Ausstellung mit Performance
ÜBER DAS VERLASSEN CHRISTLICHER RÄUME
22.06. - 28.06.2026 / OFFEN 24.06.-28.06 11-18 UHR
LILITH beschäftigt sich mit der Frage, wie sich Kontrolle in Körper und Räume einschreibt. Ausgangspunkt der Arbeit sind Audiointerviews mit Menschen, die religiöse Gemeinschaften verlassen haben. Insbesondere evangelische Freikirchen und Gemeinschaften mit sektenähnlichen Strukturen. Diese Gespräche richten sich auf räumliche Erfahrungen: Körper, die sich in diesen Räumen bewegen, auf Haltungen, Gesten und Abläufe, die erlernt, wiederholt oder infrage gestellt wurden und werden. Wie wird Zugehörigkeit etabliert und Grenzen makiert?
LILITH bewegt sich dabei in einem widersprüchlichen Feld. Die Arbeit nutzt dokumentarisches Material und entzieht sich gleichzeitig dem Anspruch, abschließend erzählen zu können. Sie stellt die Frage, wie Erfahrungen von religiöser Kontrolle gezeigt werden können, ohne sie zu vereinfachen oder für eine ästhetische Wirkung verfügbar zu machen.
LILTH ist der Raum für 3 Performer*innen. Sie bewegen sich über 6 Tage innerhalb eines Systems aus Wiederholung, Zeitvorgaben und festgelegten Abläufen. Nichts darin geschieht zufällig. Alle Elemente im Raum sind im Rahmen der Performance aufgebaut, getragen, verschoben und verändert. Schwarzer Sand misst Zeit nicht abstrakt, sondern materiell: Er fällt, verteilt sich, sammelt sich an, wird durch Bewegung verschoben und schreibt Dauer in den Raum ein. Essen, Arbeit und Handlung folgen einem genauen Zeitmaß und reihen sich in die Worte und Erzählungen einem Körper von 11 interviewten Menschen ein.
CREDITS
Outside Eye Ida Liliom
Visuals Paluna
Assistenz Bahar Khorassani
Bewegtbild Hafssa Amina Codraro
Kostüm / Texildesign Lea Maginski
Edit Jess Kaufmann & Marilen Wenchel
Fotografische Dokumentation Nele Schiller
Careteam Performance Katharina Langsdorff & Paul Vogler
Interviewpartner*innen 11 Menschen
Performance Maria Pä
Performance Diana Sperling
Audio Schnitt Felix Reichmann & Leonard Grobien
Team Bühne Fyndus & Till Fiedler
Künstlerin und Kontext
Jhana Nelles, geboren 1991, ist nicht unter Kulturschaffenden groß geworden. Nach verschiedenen beruflichen Erfahrungen, v.a. im pädagogischen Bereich, hat sie sich 2015 für eine Neuorientierung in der Kunst entschieden. Seit 2019 studiert sie Bühnen- und Kostümbild an der ABK Stuttgart und wechselt 2024 an die Hochschule für Bildende Künste Dresden. Sie sammelt bereits in verschiedene Projekten Erfahrungen. Die Ausstattung für "Bin ich ein überflüssiger Mensch" (Regie: Glen Hawkins) wird 2023 zum Körberfestival eingeladen. Weitere Arbeiten umfassen u.a. die Raumgestaltung für die Junge Oper "Kaiser von Atlantis – oder die Todverweigerung" (2023) sowie "Schuberts Winterreise" (2024) in Baden-Württtemberg. Am BE Berlin war sie 2025 für die Bühne bei „Always Carrey On“ (Rahmen des Residenzprogramms für junge Regie WORX) zuständig. Neben ihrer Arbeit am Theater ist Jhana Nelles auch in der freien Szene tätig. Zuletzt war sie an der Ausstattung “70437 Woyzeck” für das Citizen.Kane.Kollektiv beteiligt.