Presse & Kommunikation

Hegenbarth Stipendien

Die Hochschule für Bildende Künste Dresden (HfBK Dresden), die Städtische Galerie Dresden und die Dresdner Stiftung Kunst & Kultur der Ostsächsischen Sparkasse Dresden laden gemeinsam zur Eröffnung der Ausstellung von Martin Bertelmann und Angelina Seibert im Rahmen der Hegenbarth-Stipendien 2025 ein. Die Veranstaltung findet am 28. Mai 2026 um 19 Uhr in der Städtischen Galerie Dresden statt.

Die Ausstellung ist Ergebnis einer engen und langjährig gewachsenen Kooperation der drei Partnerinstitutionen im Rahmen des Deutschlandstipendien-Programms. Die Hegenbarth-Stipendien 2025 wurden bereits im November 2024 den Meisterschülerinnen und Meisterschüler Martin Bertelmann und Angelina Seibert zugesprochen und markieren die 29. Vergaberunde dieses seit 1996 bestehenden Förderformats. Seit 2012 sind die Stipendien in das Deutschlandstipendium eingebunden. Ziel der Kooperation ist es, junge künstlerische Positionen nicht nur finanziell zu unterstützen, sondern insbesondere ihre öffentliche Sichtbarkeit im Anschluss an die Förderphase zu ermöglichen. Die im Wintersemester 2025 ausgewählten Stipendiaten Felix Sondermann und Namju Lee werden im kommenden Jahr die Gelegenheit haben, ihre Arbeitsergebnisse zu präsentieren.

Zum Abschluss ihrer einjährigen Förderung präsentieren Martin Bertelmann und Angelina Seibert unter dem Titel „Won’t you be my neighbor“ im Projektraum Neue Galerie der Städtischen Galerie Dresden aktuelle Arbeiten, die im Verlauf des Stipendiums entstanden sind. Die Ausstellung macht damit die Ergebnisse einer intensiven Arbeitsphase sichtbar und führt die Förderung unmittelbar in die Öffentlichkeit der Stadtgesellschaft über.

Im Rahmen der Ausstellung findet am 18.06.2026 um 16:30 Uhr ein Künstlergespräch statt, in dem die beiden Ausstellenden gemeinsam mit Kustos Johannes Schmidt von der Städtischen Galerie Dresden sowie Susanne Greinke, Kuratorin der HfBK Dresden, ihre künstlerischen Ansätze vorstellen und einordnen.
Die Bedeutung der kontinuierlichen Förderung ist besonders bedeutsam. Seit fast drei Jahrzehnten schafft das Stipendium verlässliche Bedingungen für künstlerische Entwicklung und trägt dazu bei, künstlerische Positionen zu Beginn der freiberuflichen Praxis sichtbar zu machen und in einen öffentlichen Kontext zu stellen. Durch das Zusammenspiel von Stiftung, Hochschule und Städtischer Galerie entsteht eine Form der Förderung, die unmittelbar im Umfeld der Kooperationspartner wirkt und für die Bürgerinnen und Bürger Dresdens konkret erfahrbar wird.

In der Abschlussausstellung „Won’t you be my neighbor?“ treten Martin Bertelmann und Angelina Seibert im Rahmen ihrer Förderung erstmals bewusst in einen direkten künstlerischen Dialog. Die Nachbarschaft im Ausstellungsraum ist dabei nicht nur räumlich, sondern auch konzeptuell zu verstehen: Unterschiedliche Perspektiven auf Landschaft, Fassade und deren soziale Einschreibungen treffen aufeinander und bleiben in ihrer Eigenständigkeit sichtbar. Dabei weichen die Arbeiten Spannungen nicht aus, sondern greifen sie bewusst auf. Sie thematisieren die Herausforderung von Nähe, Privatsphäre und unserer Position in einer sich stetig verändernden Umwelt.

Dazu Rektor Prof. Oliver Kossack: „An einer Kunsthochschule finden Studierende einen geschützten Raum, in dem sie ihre künstlerische Entwicklung beginnen und vertiefen können. Zugleich bleibt dieser Ort stets auf die Begegnung mit der Gesellschaft ausgerichtet: Kunst entsteht hier im Dialog und sucht bewusst den Austausch. Gerade in der Gegenwart ist diese Öffnung nach außen von zentraler Bedeutung, weil Kunst in besonderer Weise vermag, kritische Fragen sichtbar zu machen und gesellschaftliche Spannungen zu reflektieren – wie es bereits der Ausstellungstitel „Won’t you be my neighbour“ andeutet.“

Katja Helas, Vorstandsmitglied der Dresdner Stiftung Kunst & Kultur der Ostsächsischen Sparkasse Dresden begrüßt die Ausstellung und betont: „Das HegenbarthStipendium legt den Grundstein für die langfristige Entwicklung junger Künstlerinnen und Künstler. Durch die enge Zusammenarbeit von Hochschule, Städtischer Galerie und unserer Stiftung schaffen wir ein nachhaltiges Fördernetz, das Karrieren über Jahre hinweg stärkt. Gleichzeitig festigt diese Kooperation Dresden als lebendigen Kulturstandort und bereichert die regionale Identität mit zeitgemäßer Kunst.“


