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„Die Puppe ist des Menschen Feind“

Drei Hochschulen, vier Alcestes und ein Klassiker: Studierende aus Berlin und Dresden erkunden Molières Menschenfeind mit den Mitteln des zeitgenössischen Puppenspiels

Mit der Produktion „Der Menschenfeind“ setzen die Hochschule für Bildende Künste Dresden und die Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch Berlin ihre erfolgreiche hochschulübergreifende Zusammenarbeit fort. 

Bereits zum dritten Mal entwickeln Studierende der Studiengänge Puppenspiel und Regie der HfS Ernst Busch gemeinsam mit Studierenden der Theaterplastik der HfBK Dresden eine Produktion, die die besonderen Möglichkeiten des zeitgenössischen Puppenspiels in den Mittelpunkt stellt. Zugleich knüpft das Projekt an eine inzwischen mehrjährige Kooperation an, die den künstlerischen Austausch zwischen den beteiligten Ausbildungsbereichen nachhaltig stärkt.

Unter der künstlerischen Gesamtleitung von Moritz Sostmann widmen sich vier gemischte Teams aus Regie-, Puppenspiel- und Theaterplastikstudierenden Molières Komödie „Der Menschenfeind oder der verliebte Melancholiker“. In einer vierteiligen Mise en Scène gestaltet jedes Team einen Akt des Stücks und entwickelt eine eigene Version der Hauptfigur Alceste. So entstehen vier Menschenfeind-Puppen, vier Spielweisen und vier unterschiedliche Perspektiven auf einen der widersprüchlichsten Charaktere der Theatergeschichte.

Im Zentrum des Projekts steht die enge Verbindung von Puppenbau und Spiel. Die Figuren wurden eigens von Studierenden der Theaterplastik an der HfBK Dresden entworfen und gebaut. Ihre Form, Materialität und Bewegungsmöglichkeiten bestimmen maßgeblich die künstlerischen Möglichkeiten auf der Bühne. Im Zusammenspiel mit den PuppenspielerInnen entwickeln sie ihre eigene Präsenz und werden zu eigenständigen theatrale Figuren.

Gerade für die Auseinandersetzung mit Molières Titelhelden eröffnet das Puppenspiel besondere Perspektiven. Alceste verachtet die Verstellung seiner Mitmenschen und leidet zugleich an seiner Sehnsucht nach ihnen. Die Puppe, die immer zugleich Objekt und Figur, Fremdkörper und Identifikationsangebot ist, macht diese Widersprüche sichtbar. Sie schafft einen Abstand, der neue Blicke auf den Menschen ermöglicht – und wird so zum idealen Medium für Molières schonungslose Gesellschaftskomödie.

Die Kooperation bietet den beteiligten Studierenden weit mehr als eine gemeinsame Inszenierung. Sie ermöglicht die Erfahrung professioneller Produktionsprozesse über die Grenzen der eigenen Disziplin hinaus und fördert den Aufbau künstlerischer Netzwerke bereits während des Studiums. Regie, Puppenspiel und Theaterplastik begegnen sich hier auf Augenhöhe und entwickeln gemeinsam eine zeitgenössische Form des Figurentheaters.

Nach der Premiere im bat-Studiotheater Berlin ist die Produktion nun als Gastspiel in Dresden zu erleben.

DER MENSCHENFEIND (Molière)
Ensemblediplom Puppenspiel

Labortheater der HfBK Dresden
Güntzstraße 34, 01307 Dresden

Vorstellungen
Donnerstag, 25. Juni 2026, 19 Uhr
Freitag, 26. Juni 2026, 19 Uhr

Künstlerische Gesamtleitung: Moritz Sostmann
Ausstattung: Jonathan Gentilhomme
Mitarbeit Bühne: Ingo Mewes
Dramaturgie: Jörg Lehmann

Regie: Michael Jansky, Johanna Reimert, Lara Pohlers, Zoe Straub

Spiel: Paula Engel, Veronika Maslikova, Liquid Nestler, Julius Warmuth

Puppenbau: Lara Heitzmann, Hannah Pömer, Fynn Lechleder, Johannes Glosse, Anne Knaus, Zelie Vue (Studierende der HfBK Dresden, Abteilung Theaterplastik)

Kartenreservierung: