deren Vermehrungsprozess über eine Handy-App im digitalen Raum beobachtet werden konnte, im Zeichen des Beziehungsgeflechts zwischen den bio-geografischen Wissenskategorien Flora und Fauna wurden auf der dOCUMENTA (13) Pflanzen und Schmetterlinge zu Akteuren der ortsspezifischen Installation von Kristina Buch vor dem Kasseler Fridericianum, und im Lichtkunstmuseum Unna lässt Olafur Eliasson unter Bezug auf optisch-physikalische Phänomene Regentropfen unter Strobo-Licht erstarren.

Mit der Lektüre von Schlüsseltexten sowie der Analyse künstlerischer Arbeiten, die sich mit (natur-)wissenschaftlicher Forschung auseinandersetzen und/oder sich (natur-)wissenschaftliche Phänomene und Erkenntnisse aneignen, sollen im Seminar Positionen und Perspektiven der gegenwärtigen Debatte herausgearbeitet werden.

Ansätze der künstlerischen Forschung, wie Experimentcharakter, Versuchsaufbau, Zufall, Fehler, mediale Reflexion, Zuhilfenahme technischer Visualisierungsmethoden, das Nichtintentionale, das Prozessuale, Sammeln, Kartographieren, Vermessung u.v.m. sollen diskutiert werden.

Dabei sollen hegemoniale Wissenschaftsdefinitionen ebenso in Frage gestellt werden wie in der Debatte virulente Klischees von Kunst als dem Autonomen gegenüber der Wissenschaft.

Können hybride, transdisziplinäre oder kollektive Positionen die konstruierte Opposition von Kunst versus Wissenschaft aufbrechen und alternative (queere?) Möglichkeiten der Produktion und Organisation von Wissen generieren?

Eine aktive Teilnahme am Seminar, regelmäßige Präsenz sowie die Bereitschaft zur Übernahme eines Referats oder ähnlichem ist Voraussetzung für die Teilnahme. Sollte jemand mehr als drei Mal fehlen, kann die Teilnahme nicht anerkannt werden.
Es werden Tagesexkursionen geplant (Planetarium, Mineralienmuseum Freiberg).

Literatur

Künstlerische Forschung. Ein Handbuch, herausgegeben von Jens Badura, Selma Dubach, Anke Haarmann, Dieter Mersch, Anton Rey, Christoph Schenker, Germán Toro Pérez, Zürich 2015.

Elke Bippus (Hg.): Kunst des Forschens: Praxis eines ästhetischen Denkens, Zürich/ Berlin 2009.

Texte zur Kunst. Themenschwerpunkt„ARTISTIC RESEARCH“. Heft Nr. 82 (JUNE 2011), auf: https://www.textezurkunst.de/82/

Module
Fakultät I, 4 & 8 (Bildende Kunst); Fakultät II, 11 (Bühne); T2 & T3 (FHS); M8A/B & M13 (Restaurierung)

 

Offener Dialog

Ateliergespräche

Termine nach Vereinbarung
Ort nach Vereinbarung
Flasche©hfbk-dresden.de
für Fakultät I und Fakultät II

Ateliergespräche dienen der Präsentation und gemeinsamen Diskussion laufender oder in Planung befindlicher künstlerischer Projekte. Ziel ist eine kritische Reflexion und Klärung der eigenen Arbeit und Ansprüche im Gespräch, das unter anderem dazu beitragen sollte, die Möglichkeiten und Fähigkeiten zur Verbalisierung und begrifflichen Artikulation zu schärfen. Zur Sprache kommen sollten dabei historische Horizonte wie aktuelle Kontexte, einschließlich der eigenen Arbeitsbedingungen. Die Initiative zum Gespräch geht gleichermaßen von Studierenden wie Lehrenden aus. Ort und Zeit werden gemeinsam festgelegt.