Zur Ausstellung:

Martin Bertelmann

„In der Ausstellung zeige ich aktuelle analoge Fotografien, welche Teil eines kontinuierlich wachsendem Archivs alltäglicher Beobachtungen sind. Sie setzen sich mit Begriffen der Landschaft und unserem Ökosystem auseinander, sowie den stillen Spuren menschlicher Präsenz in seiner Umwelt. Ergänzt werden diese durch eine Video-Installation, die den Besucher aktiv einbindet und ihn selbst Teil der Arbeit werden lässt. Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen dokumentierter Realität und digital erzeugtem Raum, wodurch neue Wahrnehmungsebenen entstehen.“

Bertelmann wurde 1990 in Riesa geboren. Nach einer Ausbildung zum Buchbinder begann er 2018 ein Studium der Bildenden Kunst an der Hochschule für Bildende Künste Dresden. 2024 schloss er sein Studium der Bildhauerei bei Wilhelm Mundt ab, für sein Diplom erhielt er den Diplompreis des Freundeskreises der HfBK Dresden. Derzeit studiert er als Meisterschüler in der Klasse von Alicja Kwade. Er arbeitet gleichermaßen als Bildhauer und Fotograf. In seinen Schwarz-Weiß-Fotografien stehen Landschaften und Details im Vordergrund, die von menschlichen Eingriffen erzählen, ohne dass Menschen selbst sichtbar sind. 2024 erhielt er das Hegenbarth-Stipendium der Ostsächsischen Sparkasse und den Diplompreis des Freundeskreises der HfBK. Er schafft Werke für Ausstellungen im In- und Ausland.

Angelina Seibert

„Meine Arbeiten entstehen aus dem eigenen Lebensraum und seiner strukturellen Fragilität. Für diese Ausstellung habe ich eine multimediale Installation entwickelt, die die zunehmende Sichtbarkeit des Privaten durch technologische Entwicklungen thematisiert. Dabei verknüpfe ich Handlungen des Ordnens und Reinigens mit persönlichen Bildern und historischen Bezügen. Die Arbeit spiegelt Intimität und Verletzlichkeit wider und untersucht die Auflösung der Grenzen zwischen privatem und öffentlichem Raum.“

Seibert, 1988 in Karlsruhe geboren, ist eine multimediale, interdisziplinäre Künstlerin, deren Werk von ihren Erfahrungen als dreifache Mutter geprägt ist. Sie verwandelt alltägliche Beobachtungen in visuell fesselnde und subtil humorvolle Arbeiten und steigert das Gewöhnliche ins Absurde. Ihr eigener Körper wird dabei oft zum Schauplatz aufgeladener, mitunter widersprüchlicher Erzählungen. 2013 begann sie ihr Studium an der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei Prof. Birgit Brenner, bevor sie 2017 an die HfBK Dresden zu Prof. Monika Brandmeier wechselte, bei der sie 2022 auch ihr Diplom ablegte. Ihren Meisterschülerabschluss machte sie im Frühjahr 2026 ebenfalls bei Brandmeier. Die Stipendiatin des Diplompreises des Freundeskreises der HfBK Dresden und des Hegenbarth-Stipendiums im Programm des Deutschlandstipendiums stellte unter anderem im Kunsthaus Dresden, bei „Discover a Talent“ in Frankfurt am Main und im Kunstmuseum Gunzenhauser in Chemnitz aus, wo ihre Arbeiten für den Kunstfonds des Freistaats Sachsen erworben wurden.


Pressebilder 

Martin Bertelmann
Bild 01:  
o.T. (Spinne), Silbergelatine Print/Fotogramm, 2026
Foto:© Martin Bertelmann  Bild 02:  Videoinstallation, o.T. (New neighbours), Detail, 2026  Foto:© Martin Bertelmann

Angelina Seibert 


Bild 03:  My house (our house), 2026 – (Detail) Foto © Angelina Seibert

Bild 04 My house (our house), 2026 - Videostill Foto© Angelina Seibert

Bild 05
Zaun, 2026 – Installation, Holz Foto© Angelina Seibert


Weiterführende Informationen und Rückfragen:

Andrea Weippert, Pressesprecherin Hochschule für Bildende Künste Dresden
Tel. 0351 – 4402 2616
presse@hfbk-dresden.de

Petra Gehlich, stellvertretende Unternehmenssprecherin 
Ostsächsische Sparkasse DresdenTel. 0351 – 455 16517
petra.gehlich@ostsaechsische-sparkasse-dresden.de

Caroline Keil Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Museen der Stadt Dresden
Tel. 0351 – 488-7361
caroline.keil@museen-dresden.de


Ausstellung vom 29. Mai bis 23. August 2026
Städtische Galerie Dresden – Kunstsammlung
Besuchereingang Landhausstraße
Wilsdruffer Straße 2
01067 Dresden

Öffnungszeiten:
Di - So 10 – 18 Uhr



KÜNSTLERGESPRÄCH am 18.06.26 um 16:30 Uhr in der Städtischen Galerie
Martin Bertelmann und  Angelina Seibert im Gespräch mit Susanne Greinke (HfBK Dresden) und Johannes Schmidt (Städtische Galerie Dresden)