Im Jahr 2024 unterstützten das Archiv und die Kustodie die Ausstellung „Revolutionary Romances?“ mit mehreren Leihgaben aus den Beständen der Hochschule. Die zur Verfügung gestellten Werke und Dokumente ergänzten die Ausstellung und trugen dazu bei, die politischen, kulturellen und künstlerischen Beziehungen der DDR zu Ländern des Globalen Südens aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten.
Die Ausstellung widmete sich diesem bislang wenig erforschten Kapitel im Kontext einer globalen Kunstgeschichte. Anhand von Werken und Dokumenten aus den 1950er bis 1990er Jahren wurden Themen wie internationale Solidarität, kultureller Austausch und die künstlerische Auseinandersetzung mit den politischen Entwicklungen in Asien, Afrika und Lateinamerika aufgegriffen. Zugleich regte die Ausstellung zu einer kritischen Reflexion der in der DDR propagierten Vorstellungen von internationaler Solidarität an und thematisierte die Spannungsfelder zwischen ideologischem Anspruch und gesellschaftlicher Wirklichkeit sowie den Umgang mit eurozentrischen Perspektiven und stereotypen Darstellungen.
Die Leihgaben aus den Beständen der HfBK Dresden verdeutlichten zugleich die besondere historische Verbindung der Hochschule zu diesem Themenfeld. Zahlreiche Studierende aus Ländern des Globalen Südens studierten während der DDR-Zeit an der Hochschule oder hielten sich im Rahmen von Stipendien und Austauschprogrammen für mehrere Monate an der HfBK Dresden auf. Während einige von ihnen hier eine vollständige künstlerische Ausbildung absolvierten, nutzten andere ihren zeitlich begrenzten Aufenthalt zur künstlerischen Weiterbildung und zum fachlichen Austausch. Ihre Biografien und ihr Wirken sind damit Teil der Geschichte der HfBK Dresden und zugleich Zeugnisse des internationalen künstlerischen und kulturellen Austauschs dieser Zeit.