Kunstgeschichte

Lehrveranstaltungen Sommersemester 2017

Prof. Dr. Elena Zanichelli

Kunstgeschichte der Moderne und Gegenwart
in Vertretung von Prof. Dr. Dietmar Rübel

Sprechstunde

Dienstags, 15:15 – 16:15 Uhr
Güntzstraße 34, Raum 220
Fon: 0351.4402-2275
zanichelli@hfbk-dresden.de

Sekretariat für theoretische und anwendungsorientierte Lehrgebiete:

Frau Hering
Mo / Di: 13:00 – 16:00 Uhr, Mi. – Fr.: 13:00 – 15:00 Uhr
Güntzstraße 34, Raum 203
Fon: 0351.4402-2137
hering@hfbk-dresden.de

 

Seminare

"Kunst oder Leben - das ist hier die Frage.
Situationistische Internationale und Fluxus im Kontext antiästhetischer Praktiken"
Seminar … 2-std. … wöchentlich
Jeweils Montag, 13:30 - 15:00 Uhr
Beginn: 10.04.2017
Güntzstraße 34, Raum 228

„FluxusKunstVergnügen muss einfach, unterhaltend, anspruchslos sein, es muss sich mit unbedeutenden Dingen beschäftigen, es darf keine Geschicklichkeit oder zahllose Proben erfordern, darf keinen Waren- oder institutionellen Wert haben.“ Mit diesen Worten strebte George Maciunas 1965 nach einer radikalen Veränderung von Produktions- und Rezeptionsbedingungen von Kunst. Unter dem Terminus „Fluxus“ wurden ab Anfang der 1960er Jahre gattungsüberschreitende Aktivitäten im Wege von Konzerten, Festivals und Publikationen initiiert. Ein internationales Netzwerk entstand. In diesem Kontext prägte der New Yorker Dick Higgins den Begriff „intermedia“: Die mit dem Begriff „Fluxus“ bezeichnete kontinuierliche Bewegung wies auf die fließenden Übergänge von Gattungen und Disziplinen hin.

Bereits mit der von der Situationistischen Internationalen (S.I., 1957-72) geforderten Politisierung und Psychologisierung der Stadt als Ort für künstlerische Subversionsstrategien wurde Ende der 1950er Jahre u.a. individuelles Vergnügen als konstitutiv für die angestrebte Revolution ästhetischer und gesellschaftlicher Verhältnisse angesehen. Hierzu dienten Zweckentfremdungen und Formen des urbanen Erkundens – beispielsweise durch zielloses Umherschweifen in der Stadt. Der Spaß hielt aber nicht lange an: Bereits ein Jahr nach ihrer Gründung in Cosio d’Arroscia, Italien, wurden einzelne Mitglieder von der S.I. ausgeschlossen.

Das Seminar betrachtet Strategien der künstlerischen und politischen Avantgarde nach dem zweiten Weltkrieg vor dem Hintergrund der Sprengung herkömmlicher Kunstgattungen. Neben Schlüsseltexten zur praktischen und theoretischen Entstehung situationistischer Ansätze (Guy Debords „Rapport zur Konstruktion von Situationen“) und Begrifflichkeiten (Zweckentfremdung, Umherschweifen u.a.) sollen (nicht-)künstlerische Film- und Werkbeispiele (Gallizios „industrielle Malerei“, Asger Jorns Übermalungen) behandelt werden. Die schwer einzugrenzende Geschichte des per definitionem fließenden Phänomens Fluxus wird anhand programmatischer Texte (Higgins’ „Intermedia“, Maciunas’ Fluxus-Manifestos, Flynts „Concept Art“) und heterogener Werkbeispiele (von Yoko Onos Instruction Paintings über FluxFilms sowie FluxBoxes) geprüft.

