Kunstgeschichte

Lehrveranstaltungen Sommersemester 2017

Prof. Dr. Bettina Uppenkamp

Allgemeine Kunstgeschichte bis 1800

Profil

Die kunstgeschichtliche Lehre sollte Herausforderung zur theoretischen und historischen Reflexion sein. Historische Reflexion bedeutet einerseits die Realisierung von Tradition und damit die Genese von Gegenwart, sie bedeutet aber auch die Realisierung einer möglicherweise radikalen Andersartigkeit künstlerischer Aufgaben, Konzepte, Intentionen und Strategien in der Vergangenheit. Wesentliche Aufgabe der Vorlesungen ist es, kunstgeschichtliches Orientierungswissen zu vermitteln (dies meint sowohl die Vermittlung von Denkmälerkenntnissen wie von methodischen Optionen), Einblick in aktuelle Forschungsfragen zu geben und eigene Fragen anzustoßen. Ziel der Seminare ist es, unter problemorientierten Fragestellungen Perspektiven für tiefer gehende Interessen zu öffnen.

Sprechstunde

Dienstags, 14:00 – 15:00 Uhr
Güntzstraße 34, Raum 204
Fon: 0351.4402-2136
uppenkamp©hfbk-dresden.de

Sekretariat für theoretische und anwendungsorientierte Lehrgebiete:

Frau Hering
Mo / Di: 13:00 – 16:00 Uhr, Mi. – Fr.: 13:00 – 15:00 Uhr
Güntzstraße 34, Raum 203
Fon: 0351.4402-2137
hering@hfbk-dresden.de

 

Vorlesung

"Kunst im Zeitalter der Reformation"
Vorlesung … 2-std. … wöchentlich
Jeweils Montag, 15:30 - 17:00 Uhr
Beginn: 10.04.2017
Güntzstraße 34, Hörsaal 222

In diesem Jahr wird das 500-jährige Jubiläum der Reformation gefeiert; am 31. Oktober 1517, so will es die Überlieferung, veröffentlichte Martin Luther seine 95 Thesen gegen den Ablasshandel durch Anschlag an der Tür der Wittenberger Schlosskirche. Bereits seit 2016 wird das Erinnern an den Beginn der Reformation von zahlreichen Veranstaltungen und Ausstellungen begleitet, denen es um die Erhellung ihrer gesellschaftlichen und humanistisch inspirierten Voraussetzungen und die Auswirkungen der Reformation geht, um ihre lokal spezifische wie globale Bedeutung. Die Vorlesung nimmt das Jubiläum zum Anlass, sich der Kunst im Zeitalter der Reformation zuzuwenden. Ein Schwerpunkt wird auf den Entwicklungen und Tendenzen der spätmittelalterlichen Kunst und der Renaissance nördlich der Alpen liegen. Betrachtet werden Werke bedeutender Künstlerpersönlichkeiten wie Albrecht Dürer, Lucas Cranach, Hans Baldung Grien, Veit Stoß, Tilmann Riemenschneider, Lucas van Leyden, Pieter Brueghel und anderer. Gefragt wird nach den unmittelbaren Folgen des Religionsstreites und der Konfessionalisierung auf Bildsprache und Ikonografie um 1500. Dazu zählt die Herausbildung neuer Bildthemen und Bauaufgaben ebenso wie die Verwerfung tradierter Sujets aus der religiösen Kunst. Thema sein wird aber auch die neuartige Bedeutung, die dem Buchdruck und der Druckgrafik zu Beginn des 16. Jahrhunderts zuwächst – die Reformation ging mit einer Medienrevolution einher. Zur Sprache kommen die Effekte der Kolonialisierung Amerikas in der Kunst des frühen 16. Jahrhunderts, und es wird um den durch die Reformation ausgelösten Streit um die Bilder und Bildlichkeit gehen, stellen sich doch gerade in aktueller Perspektive die religionspolitisch begründeten Bilderstürme des 16. Jahrhunderts als eine der kunstgeschichtlich und bildtheoretisch interessantesten Phänomene im Zusammenhang mit der Reformation dar.

Literaturhinweise: Anlässlich des Reformations-Jubiläums sind zahlreiche Publikationen zur Reformation im Allgemeinen wie zu speziellen Aspekten erschienen. Zur allgemeinen kultur- und religionsgeschichtlichen Orientierung sei empfohlen: Thomas Kaufmann: Erlöste und Verdammte. Eine Geschichte der Reformation, München 2016. Lesenswert zur Person Martin Luther: Lyndal Roper: Der Mensch Martin Luther, Frankfurt a. M. 2016

Kunstgeschichtliche Literatur: Ausst.Kat. Luther und die Fürsten. Selbstdarstellung und Selbstverständnis des Herrschers im Zeitalter der Reformation, Schloss Hartenfels in Torgau, hrsg. von Dirk Syndram, Dresden 2015; Ausst.Kat. Eine starke Frauengeschichte. 500 Jahre Reformation, Schloss Rochlitz, hrsg. von Simona Schellenberger, Beucha/Markkleeberg 2014; Ausst.Kat. Luther und die Folgen für die Kunst, Hamburger Kunsthalle, hrsg. von Werner Hofmann, München 1983; Peter Freybe (Hg.): Die Reformation und die Künste, Wittenberg 2003; Ernst Ullmann (Hg.): Von der Macht der Bilder. Beiträge des CIHA-Kolloquiums Kunst und Reformation, Leipzig 1983

