Veranstaltung

Galerie Ursula Walter

well told stories

Anna Lorenzana & Simon Filippi

Brunnen sind Treffpunkte, Erinnerungsorte, Infrastruktur und manchmal auch Streitobjekte. In der Ausstellung well told stories zeigen die Bildhauer:innen Anna Lorenzana und Simon Filippi neue Arbeiten. Sie sind aus einer gemeinsamen Recherche zu Dresdner Brunnengeschichten vom 16. Jahrhundert bis heute entstanden.
Ausgangspunkt sind drei Brunnen. Der Queckbrunnen ist der älteste Brunnen Dresdens und war bis 1521 ein Wallfahrtsort. Der Basaltbrunnen der Burg Stolpen war ein technisches Großprojekt des 17. Jahrhunderts, dessen Bauzeit sich um ein Vielfaches verlängerte. Die Brunnen von Friedrich Kracht am Neustädter Markt entstanden in den 1970er-Jahren, wurden 2002 stillgelegt und sind seit Oktober 2025 wieder in Betrieb.

Archivarbeit, Feldbegehungen, Gespräche und Materialexperimente führen zu skulpturalen und raumbezogenen Arbeiten. Diese illustrieren Geschichte nicht, sondern machen sie als eigenen Erkenntnisprozess erfahrbar. Die Werke entstehen individuell, Recherche und Konzeption dagegen gemeinsam. Dabei treten Filippis materialbasierte und Lorenzanas archivisch-narrative Praxis in einen Dialog. well told stories ist die erste langfristige Zusammenarbeit der beiden.


Simon Filippi

Simon Filippi arbeitet mit Skulptur, Zeichnung, kinetischen Objekten und raumbezogenen Installationen, die durch gezielte Materialästhetik, von Latex und Seife bis Beton und Stahl, ein intensives körperliches Erleben erzeugen. Im Mittelpunkt steht die Wahrnehmung von Körpern in einer technisierten Welt, in der organische Formen und technische Installationen fremdartig und zugleich vertraut wirken. Seine Arbeiten wurden u. a. im Pinky-Projects Dresden, in den Kunstsammlungen der Ruhr-Universität Bochum und im Projektraum Mars in Frankfurt am Main gezeigt; 2024 erhielt er das Gerd-Jaeger-Stipendium.

Anna Lorenzana

Anna Lorenzana untersucht das Spannungsfeld zwischen Erinnerung, digitalen Technologien und materieller Transformation und schöpft dabei aus Archiven, Forschungsdaten, Bilddatenbanken und dem gesellschaftlichen Geschehen. In ihren Arbeiten verstärkt sie bewusst Widersprüche zwischen Quellen und Materialitäten, um Fragen offenzulegen und zum Diskurs anzuregen. Ihre Arbeiten waren u. a. in den Kunstsammlungen Chemnitz, im Österreichischen Skulpturenpark Graz und in der Galerie der University of Alberta zu sehen; 2025 wurde die Arbeit „Times New Roman“ von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen angekauft. 


Termine 

Vernissage

Fr, 13.11.2026, 18 Uhr

Ausstellung

14.11.2026 – 10.01.2027

Gesprächsrunde

Fr, 04.12.2026, 18 Uhr

Gesprächsrunde

Freitag, den 4.12.2026 - 18.00 Uhr

Treffpunkt, Tatort, Wallfahrtsort: Brunnen und ihre Geschichten

mit Prof. Thomas Kübler (Leiter Stadtarchiv Dresden), Dr. Stefan Dornheim (Stadtarchiv Dresden) Antje Kirsch (Vorstand Freie Akademie Kunst+Bau e.V., Expertin baubezogene Kunst), KünstlerInnen Simon Filippi und Anna Lorenzana, 
moderiert von Lena Horn (Kunsthistorikerin, HfBK Dresden) 

Finissage

So, 10.01.2027, 15 Uhr


Galerie Ursula Walter, Neustädter Markt 10, 01097 Dresden
Öffnungszeiten: Do–Fr 15–18 Uhr, Sa 12–16 Uhr


Gefördert vom Amt für Kultur und Denkmalschutz der Landeshauptstadt Dresden, der Liebelt Stiftung Hamburg und dem Förderverein der Galerie Ursula Walter. Kooperationspartner: Stadtarchiv Dresden.