Module:
Fakultät I, 4 / 8 (Bildende Kunst); Fakultät II, 11 (Bühne); T2 / T3 (FHS); M8A/B / M 13 (Restaurierung)

 

"Videokunst. Eine Kurzgeschichte"
Seminar … 2-std. … wöchentlich
Jeweils Montag, 17:15 - 18:45 Uhr
Beginn 10.04.2017
Güntzstr. 34, Raum 228

Lange vor der Generation der „digital natives“ und deren unmittelbar wirkenden Kommunikationsapparaten galt die (analoge) Videotechnik als „Instantkunst“ (Rudolf Frieling) und somit als Kontrapunkt zu herkömmlichen künstlerischen Gattungen. Von den ersten elektronischen TV-Eingriffen von Nam June Paik in der Galerie Parnass, Wuppertal 1963, über Bruce Naumans Aufzeichnung von Übungen im eigenen Atelier bis hin zu Joan Jonas’ Dokumentation prozessbezogener Praktiken war das Video spätestens Ende der 1960er Jahre ein präferiertes Medium zur Überlieferung unmittelbar wirkender Tätigkeiten in- und außerhalb des eigenen Studios geworden. Längst ist Videokunst eine etablierte, gerne ausgestellte und vermarktete Kunstform. Das Seminar verfolgt die Geschichte der Videokunst exemplarisch, behandelt deren ProtagonistInnen und fragt nach dem Einsatz von Videotechnologie u.a. im Zusammenhang mit der Aufzeichnung experimenteller, zeitbasierter Aktionsformen. Ziel ist es, den Einsatz von Video als Aufzeichnungsmedium zu analysieren und zu differenzieren. Begrifflichkeiten wie Performance, Videokunst, Installation werden erörtert, Dokumentations- sowie Präsentationsmodi diskutiert. Aufgezeigt werden soll zudem, wie und wann die jeweils ausgewählten Aufzeichnungsmedien herkömmliche Kunstbegriffe erweitern.

Mit Besuch der Galerie Neue Meister, Videosammlung (u.a. Stumpf, Zielony, Schweizer, v. Wedemayer); ggf. Besuch des Hygiene-Museums, Videoarbeiten in wechselnden Ausstellungen (u.a. EXPORT in: Scham)

Module:
Fakultät I, 4 / 8 (Bildende Kunst); Fakultät II, 11 (Bühne); T2 / T3 (FHS); M8A/B / M 13 (Restaurierung)

 

"Aufstand aus der Küche
Künstlerische Umkehrungen des Häuslichen"
Seminar … 2-std. … wöchentlich
Jeweils Dienstag, 13:30 – 15:00 Uhr

Beginn: 11.04.2017
Güntzstraße 34, Raum 228

Die Verbindung zwischen Frau und domestischer Arbeit wurde von verschiedenen Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts untersucht, vermehrt seit den 1970er Jahren. Die Kunstgeschichtsschreibung hat Arbeiten, die sich dieser Verbindung widmeten, zwei Typologien zugeordnet: Arbeiten, die eine essentialistische Tendenz aufwiesen einerseits; und solche, die eine entschieden theoretische Positionierung vornahmen andererseits. Arbeiten, die die Verbindung zwischen Haus, dem Domestischen und der Frau als natürlich vorgegebene Beziehung visualisieren, stünden solchen Arbeiten gegenüber, die die Zuschreibung, frau gehöre zum Domestischen, parodistisch oder kritisch umkehren. Im Seminar werden wir uns unter anderem der Frage widmen, ob diese von der Kunstgeschichtsschreibung vorgenommene Einteilung noch valide ist. Anhand von eingehenden Analysen ausgewählter Arbeiten sowie Ausstellungen der 1970er und 1990er Jahre werden wir im Seminar Visualisierungen des Verhältnisses zwischen öffentlich und privat kennenlernen, die jeweils unterschiedliche Bezüge zum Kunstsystem aufzeigen. Mit Ausstellungsbesuch im Hygiene-Museum, u.a. Dauerausstellung.

Module:
Fakultät I, 4 / 8 (Bildende Kunst); Fakultät II, 11 (Bühne); T2 / T3 (FHS); M8A/B / M 13 (Restaurierung)

 

Ateliergespräche

Ort und Zeit werden noch festgelegt.