Module:
Fakultät I, 4 / 8 (Bildende Kunst); Fakultät II, 11 (Bühne); T2 / T3 (FHS); M8A/B / M 13 (Restaurierung)

 

Seminare

"Bilder vom Tod"
Seminar … 2-std. … wöchentlich
Jeweils Dienstag 11:00 - 12:30 Uhr
Beginn 11.04.2017
Güntzstr. 34, Raum 229

„Die Unsterblichkeit in nicht jedermanns Sache“ (Kurt Schwitters)
Der Tod ist ein elementarer Impulsgeber für Kunst. Die mit dem Tod verknüpften Rituale und Emotionen sind Anlass und Gegenstand künstlerischer Gestaltung vom Anbeginn der Menschheitsgeschichte bis in die Gegenwart. Der Umgang mit dem Tod jedoch und seine Bilder sind über die Zeiten und von Gesellschaft zu Gesellschaft außerordentlich unterschiedlich. Wenn Philippe Ariès in seiner großen Geschichte des Todes eine zunehmende Verdrängung wenn nicht gar Verleugnung des Todes diagnostiziert, welche den Umgang mit der Endlichkeit des Lebens in der Moderne von dem im Mittelalter oder von der „Kunst des guten Sterbens“ im 17. Jahrhundert unterscheidet, wurde vor einigen Jahren eine „neue Sichtbarkeit des Todes“ postuliert. Das Seminar wird sich exemplarisch mit Bildern von Tod aus unterschiedlichen Epochen beschäftigen. Es wird um Grabmalgestaltung, um das Motiv des Totentanzes und Vanitas gehen, aber auch um Denkmäler und aktuellere Formen des künstlerischen Umgangs mit dem Thema des Todes.

Literaturhinweise: Philippe Ariès: Geschichte des Todes, München 1980; ders.: Bilder zur Geschichte des Todes, München 1984; Elisabeth Bronfen: Nur über ihre Leiche. Tod, Weiblichkeit und Ästhetik, München 1994; Andrea Hülsen-Esch u. a. (Hrsg.): Zum Sterben schön. Alter, Totentanz und Sterbekunst von 1500 bis heute, Regensburg 2006; Thomas Macho/Kristin Marek (Hrsg.): Die neue Sichtbarkeit des Todes, München 2007; Wolfgang Sofsky: Todesarten. Über Bilder der Gewalt, Berlin 2011.

Module:
Fakultät I, 4 / 8 (Bildende Kunst); Fakultät II, 11 (Bühne); T2 / T3 (FHS); M8A/B / M 13 (Restaurierung)

 

"Albrecht Dürer"
Seminar … 2-std. … wöchentlich
Jeweils Dienstag, 15:30 – 17:00 Uhr

Beginn: 11.04.2017
Güntzstraße 34, Raum 228

Albrecht Dürer (1471-1528) zählt zu den herausragenden Künstlerpersönlichkeiten der Renaissance. Der aus Nürnberg stammende Dürer war Maler, Grafiker und Kunsttheoretiker. Er beschäftigte sich mit Naturwissenschaft und Mathematik und stand mit humanistisch gebildeten Intellektuellen im Austausch. Er bereiste Italien und die Niederlande und setzte sich intensiv mit der italienischen Renaissance auseinander. Das Seminar soll mit den wichtigsten Werken und Werkgruppen Dürers vertraut machen und setzt vier Schwerpunkte für die Auseinandersetzung mit seiner Kunst: 1. Bei seinen Porträts und Selbstporträts; 2. bei seiner neuartigen Körperauffassung, wie sie in seinen Akten und seinen Proportionsstudien greifbar wird; 3. bei seinen Landschaftsaquarellen und Naturstudien und 4. bei den wichtigsten Grafikzyklen.

Literaturhinweise: Ausst.Kat. Dürer. Kunst – Künstler – Kontext, Städel Museum Frankfurt, hrsg. von Jochen Sander, München/London/New York 2013; Anne-Marie Bonnet: ‚Akt‘ bei Dürer, Köln 2001; Johann Konrad Eberlein: Albrecht Dürer, Reinbek bei Hamburg 2003

Module:
Fakultät I, 4 / 8 (Bildende Kunst); Fakultät II, 11 (Bühne); T2 / T3 (FHS); M8A/B / M 13 (Restaurierung)

 

Ateliergespräche

Ateliergespräche dienen der Präsentation und gemeinsamen Diskussion laufender oder in Planung befindlicher künstlerischer Projekte. Ziel ist eine kritische Reflexion und Klärung der eigenen Arbeit und Ansprüche im Gespräch, das unter anderem dazu beitragen sollte, die Möglichkeiten und Fähigkeiten zur Verbalisierung und begrifflichen Artikulation zu schärfen. Zur Sprache kommen sollten dabei historische Horizonte wie aktuelle Kontexte, einschließlich der eigenen Arbeitsbedingungen. Die Initiative zum Gespräch geht gleichermaßen von Studierenden wie Lehrenden aus. Ort und Zeit werden gemeinsam festgelegt.